NGG rief Frühschicht zum Streik auf

Streik an Mühle: Nun spricht die Firmenleitung

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Mühldorf - Die Gewerkschaft NGG rief die Mitarbeiter der PrimaVera-Mühle am Mittwoch zur Arbeitsniederlegung auf. Der Geschäftsführer zeigt sich davon enttäuscht.

UPDATE 16.20 Uhr: Jetzt spricht der Geschäftsführer

Am Mittwochnachmittag kontaktierte die PrimaVera-Geschäftsführung unsere Redaktion, um ihre Sicht der Dinge nach dem Streik am Morgen darzustellen.

Geschäftsführer Sebastian Huber teilte mit, dass es eine zweite Verhandlungsrunde am Dienstag eigentlich nicht gegeben habe, weil sie von der Gewerkschaft NGG zügig abgebrochen worden sei. Ein Streik sei zu diesem Zeitpunkt schon längst vorbereitet worden. So etwas sei Huber von der Gewerkschaft nicht gewohnt.

Außerdem beschwerte sich Huber darüber, dass die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung von "Löhnen unter Branchenniveau" in dem Unternehmen spreche. Das sei nicht korrekt, zumal kleine und mittelgroße Konkurrenzmühlen in der Region durchaus schlechter bezahlen würden. Einzig bei der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden liege man über den branchenüblichen 38 Stunden, jedoch habe das mit der arbeitskraftintensiven Produktion in der Mühle zu tun.

Das Unternehmen bediene spezifische Märkte mit seinen 400 Produkten und könne nicht, wie eine Industriemühle, auf große Produktionen setzen. Deshalb wolle man mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG einen Haustarifvertrag aushandeln .

Erfreut zeigte sich der Geschäftsführer jedoch, dass nicht die ganze Frühschicht gestreikt habe und einige Mitarbeiter im Dienst waren, insbesondere weil nun auch "das für uns wichtige Weihnachtsgeschäft" anstehe. Huber selbst hätte am Mittwochmorgen auch mitgeholfen und Lkw beladen.

Dagegen meldete uns die NGG am Nachmittag in einer Pressemitteilung: "Ab 5:30 stand die komplette Mühle still, die ankommende Frühschicht hat geschlossen gestreikt, die Beschäftigten aus der Verwaltung und dem Labor haben fast komplett mitgestreikt. Streikende war um 9 Uhr."

Erneut begründete Johannes Specht, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Arbeitsniederlegung mit einem Streit über wesentliche ungeklärte Fragen, wie die Arbeitszeit, das Weihnachtsgeld und Zuschläge: "Darum mussten wir jetzt unsere Entschlossenheit mit diesem ersten Streik in der Firmengeschichte beweisen. Und es war ein deutliches Signal der Belegschaft. Jetzt ist die Geschäftsführung am Zug: Wir erwarten jetzt ein deutlich aufgebessertes Angebot, sonst werden sehr schnell weitere Aktionen folgen."

Erstmeldung um 6 Uhr: NGG begründet den Streik

Es war eine Premiere bei den beiden Schwesterbetrieben „Ceralia“ (Getreideverarbeitung) und der Mühle „PrimaVera“: Erstmalig hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Sommer diesen Jahres den Abschluss von Tarifverträgen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder gefordert.

Aber diese „Premiere“ führte nun zur Eskalation: „In der 2. Verhandlungsrunde am 14. Oktober. haben uns die Geschäftsführungen ihre Vorstellungen präsentiert - und da sehen wir keine Grundlage zum Weiterreden“, so Johannes Specht von der NGG Rosenheim-Oberbayern, der die Verhandlungen für die Gewerkschaftsmitglieder der beiden Betriebe führt.

„Wir haben unter anderem bei der Frage von Weihnachtsgeld, Arbeitszeit, Zuschlägen und Urlaubstagen keinen diskutierbaren Gegenvorschlag auf unsere Forderungen erhalten – jetzt streikt am Mittwochmorgen an der Mühle PrimaVera die Frühschicht für unsere Forderungen.“

Specht erklärt: „Beide Betriebe zahlen Löhne zum Teil unter Branchenniveau und die Arbeitsbedingungen sind bislang ohne Tarifvertrag geregelt – da wollen wir endlich Sicherheit und vor allem deutliche Verbesserungen erreichen. Wirtschaftlich geht es beiden Betrieben, die im Bio-Segment groß eingestiegen sind, sehr gut. Jetzt müssen für die über 120 Beschäftigten spürbare Verbesserungen her“

mg/in24, Quelle: Pressemitteilung Gewerkschaft NGG

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