Der beste Weg zur Integration

35 Azubis im Landkreis sind Flüchtlinge

Schwindegg/Mühldorf - Derzeit absolvieren 35 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern eine Ausbildung bei IHK-Betrieben im Landkreis Mühldorf. 

15 von ihnen haben die Lehre im September begonnen. Das geht aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis kommen aus Afghanistan (15) und Somalia (4). IHK-Mitgliedsunternehmen, die Geflüchtete in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden.

Bürokratische Hürden verursachen Unsicherheit

Unternehmen im Raum Mühldorf unterstützt Integrationsberaterin Marie-Cathérine Rausch. Sie berät sie zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen, aber auch zu Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten. „Die Unternehmen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen, wenn es um die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit geht. Sowohl bei den Betrieben als auch bei den Geflüchteten gibt es jedoch große Unsicherheiten, vor allem aufgrund der vielen bürokratischen Hürden. Genau hier setzen wir als Berater mit unserer Expertise und unserem breiten Netzwerk an“, fasst Rausch ihre bisherigen Erfahrungen zusammen.

Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierter Beratung, so Rausch weiter, habe in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Das IHK-Integrationsteam wurde im Rahmen des Integrationspakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft im Freistaat geschlossen hatte, aufgebaut. 

Wirtschaftsbetriebe leisten wichtigen Beitrag zur Integration

Schwerpunkte in den Beratungsgesprächen mit den Betrieben sind die rechtlichen Aspekte zur so genannten „3 plus 2 Regelung“ und zum Arbeitsmarktzugang. Weitere häufige Herausforderungen sind vor allem im ländlichen Bereich Sprachförderangebote und Nachhilfemöglichkeiten

Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufs-schulen fordert die IHK eine Stichtagsregelung. Allen Flüchtlingen, die sich bereits in Deutschland befinden sowie beruflich qualifiziert oder in einer Ausbildung sind, soll ein gesicherter Aufenthalt über das Zuwanderungsgesetz ermöglicht werden, ohne eine vorherige Rückkehr in ihr Heimatland. 

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, ist überzeugt: „Für die Wirtschaft bedeutet die Aufnahme von Geflüchteten eine große Kraftanstrengung. Allein der Spracherwerb und die kulturelle Einbindung verlangen den Unternehmen in jedem Einzelfall viel Ausdauer und Geduld ab. Deshalb können wir als Wirtschaft und Gesellschaft zu Recht stolz sein auf die Leistung der Betriebe, ihrer Ausbilder und Mitarbeiter. Dieser Einsatz ist essentiell, um Flüchtlinge erfolgreich durch Arbeit und Ausbildung in unseren Alltag zu integrieren“. 

Bei Fragen - anrufen!

Unternehmen aus dem Landkreis, die an einer Beratung interessiert sind, erreichen Marie-Cathérine Rausch telefonisch unter (089) 5116-2055 oder per Email an rausch@muenchen.ihk.de. Für die Auswertung der Statistik wurden unter anderem die Nationalitäten der Hauptherkunftsländer laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) analysiert. Der Aufenthaltsstatus der Auszubildenden wurde dabei von der IHK nicht erfasst.

Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © dpa

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