Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch Pläne für Volksfest 2021

Sommer ohne Kultur in Mühldorf verhindern: Stadt Mühldorf und Vereine uneins über das Wie

Die Bühne voll, der Haberkasteninnenhof auch: So sah das Sommerfestival Mühldorf in der Vergangenheit aus.
+
Die Bühne voll, der Haberkasteninnenhof auch: So sah das Sommerfestival Mühldorf in der Vergangenheit aus.

Einen zweiten Corona-Sommer ohne Kultur und Feste soll es nicht geben. Darüber sind sich in Mühldorf alle einig. Wie das aber aussehen soll, darüber ist in Mühldorf entbrannt.

Mühldorf – Einen zweiten Sommer ohne Kultur soll es in Mühldorf nicht geben. Wie Angebote aussehen können, darüber gibt es weit auseinandergehende Ansichten zwischen der Stadt und Kulturvereinen.

Claudia Hungerhuber (SPD) hatte die Diskussion über Kultur in Corona-Zeiten im vergangenen Herbst angestoßen, in der jüngsten Stadtratssitzung legte die Kulturreferentin nach. „Das Kulturprogramm in Mühldorf ist seit einem Jahr tot. Wann setzen sie die Ressourcen der Stadt Mühldorf in diesem Bereich endlich ein, um Alternativkonzepte zu entwickeln und umzusetzen“, fragte sie Bürgermeister Michael Hetzl (UM).

Heimische Künstler ohne Perspektive

Auf Anfrage verdeutlichte die Kulturreferentin ihn Anliegen. „Auch ich würde mir wünschen mit Freunden auf dem Altstadtfest zu feiern. Aber bei Betrachtung der aktuellen Situation erscheinen Großveranstaltungen, wie das Altstadtfest und das Volksfest, nicht durchführbar.“

Deshalb sei die Verwaltung in der Pflicht: „Die Stadt hat die Infrastruktur, die technische Ausstattung und vor allem mit dem hervorragenden Team vom Kulturamt das erforderliche Know-how, entsprechende Alternativkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.“ Hungerhuber präsentiert zwei konkrete Vorschläge. Sie regt einen „Sommer in der Stadt“ als Ersatz für Großveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Künstlern und Kulturvereinen, Gastronomie und Kaufleuten entwickelt und dezentral veranstaltet werden.

Stadt: Mehr Veranstaltungen denn je

Das Städtische Kulturprogramm könnte als Live-Übertragung oder als Open-Air-Veranstaltung durchgeführt werden. „Bei vergleichbaren Infektionsschutzauflagen, wie im vergangenen Jahr, sind damit bis zu 400 Zuschauer möglich, die sich im Freien sicherer fühlen als in einem geschlossenen Raum.“

Damit gäbe es auch eine Möglichkeit, lokalen Musikern und Kulturvereinen eine Bühne zu bieten. Denn die, das befürchtet Hungerhuber massiv, stehen bei den derzeitigen Planungen im Regen.

Die Stadt erklärt als Antwort auf eine Anfrage der Grünen, „dass das Kulturprogramm im Jahr 2021 – wenn eine Durchführbarkeit erlaubt wird – so groß ist wie noch nie.“ Dazu kämen Stadtführungen, Öffnungen des Naglschmiedturms, Altstadtfest und Volksfest. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass das Traditionsvolksfest durchgeführt werden kann“, erklärte Bürgermeister Hetzl auf Anfrage. Die Durchführbarkeit werde aus Regierungskreisen signalisiert. „Daher wird aktuell kein Alternativprogramm verfolgt.“

Vereine bitten um Unterstützung

Einige Mühldorfer Kulturvereine wollen nicht warten und haben bereits eigene Pläne entwickelt. Marianne Zollner ist Vorsitzende des Kulturschuppns.

Der Theaterverein habe eine „zermürbende Zeit“ hinter sich, auch mit gescheiterten Vorhaben im vergangenen Jahr, die wegen der zweiten Coronawelle ausgefallen seien. Die Leidenschaft der Mitglieder aber sei ungebrochen sagt Zollner, derzeit suchten sie Auftrittsmöglichkeiten im Sommer.

Einzelne, kleinere Theaterszenen sollen aufgeführt werden, an verschiedenen Orten in der Stadt.Zollner, die bis zum vergangenen Frühjahr Bürgermeisterin war, hält sich mit grudnsätzlicher Kritik an der Stadt aber zurück. Sie bedauert die derzeitige Polarisierung der Diskussion, sagt aber auch: „Manches hat man im vergangenen Jahr schon bedauert und gefragt, warum es wo anders geht und bei uns nicht.“

Symphonieorchester erwartet Hilfe von der Stadt

Josef Rixinger, Vorstand des Symphonieorchesters Mühldorf, wird deutlicher: „Ich erwarte mir nicht, dass etwas von der Stadt kommt“, sagt er. Dabei bräuchte das Orchester dringend Hilfe, vor allem bei der Suche nach einen geeigneten Proberaum, für den Tag, an dem sich die Musiker wieder treffen dürften. Der alte, die Aula der Berufsschule ist abgerissen.

Ehrenamtliche Musiker hoffen auf Auftritte

Auch für erste Auftritte seien die ehrenamtlichen Musiker auf die Stadt angewiesen. Rixingers Idee: Ein Benefizkonzert im überdachten Haberkasten-Innenhof mit verschiedenen Musikgruppen. „Es ist aber fraglich, ob uns die Stadt unterstützt oder sich überhaupt Gedanken macht“, ist Rixinger pessimistisch.

Im Stadtrat erhielt Hungerhuber von den Grünen Unterstützung. Kathrin Enzinger sagte: „Es wird kein Nachcorona geben, sondern ein Mitcorona. Es wird Möglichkeiten geben müssen, auch mit einer hohen Inzidenz Veranstaltungen möglich zu machen.“ Stefan Schinko kritisiert: „Man versteckt sich hinter Corona und es passiert nichts.“

So machen es die anderen

In vielen vergleichbaren Kommunen gab es im Sommer 2020 Kulturveranstaltungen. Zum Teil unter Federführung der Kommunen, zum Teil in Privatinitiative.

Haunzenberg, Burg Frauenstein, Rosenheim: Konzerte in einem Park, auf dem Burggelände oder auf dem Max-Josef-Platz. Zuhörer saßen laut Coronaregeln auf Stühlen, die auch zu kleinen Gruppen zusammengestellt werden konnten.

Töging: Musiksommer, Klassikkonzerte im Freien.

Burgkirchen: Kabarett im Hof des Bürgerzentrums Burgkirchen, ausverkauft trotz Regens.

Altötting:Kulturprogramm bis Oktober im Freien neben dem Kulturzentrum

Wasserburg: Biergarten mit Konzertangeboten

Kommentare