Mehr Platz für Autos

So könnte die Lösung der Mühldorfer Verkehrsprobleme aussehen: Vier neue Straßen

Vier rote Straßen als wichtigste Bausteine einer Lösung der Verkehrsprobleme in Mühldorf: die Westspange, die Verbindung am Kirchenfeld, die Umfahrung der Innkanalbrücke über den Bonimeiering und die Osttangente (von links). Grafik: Klinger
+
Vier rote Straßen als wichtigste Bausteine einer Lösung der Verkehrsprobleme in Mühldorf: die Westspange, die Verbindung am Kirchenfeld, die Umfahrung der Innkanalbrücke über den Bonimeiering und die Osttangente (von links).

Es sind vier große Projekte, mit denen die Stadt die Verkehrsprobleme in Mühldorf lösen möchte. Hinter einigen Maßnahmen stehen große Fragezeichen.

Mühldorf – Die Stadt will schrittweise Maßnahmen ergreifen, um die Verkehrssituation in der Stadt zu verbessern. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus kurzfristigen und eher langfristigen Maßnahmen.

Ergebnisse der Befragung liegen vor

Vor dem Stadtentwicklungsausschuss stellten Bürgermeister Michael Hetzl (UM) und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Planungsbüros „Stadt-Land-Verkehr“ die Ergebnisse der Verkehrsbefragungen vor.

Die Befragungen sind in ein Gutachten eingeflossen, aus dem sich verschiedene Maßnahmen ergeben. Einige, wie die Verlängerung der Abbiegespur an der Innkanalkreuzung oder der Bau eine Abbiegespur am Rewe in Mühldorf Nord sind bereits umgesetzt. Auf andere wird die Stadt wohl noch lange warten müssen. Das gilt vor allem für die großen und zum Teil sehr teuren Maßnahmen.

Grundsätzlich geht die Stadt von einer weiteren Zunahme des Autoverkehrs aus, sagte Bürgermeister Hetzl bei der Vorstellung der Zahlen und berief sich dabei auf bundesweite Untersuchungen. Die Befragungen in Mühldorf haben laut

Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner deutlich gezeigt, dass die große Mehrzahl der Bewegungen innerhalb der Stadt mit dem Auto vollzogen wird.

Nach ihren Angaben werden 70 Prozent aller Fahrten innerhalb Mühldorfs durchgeführt, der Rest sind Ein- und Auspendler durch Durchfahrer. Im innerstädtischen Verkehr sind 68 Prozent der Menschen mit dem Auto unterwegs, ein Teil von ihnen als Mitfahrer. Nur 15 Prozent sind mit dem Fahrrad unterwegs. Der Rest entfällt auf Fußgänger (11,5) und Busse 5,3.

70 Prozent nutzen das Auto, wenn sie in der Stadt unterwegs sind: Mit einer Haushalts- und Straßenbefragung ermittelten die Gutachter das Verkehrsverhalten der Mühldorfer.

Thema Parken ommt später

Keine Rolle spielt das Thema Parken, das viele in der Befragung als Problem genannt haben. Vorschläge für eine Verbesserung der Situation vor allem in der Altstadt soll der beschlossene Ideenwettbewerb rund um das ehemalige Sümö-Gelände bringen, der die Parksituation in der gesamten Altstadt mit analysiert. Für die Wohnbereiche soll eine Stellplatzsatzung Verbesserungen bringen, deren ersten Entwurf der Bauausschuss unlängst aber abgelehnt hat.

Das sind die großen Vorhaben:

Die Osttangente

Der erste Teil einer Osttangente ist mit der sogenannten kleinen Ostumfahrung zwischen Bürgermeister-Hess-Straße und Töginger Straße entstanden, die Trasse für den weiteren Verlauf bis zu alten B 12 wird im Flächennutzungsplan freigehalten. Mit dieser Straße könnten nach Ansicht der Verkehrsplaner alle Nord-Süd-Verbindungen in der Stadt entlastet werden, vor allem aber die Innkanalbrücke.

Für Bürgermeister Hetzl und Stadtbaumeisterin Weichselgartner ist sie die wichtigste Baumaßnahme zu Verkehrsverbesserung. Der Bau ist allerdings sehr aufwendig, da er Bahnlinien, den Inn und die alte B 12 überführen müsste. Nach Ansicht der Stadt ist der Bau die Aufgabe des Freistaats. Von dort gibt es trotz jahrelanger Bemühungen bislang keinerlei Signale, sie bauen zu wollen.

Äußere Neumarkter-Straße/Bonimeier-Ring

Äußere Neumarkter-Straße/Bonimeier-Ring. Am Rand eines möglichen Wohngebiets am Bonimeirring könnte eine Verbindungsstraße von der Inneren Neumarkter Straße am Innkanal entlang in Richtung Osten geführt werden. Über eine neue Innkanalbrücke ging es dann auf die Bürgermeister-Hess-Straße.

Diese Spange brächte Entlastung für die Innkanalbrücke. Verkehrsplaner Süßmuth betonte vor dem Stadtentwicklungsausschuss: „Das ist die am stärksten belastete Kreuzung in der Stadt“ Denn über sie werde der gesamte nördliche Stadtbereich erschlossen. „Es wäre sehr wichtig, die Spange am Bonimeierring im Hinterkopf zu behalten.“ Problem ist: Vom Grundstücksbesitzer gibt es derzeit keine Signale, dass er einer Entwicklung des Areals zustimmt.

Am Kirchenfeld

In dem neuen Baugebiet am Kirchenfeld in Mühldorf Nord soll eine Verbindung durch die geplante Siedlung in Ost-West-Richtung zwischen Harthauser Straße und der Straße Richtung Lochheim führen. Sie wäre die zweite Zufahrt für das Gebiet, in dem neben Wohnhäusern äußern auch das „Amt für ländliche Entwicklung“ und später einmal der Hochschulcampus entstehen soll.

Während die Stadtverwaltung und die große Mehrheit des Stadtrats die Straße zur Erschließung des Kirchenfelds für notwendig hält, gibt es Kritik von den Grünen. Dr. Matthias Kraft sagte „Wir wollen keine Durchgangsstraße.“ Um schnellen Verkehr zu verhindern, plant die Straße keine gerade durchgehende Straße. Eine Kurve soll verhindern, dass Autos zu schnell durch das Wohngebiet fahren.

Die Westspange

Die Westspange soll die Münchner Straße mit der alten B 12 westlich der Stadt verbinden und durch den relativ steilen Hang verlaufen. Laut Bürgermeister Hetzl ist dies eine der kompliziertesten Bauten, weil der Hang in einem relativ engen Radius überwunden werden müsste.

Laut Stadtbaumeisterin Weichselgartner sieht das Straßenbauamt die Notwendigkeit, eine Umsetzung allerdings sei technisch äußerst schwierig und würde sehr teuer. Ziel der Straße ist eine Entlastung des Stadtbergs. Laut Verkehrsplaner Süßmuth würden damit 6.000 bis 7.000 Autofahrten aus dem Stadtgebiet herausgenommen. Vor allem die Zufahrt zu den großen Märkten in diesem Bereich würde aus Süden und von Osten durch diese Spange erleichtert und Verkehr vom Stadtberg genommen.

Kommentare