Autobahngegner bleiben hart

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Mühldorf/Obertaufkirchen - Auch nach dem Ende der Prozesse um den Bau der A94 halten die Autobahngegener an ihrer Ablehnung der Trasse über Dorfen fest.

Bei der Jahresversammlung kündigten sie allerdings keine neuen Maßnahmen an.

Der Vorsitzende des Vereins "Die bessere Lösung", Joachim Wild, gab den Mitgliedern einen Überblick über den Stand des Baus der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein. Bei der letzten Verhandlung im Mai 2012 vor dem Verwaltungsgerichtshof in München sei den Landwirten für ihre Verluste an Ackerland weitgehender Ersatz in günstiger Lage zugesagt worden, in zwei Fällen auch ein verbesserter Lärmschutz. "Die Autobahndirektion Südbayern könnte juristisch gesehen seit diesem Tag bauen - wenn sie das Geld hätte. Sie hat aber nach inzwischen 35 Jahren Planung immer noch keines, denn im Bundesverkehrshaushalt für 2012/13 sind keine Steuergelder für den Bau ausgewiesen", sagte Wild.

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Weil die nötigen Mittel fehlen, bemüht sich die Autobahndirektion nach Angaben Wilds darum, die erforderlichen Grundstücke zu kaufen. Ohne Finanzierung wäre das Bauprojekt juristisch anfechtbar, sagte Wild. "Umso empörender ist es, dass trotz grundsätzlich fehlender Baumittel die Autobahndirektion ab April 2013 die Lappachtalbrücke mit einer Länge von 280 Metern als bauvorbereitende Maßnahme in Angriff nehmen will." Ziel dieser Aktion sei es allein, "die mit vielen Tricks und Unwahrheiten durchgedrückte Trasse Isental durch möglichst viel verbauten Beton unabänderlich zu machen, wobei schon jetzt fest steht, dass im Falle der Realisierung die Lappachtalbrücke auf Jahre hinaus nutzlos in der Landschaft stehen würde", sagte Wild. Er glaubt, dass die Kostenschätzungen für die Autobahn zwischen Pastetten und Dorfen "grotesk daneben liegen", Das zeige der nur sechs Kilometer lange Abschnitt Forstinning-Pastetten, der 80 Prozent über den veranschlagten Kosten liege. "Das ist ein klares Zeichen, dass der Bauträger absichtlich mit viel zu niedrigen Zahlen operierte, nur um die Trasse Isental gegenüber der Trasse Haag kostengünstiger erscheinen zu lassen und damit natürlich auch das Verfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof manipulierte." Schon wegen den von ihnen vermuteten höheren Kosten halten die Autobahngegner an ihrer Forderung fest, die B12 vierspurig auszubauen.

Mühldorfer Anzeiger

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