Corona-Finanzhilfen

Steuerberater in Mühldorf und Umgebung arbeiten am Limit, Mandanten sind panisch

Ilse Preisinger-Sontag
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Ilse Preisinger-Sontag

Die Steuerberaterin Ilse Preisinger-Sontag nimmt kein Blatt vor den Mund: „Der Arbeitsalltag in meiner Steuerkanzlei ist geprägt von der Beantwortung panischer Anrufe von Mandanten die Coronahilfen beantragt haben wollen und Angst haben zu spät zu kommen“, sagt sie.

Mühldorf –Die Beruhigungsversuche – dass die Anträge laufen oder gestellt werden und das Geld bestimmt kommt – nehmen laut Preisinger-Sontag viel Zeit in Anspruch. Auch die Anträge auf Kurzarbeitergeld seien ebenfalls zeitaufwendig. Und das alles komme zur „normalen Arbeit“ hinzu.


Voraussetzungen müssen geprüft werden

In den vergangenen Wochen habe die Zahl der Corona-Anträge zugenommen, sagt Preisinger-Sontag, denn inzwischen verzeichneten auch die Unternehmen starke Umsatzrückgänge, die nicht direkt vom Lockdown betroffen seien. „Bei Betrieben müssen die Voraussetzungen für die Überbrückungshilfen geprüft werden – obwohl es möglicherweise dann doch nicht für einen Antrag reicht“, erklärt Preisinger-Sontag.


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Bearbeitung für Überbrückungshilfe ist umfangreich

Die Bearbeitung für die Überbrückungshilfen sei umfangreich und dauere entsprechend lang. „Auch die Voraussetzungen ändern sich immer wieder“, erklärt die Steuerberaterin. „Die November- und Dezemberanträge waren relativ einfach. Da nicht nur Coronaanträge bearbeitet werden können, dauert auch die Bearbeitung in der Kanzlei.“

Novemberanträge zum Teil noch nicht endgültig bearbeitet

Die Auszahlung von Vorschüssen, derzeit 50 Prozent, komme überwiegend innerhalb von 24 Stunden. Die endgültige Bearbeitung der Anträge sei derzeit im Vergleich zum Anfang schon zügig. „Zu Beginn hat dies doch mehrere Wochen gedauert“, sagt Preisinger-Sontag. Novemberanträge seien in wenigen Fällen noch nicht endgültig bearbeitet und müssten angemahnt werden.

Umfangreiche Vorarbeiten

Während die Anträge für die November- und Dezemberhilfe recht einfach seien, erfordern die für die Überbrückungshilfe umfangreiche Vorarbeiten zur Ermittlung der entsprechenden Fixkosten.

Antragsteller trägt Kosten für Steuerberater

Die Kosten für die Arbeit des Steuerberaters trägt zunächst der Antragsteller. Allerdings zählten diese zu den Fixkosten und würden mit einem Satz von bis zu 80 Prozent in die Erstattung eingerechnet. Bei der November- und Dezemberhilfe würden keine Kosten berücksichtigt. Durch die Erstattung von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes seien alle Kosten abgedeckt.

Überbrückungshilfe III ist jetzt verfügbar

„Seit vergangenen Mittwoch wurde die Überbrückungshilfe III freigeschaltet. Seitdem steht das Telefon nicht mehr still“, sagt Preisinger-Sontag. Dabei hat die neue Unterstützung lediglich verschärft, was ohnehin gilt: „Wir Steuerberater sind sehr ausgelastet.“

Einige Kollegen würden es ablehnen, sich mit Coronahilfen zu befassen. Und für die Überbrückungshilfe III gilt: „Die läuft bis Juni, das ist jetzt noch gar nicht nötig. Wenn es nicht brennt, also besser abwarten.“ Außerdem, sagt sie, sei die Plattform im Internet zusammengebrochen.

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