Antike Anekdoten auf der INN Regiomesse

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Anton Schnürer, Vorsitzender des Kulturkreises Kraiburg, kam als Römer verkleidet zur Eröffnung der INN.
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Mühldorf - Vom Mosaikstein zum Museum: Am Stand des Marktes Kraiburg erfahren die Besucher der INN alles über die Entstehungsgeschichte des Römermuseums.

Auf der INN Regiomesse kommen auch Kultur und Bildung nicht zu kurz. Gerade die Hallen von Stadt und Landkreis (Halle sieben und Halle acht) beherbergen eine Reihe von Ständen mit kulturellen Angeboten.

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Am Stand vom Markt Kraiburg in Halle acht informiert der Kulturkreis Kraiburg über die Museen der Gemeinde, spannende Anekdoten inklusive. Wie die des Kraiburger Römermuseums.

Pfarrer entdeckte ein Mosaiksteinchen

Franz Genzinger erzählt auf der INN gerne Geschichten über das Römermuseum.

Angefangen hatte alles Mitte der neunziger Jahre mit einem kleinen Steinchen aus vergangenen Zeiten. "Pfarrer Heimberger hat auf einer Wiese ein Mosaiksteinchen gefunden", erzählt Franz Genzinger, Archivar des Marktes Kraiburg und Mitglied im Kulturkreis. Der Fund des Geistlichen sollte kein Einzellfall bleiben. Schon nach kurzer Zeit entdeckte der Pfarrer einen Silberdenar, eine antike Münze.

"Es gibt in Kraiburg nichts"

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Die Indizien waren zu eindeutig, sodass Heimberger zu graben begann. Lohn der Mühen war die Entdeckung eines ganzen Mosaiks. "Er hat dann in München angerufen", schildert Genzinger die Ereignisse. Doch die Historiker in der Landeshauptstadt waren skeptisch. "Es gibt in Kraiburg nichts", war laut Genzinger die Antwort der Experten.

Schon 1985 gab es verräterische Luftbilder

Einem Pfarrer habe man aber doch zumindest ein wenig Glauben geschenkt, sodass die Fundstücke schließlich doch noch untersucht wurden. Mit positivem Befund: Mosaik wie Münzen stammten aus der Antike. Schon 1985 hatten Luftbildaufnahmen eigentlich offenbart, "dass etwas im Boden ist", wie der Archivar erzählt. Man hatte den Bilder aber keine Bedeutung beigemessen.

Antike Zollstation im Gewerbegebiet

Gemeindearchivar Franz Genzinger zeigt, wo sich die antike Zollstation befunden haben muss.

Der Inn markierte im römischen Reich die Grenze zwischen den Provinzen Raetia und Noricum. Nähere Forschungen in Kraiburg ergaben, dass es zwischen 40 und 235 eine Zollstation in der Gegend des heutigen Gewerbegebiets im Nordosten Kraiburgs gegeben hat. "Dann muss sie abgerissen worden sein", so Genzinger.

Das Römermuseum jedoch entstand schließlich im Jahr 2000 in der Kraiburger Altstadt, und zwar in einem etwa 900 Jahre alten Bau. Als es die Burg Kraiburg noch gegeben hat, müsse das Gemäuer eine Art Vorburg gewesen sein, so Genzinger.

Ausschließlich Kraiburger Fundstücke ausgestellt

Genau dort muss sie gewesen sein, die Zollstation an der Grenze zwischen Raetien und Noricum.

Das Römermuseum wurde ausschließlich mit Fundstücken aus Kraiburg bestückt. So wurden zahlreichen Münzen wie der Areus und der Dinar in einem Münzlaufgang ausgestellt. Einige der Exponate sind allerdings Duplikate, weil sich die besonders wertvollen Fundstücke inzwischen im Denkmalamt befinden. Auch das Mosaik mit dem alles begann, ist inzwischen in München und bereichert dort die archäologische Staatssammlung.

Vereinsvorstand in der Toga

Im Römermuseum leitet der Gemeindearchivar inzwischen Führungen, vor allem für Schulklassen. Gerne verkleidet sich der frühere Fernmeldetechniker wie ein Mann aus dem alten Rom. Einen kleinen Vorgeschmack gab auf der INN Regiomesse schon einmal sein Kollege vom Kulturverein Kraburg. Der erste Vorsitzende Anton Schnürer war am Tag der Eröffnung der INN ganz in eine weiße Toga gehüllt.

INN nur noch am Donnerstag geöffnet

Wer Anekdoten aus der Antike und über die Entstehung des Römermuseums aus erster Hand erfahren möchte, sollte sich beeilen. Die INN Regiomesse ist nur noch am Donnerstag, 9. Mai, geöffnet.

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