Die Hälfte ist selbst gemacht

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Auch an einem kalten Wintertag produziert die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Stadtwerke Strom. Im vergangenen Jahr erzeugten die Stadtwerke damit mehr als 94 000 Kilowatt Strom, erklärten Geschäftsführer Rösner (rechts) und Herbert Faschingbauer, der für den Bau Anlage verantwortlich war.

Mühldorf - Mühldorf und Winhöring stellen die Hälfte des Stroms her, der in den Haushalten der beiden Kommunen verbraucht wird.

Das erklärte Stadtwerkechef Stephan Rösner vor dem Mühldorfer Stadtrat.

Auf 24 Millionen Kilowatt beziffert Rösner die Strommenge, die mit Fotovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken und Blockheizkraftwerken in Mühldorf und Winhöring, dem Geschäftsgebiet der Stadtwerke, erzeugt wird. Berücksichtigt sind dabei sowohl öffentliche als auch private Anlagen. "Dabei wurde allein durch Fotovoltaikanlagen eine CO2-Einsparung von über 9000 Tonnen erreicht."

Unter den Produzenten sind auch die Stadtwerke, die etwa ein Sechstel des in der Region erzeugten Stroms herstellen. Die größte Menge produziert das Isenkraftwerk mit 3,2 Millionen Kilowattstunden, die beiden Fotovoltaikanlagen steuern mehr als eine Million bei, der Rest stammt aus verschiedenen Blockhzeizkraftwerken. Dabei nutzen die Stadtwerke laut Rösner sowohl Strom als auch Wärme, wie er am Beispiel des Heizkraftwerke im Hallenbad verdeutlicht. 380.000 Kilowatt Strom speisen die Stadtwerke ins Netz ein und versorgen unter anderem die Grundschule und den H&M mit Wärme.

Während die Stadtwerke alle Kunden ohne Preisaufschlag mit Strom aus Wasserkraft der Salzburg AG beliefern können, nutzen Firmen laut Rösner meist Großkundentarife zu günstigeren Preisen. Nur ganz langsam vollziehe sich auch bei ihnen ein Bewusstseinswandel: "Einzelne Sonderkunden haben in den letzten Tagen Wasserkraftstrom geordert."

Neben eigenen Beratungen haben sich die Stadtwerke bis 2009 an der Finanzierung der Energie-Bürgersprechstunden des Landkreises beteiligt. Diese finanzielle Unterstützung endete, "weil der Landkreis seitdem bei Eon kauft", sagte Rösner vor dem Stadtrat.

Um Energie effizienter zu nutzen, tauschen die Stadtwerke Schritt für Schritt die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen durch Natriumdampf-Hochdrucklampen aus, die bei etwa gleicher Lichtstärke bis zu 35 Prozent weniger Energie verbrauchen. "Bis 2015 muss dieser Austausch auf Druck des Gesetzgebers erfolgt sein", sagte Rösner. Die Lebensdauer der neuen Lampen sei deutlich höher, das etwas gelblicher wirkende Licht ziehe keine Insekten mehr an.

Auch der Einkaufspreis für LED-Leuchten sei inzwischen so stark gesunken, dass sie nicht mehr wesentlich teurer sei als die Natriumdampf-Hochdrucklampen. Diese LED-Technik wollen die Stadtwerke demnächst auf Straßen in Wohngebieten testen, zum Beispiel im neuen Quartier südlich der Oderstraße.

In die Zukunft reicht eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Amberg/Weiden. Gemeinsam soll ein Energiekonzept erstellt werden, das den Ist-Stand der Energieversorgung im Bereich der Stadtwerke analysiert und damit Wege aufzeigt, wie sich die Stadtwerke als Energieproduzent und -versorger künftig positionieren könne. "Dabei geht es schlicht um die Zukunft des Unternehmens", sagte Rösner auf Nachfrage.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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