Letzter Lebensmitteldiscounter in der Mühldorfer Innenstadt

Nach Aus für Norma im Oktober: Wie kann es weitergehen?

Mit dem Norma an der Luitpoldallee soll im Oktober der letzte Lebensmitteldiscounter in der Innenstadt von Mühldorf am Inn schließen. Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl erklärt im Gespräch mit der Redaktion, wie es nun weitergeht.
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Mit dem Norma an der Luitpoldallee soll im Oktober der letzte Lebensmitteldiscounter in der Innenstadt von Mühldorf am Inn schließen. Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl erklärt im Gespräch mit der Redaktion, wie es nun weitergeht.

Mühldorf am Inn - Im Oktober schließt mit dem Norma in der Luitpoldallee der letzte Lebensmitteldiscounter der Innenstadt. Wir haben uns erkundigt, wie es dann weitergehen wird.

„Derzeit stehen wir in enger Abstimmung mit anderen Supermarktbetreibern, um Möglichkeiten der Nahversorgung in der Mühldorfer Altstadt zu sichern“, betont Mühldorfs erster Bürgermeister Michael Hetzl. „Wir prüfen verschiedenste Möglichkeiten.“


Mit Norma in der Luitpoldallee schließt im Oktober letzter Lebensmitteldiscounter in der Innenstadt

Mit dem Norma an der Luitpoldallee soll im Oktober der letzte Lebensmitteldiscounter in der Innenstadt von Mühldorf am Inn schließen. Schon im November 2018 hatte ein Anwohner auf der Bürgerversammlung die Befürchtung geäußert, dass es soweit kommen könnte. Dies auch, weil im Mühldorfer Norden, in Mößling, ein neuer Markt entsteht. Das Unternehmen selbst erklärte zunächst, es sei mit 470 Quadratmetern nicht mehr zeitgemäß und leide seit Jahren unter einer Fremdparkerproblematik.


In der Folge kam es zu umfangreichen Gesprächen zwischen der Stadt und Norma, von denen beide Seiten betonen, sie seien konstruktiv und gut gelaufen. „Letztendlich ist das an den Eigentumsverhältnissen gescheitert“, erklärte Norma-Expansionsleiter Thomas Schöne gegenüber unserer Redaktion. Das Grundstück des Markts gehört nicht Norma, sondern einer privaten Eignerfamilie.

Hetzl: Nahversorgung ist weiter gesichert

Es habe kein Übereinkommen für die Schaffung der nötigen Grundstückverhältnisse gegeben, welche für die Erweiterung für Markt und Parkplatzanlage nötig waren. Das wäre die Bedingung für ein Bleiben des Markts gewesen. „Die Stadt wollte nichts verkaufen, nur verpachten. Die Eigentümer wiederum nicht auf gepachtetem Grund bauen. Andererseits wollten die Eigentümer auch nicht an uns oder die Stadt verkaufen.“

Die Nahversorgung in der Mühldorfer Altstadt sei, so Hetzl weiter, momentan gesichert. „Der Umzug des Bioladens ‚Milamü‘ in ein größeres Geschäft steht an, vor Ort gibt es zwei Metzgereien, zwei Bäckereien und einen Obst- und Gemüseladen – sowie donnerstags und freitags die beiden wöchentlichen Märkte. Grundsätzlich geht es nicht nur um ältere Mitbürger, sondern wir wollen ja alle unser Auto stehen lassen und vor Ort einkaufen. Doch solch ein kleiner Supermarkt muss auch wirtschaftlich betrieben werden können, doch das ist eine Herausforderung, besonders für die Supermarktbetreiber.“

Auch in Rosenheim Schließung von Edeka

Erst wenn diese Versuche scheitern, könne man Alternativen überlegen. Aus unserer Leserschaft kam der Vorschlag auf, die Stadt könnte Einkaufshilfen für Bedürftige mit organisieren oder unterstützen. „Dazu kann ich nur die Erfahrungen aus den Anfängen der Corona-Pandemie weitergeben: Mitte März wurden ein Hilfetelefon und ein Einkaufsservice ins Leben gerufen, um Senioren und kranke Mitbürger zu unterstützen“, erklärt der Rathauschef. „Damals gab es nur wenige Mitbürger, die dieses Angebot annahmen.“

Auch andernorts gibt es ähnliche Probleme. Ab Mitte September soll in Rosenheim der Edeka-Markt in der Austraße 46 schließen. Anwohner wollen sich nun mit einer Unterschriftenliste für den Erhalt des Markt-Standorts stark machen.

Zunächst sammelten sie dazu nur Unterschriften in der Nachbarschaft. Wegen der großen Nachfrage gibt es nun auch öffentlich ausliegende Listen.

hs

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