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Zeugnis des Grauens: Der Rüstungsbunker in Mühldorf

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Nach der Sprenung durch amerikanische Truppen ist nur noch ein Bogen des ehemaligen Rüstbunkers im Mühldorfer Hart erhalten

Mühldorf am Inn/Mettenheim - Ursprünglich für den Bau von Düsenflugzeugen gedacht, ist heute nur noch ein Teil des Rüstungsbunkers im Mühldorfer Hart erhalten, ein Stück Zeitgeschichte:

„Die Invasion im Juni 1944 führte zur Konzentration von Planung und Ausführung auf die Großbunker bei Landsberg und Mühldorf/Mettenheim.“, erklärt Peter Müller in dem Buch „Rüstungswahn und menschliches Leid – Bewältigung und Erinnerung.“, das im örtlichen Buchhandel erhältlich ist. Der Standort Mühldorfer Hart bot für den Bau des Rüstungsbunkers die entsprechenden Bedingungen. Neben der Nähe zum Inn-Kanal zwecks Wasserverwendung, fanden die Planer auch die Kiesschicht auf der Inn-Niederterrasse, die günstig für den Bau war, sowie den angrenzende Wald für die Tarnung, den Mühldorfer Bahnhof als Verkehrsanbindung, die Nähe zu anderen Produktionsstätten und den notwendig tiefe Grundwasserspiegel dort vor.

Tausende Menschen starben für ein sinnloses Projekt

Zwölf Gewölbebögen, die eine Wandstärke von 3 m haben sollten, waren geplant, aber gebaut wurden nur sieben. In dem Bunker war die Produktion des Düsenflugzeugs Messerschmitt ME 262 vorgesehen. „Als Teil des Jägerprogramms sollten im Bunker Mühldorf und Landsberg monatlich 900 Flugzeuge im Fließbandsystem hergestellt werden.“, schreibt Peter Müller in seinem Buch. Damit erhoffte man sich, den Verlauf des Krieges zugunsten Deutschlands zu ändern. Auch wenn das notwendige Baumaterial nicht in ausreichenden Mengen vorhanden war, wurde der Bau des Bunkers weiter vorangetrieben.

Bilder des Rüstungsbunkers im Mühldorfer Hart

Zwischen August 1944 bis Mai 1945 haben über 8300 Häftlinge in Mühldorf Hart bis zum Ende ihrer Kräfte gearbeitet. Dabei kamen mehr als 2000 Gefangene unter unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben. Die toten Überreste der Häftlinge wurden nach Kriegsende in den Gedenkfriedhof in Mühldorf umgebettet. Am Ende des Krieges wurde die Bunkeranlage von amerikanischen Sprengstoffexperten bis auf einen Bogen gesprengt. Heutzutage können sich die Besucher selber einen Eindruck von der Ruine des Rüstungsbunkers machen.

Rafael Raaber

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