Bauarbeiten am Mühldorfer Bahnhof in den Osterferien

Hier wird Mühldorf fit für das zweite Gleis

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Baumaschinen statt Züge: Am Mühldorfer Bahnhof werden über Ostern unter anderem 22 neue Weichen installiert.
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Mühldorf - 22 Weichen und 2000 Tonnen Schotter in 245 Stunden: Die Bahn macht in einem Baumarathon den Mühldorfer Bahnhof fit für den zweigleisigen Ausbau.

Aktuell ruht der Zugverkehr in Mühldorf. Die Fahrgäste müssen deshalb auf den Schienenersatzverkehr ausweichen. Alle Baustelleninformationen der SOB finden Sie hier!

Seit Tagen steht der Zugverkehr am Mühldorfer Bahnhof still, die Fahrgäste müssen auf den Schienenersatzverkehr ausweichen. Während sie vor dem Bahnhof in Busse einsteigen, spielt sich an den Gleisen ein regelrechter Baumarathon ab. In dem engen Zeitfenster vom vergangenen Wochenende bis einschließlich Ostermontag müssen 22 Gleise installiert werden. Außerdem wird eine Fußgängerbrücke erneuert und die Bahnsteige bekommen ein größeres Dach.

Bahnhof Mühldorf das "herausragende Projekt"

Wie Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, bei einem Ortstermin am Dienstag erklärte, müsse man bei den Arbeiten Rücksicht nehmen auf die Belange der Kunden. So ärgerlich ein vorübergehender Schienenersatzverkehr sein mag - in den Osterferien sind umfangreiche Bauarbeiten noch am besten möglich. An Ostern sind nicht nur weniger Fahrgäste unterwegs, auch der Güterverkehr ist nicht so rege wie sonst. "Wir können diese verkehrsschwache Zeit nutzen und tun das auch - bundesweit", sagte Josl.

In den kommenden fünf Jahren investiert die Bahn in ganz Deutschland insgesamt 28 Milliarden Euro in die Infrastruktur. Der Mühldorfer Bahnhof ist dabei ein Schwerpunkt. "Das herausragende Projekt in Bayern ist hier der Bahnhof Mühldorf", so Josel. Etwa 30 bis 35 Millionen Euro fließen in die jetzt und im Herbst geplanten Arbeiten rund um den Mühldorfer Bahnhof.

Bahnhof wird nach Westen zweigleisig

Christian Kubasch (links), Technischer Leiter der SOB, und Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn

Grund dafür ist in erster Linie der zweigleisige Bahnausbau von München über Mühldorf bis nach Freilassing. Nach Ostern sollen nach Westen (also Richtung München) zwei Gleise den Mühldorfer Bahnhof verlassen. Diese "Neubaugleise" sind die Gleise zwei und drei. Dank ihnen kann der Mühldorfer Bahnhof an die neuen Streckengleise angeschlossen werden. Die Züge nach München und Rosenheim können dadurch künftig die neue Innwerkkanalbrücke befahren.

Auch die Arbeiten an den Dächern der Bahnsteige sind vor dem Hintergrund des Bahnausbaus zu sehen. Die Dächer werden von 55 Meter auf 120 Meter verlängert und gelten damit fortan als "europatauglich", wie es Josel formulierte.

Ab Dienstag wieder voller Verkehr

Nach Westen werden künftig zwei Gleise den Mühldorfer Bahnhof verlassen

Die Tiefbauarbeiten im Gleisbereich sind bereits beendet, jetzt werden die Weichen eingebaut. Bis Samstag sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, denn es muss erst die offizielle Abnahme erfolgen, bis der Zugverkehr wieder starten darf. "Jede einzelne Weiche muss überprüft werden, ob sie funktioniert", erklärte Robert Wörnle, Bauherrenvertreter in Mühldorf. Sollte bei der Abnahme irgendetwas nicht in Ordnung sein, kann die Bahn immer noch reagieren. Am Montagabend muss dann aber alles erledigt sein, denn ab Dienstag, 7. April, soll der Betrieb wieder wie gewohnt laufen. "Das Ziel ist natürlich, dass wir Dienstagfrüh wieder mit vollem Verkehr laufen", sagte Christian Kubasch, Technischer Leiter der Südostbayernbahn.

Nächste Bauphase im Herbst

Die Dächer über den Bahnsteigen werden verlängert

Die aktuellen Bauarbeiten in Mühldorf haben die Ausmaße eines Großprojekts. Ungefähr 200 Menschen, 52 Lastwagen sowie mehrere Kräne und Raupen sind im Einsatz. Zum Vergleich: Ein normaler Gleisbautrupp besteht aus fünf oder sechs Mann. Die 200 Arbeiter sind an vier Kilometern Gleis beschäftigt, 2000 Tonnen Schotter müssen bewegt werden - und das alles bis einschließlich Ostermontag. Insgesamt sind für die Arbeiten damit nur rund 245 Stunden Zeit. "Die Eisenbahner und die Bauarbeiter kennen keine Feiertage und kein schlechtes Wetter", formulierte Kubasch. Regen kann den Arbeiten tatsächlich nicht mehr verzögern. Die Tiefbauarbeiten sind schließlich schon abgeschlossen. Wie Wörnle erklärte, ist Regen beim Einbau der Weichen kein Hindernis.

Nach der Osterzeit ist am Mühldorfer Bahnhof wieder Ruhe. Die nächste große Bauphase ist im Herbst, wenn die Gleise und Weichen in Fahrtrichtung Tüßling erneuert werden.

Bauarbeiten am Mühldorfer Bahnhof

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