Gewerkschaft und Nestlé-Belegschaft am Donnerstag

In Weiding stehen Existenzen auf dem Spiel: "Das ist unverantwortlich"

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"Das ist unverantwortlich" heißt es im "Weidinger Appell" zur geplanten Schließung des Nestlé-Labors.
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Landkreise/Polling/Weiding – „Das ist unverantwortlich“, steht im sogenannten Weidinger Appell. Der Adressat: Nestlé. Die Absender: So viele wie möglich.

„Die Beschäftigten (…) fordern hiermit die politischen Parteien, Verbände und Kirchen auf, gegenüber Nestlé zu erklären, dass es unverantwortlich ist, das Labor zum 31.12.2018 zu schließen und damit die Existenz von 85 Beschäftigten und ihren Familien aufs Spiel zu setzen.“ Das steht im sogenannten Weidinger Appell. Weder wirtschaftlich noch strategisch sei die Maßnahme zu verantworten.

"Das Labor muss erhalten bleiben"

Am Donnerstagabend ist der Großteil der Beschäftigten in Mühldorf zusammengekommen. Mit dabei auch Georg Schneider, der Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Eigentlich gibt es nicht viel Neues zu sagen. Geredet haben sie dann aber einige Zeit. Auf der einen Seite ging es um die „technischen“ Abläufe der angekündigten Schließung und auf der anderen natürlich darum, dass das Nestlé-Labor aus Sicht von Belegschaft und NGG wie auch von Günther Knoblauch mit Belegschaft erhalten bleiben muss.

Überzogene Gewinnerwartung

Das Labor arbeite seit Jahren hocheffizient, kostendeckend und erwirtschafte sogar Gewinne. Waren es 2015 noch 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es aktuell 85. Dass ihre Arbeitsplätze "im Zuge weltweiter massiver Kosteneinsparungsprojekte und für das Ziel einer überzogenen Gewinnerwartung“ gestrichen werden sollen, wollen sie nicht akzeptieren.

70 Frauen und 15 Männer arbeiten derzeit im Nesté Labor im Werk Weiding. Das Durchschnittsalter beträgt 44 Jahre. Viele sind schon 10 Jahre und länger dabei und das sehr gerne, wie am Donnerstagabend zu hören war. Ganze Lebensplanungen hängen an ihren Arbeitsplätzen und dazu die lieb gewonnene „zweite Ehe“ mit den Kolleginnen und Kollegen.

Ein Käufer muss her

„Nestle verspricht seit zwei Jahren, das Werk in Weiding zu verkaufen“, heißt es im Weidinger Appell weiter. „

Diese Bemühungen dürfen nicht aufgegeben werden und dürfen auf keinen Fall wegen überzogener Forderungen von Seiten Nestlé scheitern.“ 

Eine andere Hoffnung von Belegschaft und NGG: Nestlé macht seine „fatale“ Entscheidung rückgängig.

Bitte unterstützt uns in unserem Kampf. Nestlé muss seine fatale Entscheidung rückgängig machen. (…) postet Eure Meinung auf die Facebook Seite von Nestlé und der NGG Rosenheim“.

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