Von Jettenbach bis Mühldorf

Radtour zu Renaturierung des Inns

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Mühldorf - Der Einladung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim zu einer Radtour entlang des Inn von Jettenbach bis Mühldorf im Rahmen der landesweiten Aktion des Bayerischen Umweltministeriums folgten 10 Radler.

„Mit der Befahrung“, so Michael von Berg, Abteilungsleiter im Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt, „wolle er die Maßnahmen zur Renaturierung des Flusslaufes zwischen Jettenbach und Mühldorf den interessierten Mitradlern vor Ort erklären und zeigen“.

Wurden in den 1960er Jahren aufwändige Uferbefestigungen und Versuche, den Fluss in ein festes Bett zu zwingen, als geeignete Methoden des Flussausbaus angesehen, hat sich der Umgang mit dem Gewässer seit dem grundlegend gewandelt. Seit den späten 1980er Jahren hat die Wiederherstellung eines möglichst naturnahen Flussverlaufs auch im Flussabschnitt um Mühldorf Priorität.

Unter der Bezeichnung „Neue Freiheit für den Inn“ baut das Wasserwirtschaftsamt seit 15 Jahren systematisch in Kooperation mit den Staustufenbetreibern, heute die Verbund AG, den Fluss um. Dazu werden z. B. feste Uferbefestigungen entfernt und damit das Ufer dem Fluss zur natürlichen Gestaltung überlassen. Auch werden flache Stufen anstelle steiler Absturzkanten eingebaut, wo Seitenbäche in den Inn münden. Diese Maßnahmen führen dazu, dass der Inn an einigen Böschungen Material „abholt“ und an anderer Stelle wieder „abliefert“. Besonders gut sichtbar wurde dieser Vorgang an einem auf Höhe Ebing gelegenen Ufer, das der Inn bereits um ca. 30 m abgetragen hat, während auf der gegenüberliegenden Seite Kiesbänke und feuchte Auen entstanden sind.

Die Wiederherstellung von Uferauen wie kurz oberhalb von Mühldorf bedeutet nicht nur Hochwasserschutz, sondern schafft auch Lebensraum für zahlreiche Tiere. Der neue Umgang mit dem Gewässer soll auch die weitere Eintiefung des Flusses verhindern und seine Fließgeschwindigkeit reduzieren. Dass die Maßnahmen erfolgreich sind, zeigt unter anderem der Fischbestand, der sich erfreulicherweise in den letzten Jahren deutlich erholt hat, so dass die Artenvielfalt und die Anzahl der Fische deutlich zugenommen haben. Auch wenn keine Fische zu sehen waren, konnten die Radler doch in Jettenbach einen neu geschaffenen Bachlauf in Augenschein nehmen, auf dem die flussaufwärts wandernden Fische die dortigen Wehranlagen umschwimmen können.

Nach 35 km Strecke mit weiteren Stationen, umfassenden Erläuterungen durch Michael von Berg, vielen interessanten Eindrücken und Vergnügen endete die Tour an der Inn-Fähre. Die Radler werden in Zukunft die Veränderungen des Inn mit kundigeren Augen und aufmerksam beobachten; denn spätestens nach dem nächsten Hochwasser gibt es am Fluss wieder neues zu entdecken. Wer die Tour verpasst hat, kann nächstes Jahr mitradeln oder sich ab Oktober im Kreismuseum Mühldorf einen kurzgefassten Überblick über die „Neue Freiheit für den Inn“ und seine frühere Nutzung als Wasserstraße verschaffen.

Pressemeldung Wasserwirtschaftsamt Rosenheim

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