NGG spricht Warnung gegen PrimaVera aus

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Mühldorf - Nachdem die Tarifverhandlungen abgebrochen worden waren, hat die Geschäftsführung von PrimaVera einen "Coup" durchgeführt. Darauf reagierte die Gewerkschaft erzürnt.

Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen am vergangenen Montag durch die Geschäftsführung folgte jetzt deren nächster Coup. Johannes Specht von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) spricht von einem „beispiellosem Vorgehen, das an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.“

Was war geschehen? Einen Tag nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde über den erstmaligen Abschluss von Tarifverträgen für die 120 Beschäftigten der Mühldorfer Schwesterbetriebe „Ceralia“ und „PrimaVera“ informierten die Geschäftsleitungen ab Dienstagabend per Aushang, dass kein Tarifvertrag zustande gekommen sei und nun die Höhe von Zuschlägen, Urlaubsgeld, Arbeitszeit usw. in einer „Betriebsordnung“ niedergeschrieben werden solle, der der Betriebsrat dann zustimmen müsse. Dann würden neue Arbeitsverträge angeboten.

"Ein direkter Angriff auf die Stellung der Gewerkschaften"

NGG-Verhandlungsführer Specht: „Das ist ein direkter Angriff auf die Stellung der Gewerkschaften im deutschen Rechtssystem und die Betriebsverfassung: Betriebsräte dürfen nicht das verhandeln, was in den Bereich der Tarifpartner fällt. Es kann nicht sein, dass die Geschäftsführungen jetzt, wo es in den Tarifverhandlungen unbequem wurde, einfach das deutsche Modell der Lohnfindung und Aushandlung von Arbeitsbedingungen auszuhebeln versucht.“ Die Betriebsräte beider Betriebe hätten das „vergiftete Angebot“ überdies sofort zurückgewiesen, so Specht weiter. „Ich kann die Geschäftsleitungen nur eindringlich davor warnen, hier nicht weiter mit der Fackel am offenen Kerosintank zu hantieren: Es müssen in Tarifverhandlungen Kompromisse gefunden und endlich Tarifverträge vereinbart werden. Alles andere ist rechtlich unhaltbar, bietet unseren Kolleginnen und Kollegen keine Sicherheit und werden wir als Gewerkschaft nicht akzeptieren.“

Pressemeldung Gewerkschaft NGG

Rubriklistenbild: © re

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