Wegen Drogenhandels in Waldkraiburg vor Gericht

Fotos und Chats werden Angeklagten zum Verhängnis

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Mühldorf/Waldkraiburg - Zwei 25-jährige und ein 31-jähriger Waldkraiburger sowie ein 23-jähriger Münchner mussten sich kürzlich wegen Drogenhandels in Waldkraiburg vor dem Amtsgericht Mühldorf verantworten. 

Einer der beiden 25-Jährigen, ein Metallbau-Azubi, wurde wegen des gemeinschaftlichen Herstellen und Handelns mit Drogen sowie deren Anbau zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Der andere 25-Jährige und der 31-Jährige wurden wegen Drogenhandels zu Haftstrafen von sechs beziehungsweise sieben Monaten verurteilt. Der 23-jährige Münchner wurde wegen der Herstellung und des Handelns mit Drogen, unter Einbeziehung einer Strafe zu der er im November des vergangenen Jahres am Amtsgericht München verurteilt wurde, zu einer Gesamtstrafe von acht Monaten verurteilt. Zusätzlich wurde seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Anfang bis Mitte Juli des vergangen Jahres wurden durch Kräfte der Operativen Ergänzungsdienste Traunstein, in Zusammenarbeit mit der Polizei Waldkraiburg sowie der Krimalpolizei Mühldorf, verstärkt zielgerichtete Kontrollen und Ermittlungen im Waldkraiburger Rauschgiftmilieu durchgeführt. Dabei konnte am 14. Juli auch das durch die vier Angeklagten betriebene Drogenlabor aufgedeckt werden. Die Polizei war darauf, laut der Anklageschrift, durch einen anonymen Hinweis aufmerksam geworden. 

"legal highs" hergestellt

Laut dem Polizeibericht stellten sie in einem chemisch aufwendigen Verfahren größere Mengen an vermeintlich legalen Kräutermischungen, sogenannten "legal highs" her, um sie anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen. Zusätzlich wurde durch die Beschuldigten gemeinschaftlich eine große Menge Marihuana angebaut und verkauft. Bei der Durchsuchung des als Labor dienenden Anwesens konnten im Wesentlichen beträchtliche Mengen an Marihuana, Cannabissamen, Kräutermischungen, sowie Chemikalien zu deren Herstellung beschlagnahmt werden. Bei zwei der Angeklagten fanden sich auch Rückstände von synthetischen Cannabinoiden in den Haaren. 

Die Staatsanwaltschaft warf den vier jungen Männern vor, das Drogenlabor bereits seit Februar des vergangenen Jahres betrieben zu haben. Alle Angeklagten sind bereits mehrfach vorbestraft. Bei der Vernehmung durch die Polizei bestritten sie teilweise, systematisch die Kräutermischungen hergestellt beziehungsweise damit gehandelt zu haben. Jedoch konnten entsprechende Utensilien, vor allem aber viel Beweismaterial auf ihren Handys sichergestellt werden. Auf den Mobiltelefonen fanden sich in einem Fall Fotos der Aufzuchtanlage für das Cannabis, sowie der Herstellungsutensilien und von Drogen. Außerdem fanden sich auf den Telefonen von drei der Beschuldigten Chat-Verläufe, die sie belasteten. 

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild/Montage)

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