Nach Querelen: BRK wieder auf gutem Weg

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Der BRK-Kreisverband will künftig wieder verstärkt sein Augenmerk auf die Erste-Hilfe-Ausbildung legen.

Mühldorf - Übergangs-Geschäftsführer Josef Jung sieht den BRK-Kreisverband, nach den Querelen im vergangenen Jahr, wieder auf einem guten Weg.

Mit Optimismus blickt der designierte Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Johannes Trä, in die Zukunft. Auch Übergangs-Geschäftsführer Josef Jung sieht den Verband nach den Querelen im vergangenen Jahr inzwischen auf einem guten Weg.

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Der März ist für den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ein wegweisender Monat. Nicht nur, weil die neue Geschäftsführerin Tanja Maier zum Monatsbeginn ihre Arbeit aufgenommen hat, sondern auch weil am Freitag die Mitgliederversammlung ansteht. Es ist die erste Zusammenkunft seit der Entlassung des Geschäftsführers Marc Elsner und dem damit verbunden Rücktritt der Vorsitzenden Susanne Engelmann. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Nachwahl des Vorsitzenden.

Zweifel, dass der kommissarische Vorsitzende Johannes Trä das Amt nun auch offiziell übernehmen wird, bestehen zwar im Grunde nicht. Aber trotzdem darf man gespannt sein, wie sich der Kreisverband auf diesem Treffen präsentieren wird.

Denn das Tal, aus dem er kommt, ist tief. Die Querelen um Elsner und Engelmann sorgten monatelang für Schlagzeilen und stürzten den Verband in eine schwere Krise.

Nun soll also ein Neuanfang gelingen. Dabei gilt es nach wie vor einiges aufzuarbeiten aus der Ära Elsner, die Staatsanwaltschaft Traunstein hat die strafrechtlichen Ermittlungen übernommen (wir berichteten). "Es war ein richtiger Schritt vom Vorstand, diesen Weg zu wählen", erklärt der Altöttinger Kreisgeschäftsführer Josef Jung, der in den letzten fünf Monaten die Mühldorfer Geschäftsstelle kommisarisch geleitet hat. "Denn es braucht in diesem Zusammenhang eine neutrale, objektive Überprüfung von außen."

Noch in der ersten Jahreshälfte rechnet Jung mit einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft. Gerade im Hinblick auf die arbeitsrechtlichen Schritte des Kreisverbandes gegen Elsner wird das Ergebnis aus Traunstein mit Spannung erwartet.

Unter dem Strich wird das Verfahren nämlich auch Auswirkungen auf den Haushalt des Kreisverbandes haben. Den einen oder anderen Euro, den man sich in Sachen Abfindung und Auflösungsvertrag sparen könnte, würden die Verantwortlichen gerne an anderer Stelle einsetzen.

Denn auch wenn Jung und Trä nicht ins Detail gehen, machen sie klar: "Der finanzielle Spielraum ist eng. Der laufende Betrieb ist zwar zu hundert Prozent gesichert. Aber Investitionen stehen erst einmal hinten an." Auch, weil unter Elsners Führung "die Rücklagen massiv abgebaut" worden seien. Zahlen kommen allerdings erst im kommenden Jahr auf den Tisch, wenn im Rahmen der Mitgliederversammlung 2013 der Haushalt für die nächsten vier Jahre zur Diskussion steht.

Und so geht der Blick nach vorn. Wird Trä am Freitag zum Vorsitzenden gewählt, will er in rund drei Monaten ein Strategietreffen abhalten, auf dem man sich Gedanken über die weitere Ausrichtung des Kreisverbandes machen wird. "Nachhaltigkeit" lautet das Gebot der Stunde. Sämtliche aktuellen und künftigen Geschäftsfelder sollen einer "wirtschaftlichen und sozialen Prüfung unterzogen" und langfristig angelegt werden.

Wohin die Reise inhaltlich genau gehen wird, stehe zwar noch nicht fest. Klar sei aber, dass sich das BRK verstärkt um seinen satzungsgemäßen Auftrag kümmern will. Ein Schwerpunkt werde mit Sicherheit das Thema "Erste-Hilfe-Schulungen" sein.

Auch die BRK-Shops sollen bestehen bleiben. Gerade in diesem Zusammenhang seien - das betonen Jung und Trä ausdrücklich - auch Kooperationen mit anderen Sozialverbänden denkbar. "Erste Kontakte haben wir geknüpft", bestätigt Jung. Die Signale der Gesprächspartner seien durchweg positiv gewesen. Nur die "Mühldorfer Tafel" ist außen vor: "Die Konzepte sind schlicht zu unterschiedlich. Aber einer sinnvollen Co-Existenz steht natürlich nichts im Weg", sagt Jung, der nach eigenen Angaben in seiner Zeit als Interims-Geschäftsführer viel Zustimmung erfahren hat. "Einige Ehrenamtliche, die dem BRK den Rücken zugekehrt hatten, wollen sich nun wieder engagieren. Auch intern spürt man Aufbruchsstimmung." Mehr Transparenz sorge eben auch für mehr Vertrauen.

Eine arbeits-, aber auch lehrreiche Zeit seien die letzten Monate gewesen, sagt Jung, der sich nun wieder ganz auf seinen Kreisverband Altötting konzentrieren kann. Den Kontakt nach Mühldorf will er dennoch nicht abreißen lassen: "Es gibt durchaus Bereiche, in denen wir über Synergieeffekte Kosten sparen können." Als Beispiel nennt er die EDV-Betreuung.

Wäre der BRK-Kreisverband ein Patient, würde er ihm eine gute Diagnose ausstellen: "Der Patient war monatelang auf dem Weg der Besserung. Nun ist er wieder gesund." Auch wenn noch nicht alle Narben verheilt sind.

ha/Mühldorfer-Anzeiger

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