Landrat Heimerl informierte zu aktueller Lage in Pressekonferenz

Steigende Corona-Zahlen: Mühldorf baut Teststation wieder auf

Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt (links) und Landrat Maximilian Heimerl (rechts) informierten am Freitag in einem Pressegespräch über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf.
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Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt (links) und Landrat Maximilian Heimerl (rechts) informierten am Freitag in einem Pressegespräch über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf.

Mühldorf am Inn - Landrat Maximilian Heimerl informiert am Freitag, 14. August, gegen Mittag in einem Pressegespräch über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf.

  • Das wichtigste in Kürze:
    Die Zahl der Fälle im Kreis Mühldorf ist auf einem noch niedrigen, aber steigenden Niveau. Zudem sind sie zunehmend nicht mehr auf einzelne Orte konzentriert, sondern in der Fläche verteilt.
  • Das Landratsamt richtet daher eine Teststation für Personen ohne Symptome auf dem Volksfestplatz in Mühldorf ein. Personen mit Symptomen sollen sich weiterhin an ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.
  • Das Gesundheitsamt beklagt Probleme bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, teils weil diese sich weniger kooperativ verhalten, als zu Beginn der Krise.
  • Landrat Maximilian Heimerl (CSU) appelliert an die Bevölkerung, mitzuhelfen, die Lage jetzt noch in den Griff zu bekommen.

Update, 13.25 Uhr: Das teilte das Landratsamt auf der Pressekonferenz mit

„Wir sind noch in der Phase der Appelle. Wenn die Leute mitmachen, können wir die Lage noch in den Griff bekommen", dies war sichtlich die zentrale Botschaft von Landrat Maximilian Heimerl (CSU) bei der Pressekonferenz am Freitag in Mühldorf am Inn. Noch sei die Zahl der Fälle nur niedrig, aber steigend. Besorgniserregend sei, dass sie sich zunehmend nicht mehr auf bestimmte Orte konzentrierten, sondern in der Fläche auftreten würden.


Besonders, wer aus dem Urlaub zurückkehrt solle sich testen lassen. In der Zeit bis zum Bekanntwerden des Ergebnisses solle man seine Kontakte möglichst einschränken und den Behörden im Fall eines positiven Tests aktiv bei der Ermittlung von Kontaktpersonen helfen. Letzteres sei zunehmend ein Problem geworden, beklagte Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt. Zum einen laufe die Zusammenarbeit beispielsweise mit Fluggesellschaften noch nicht optimal. Zum anderen gäbe es vor allem unter jüngeren Reiserückkehrern beispielsweise viele Uneinsichtige, die nicht gut mit den Behörden zusammenarbeiten würden.

Auf dem Volksfestplatz in Mühldorf am Inn werde nun ein Testzentrum für Personen ohne Symptome eingerichtet. Wer Symptome habe, solle sich weiterhin bei seinem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaft testen lassen. Das Landratsamt erhalte vom Freistaat zusätzliches Personal für die Kontaktverfolgung und auch das Kreisklinikum zusätzliches Personal. Im Landratsamt werde zudem eine Koordinierungsgruppe eingerichtet

Die Lage sei noch nicht dramatisch, auch gäbe es noch keine Pläne für irgendwelche Einschränkungen, betonte Heimerl. Es müsse nun abgewartet werden, wie sich die Lage weiter entwickle.

Die Pressekonferenz im Live-Video:

Update 13 Uhr: Noch keine Überlegungen zu Einschränkungen

„Wir warnen seit vielen Wochen vor dieser Entwicklung, das war absolut absehbar“, bemerkt Landrat Heimerl. „Es blieb aber nichts anderes übrig, als auf die Auswirkung zu warten und darauf dann zu reagieren. „Überlegungen zu Einschränkungen gibt es noch nicht", betont der Landrat. Es müsse zudem abgewartet werden, ob es zu einer bayern- oder nur landkreisweiten Ausweitung der Infektionen komme.

„Wir sind noch in der Phase der Appelle“, mahnt Heimerl, „Wenn die Leute mitmachen, können wir die Lage noch in den Griff bekommen.“ Es gäbe einzelne Leute, die etwas uneinsichtig seien, merkt Dr. Steingruber an. „Da schauen wir, dass sie sich an die Quarantäne halten.“

Update, 12.55 Uhr: Kontaktverfolgung ist schwieriger geworden

„Die Reiserückkehrer können alle möglichen Leute sein“, berichtet Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt. „Das sind alle möglichen Leute. Von Personen, die ihre Verwandtschaft im Ausland besuchen bis hin zu ganz ‚normalen' Touristen." Die Zusammenarbeit mit den Fluglinien laufe zudem noch nicht optimal.

„Außerdem hat sich mit dem gesunkenen Durchschnittsalter auch etwas beim Verhalten der Betroffenen geändert“, bemerkt Steingruber, „Bei den etwas älteren Leuten die zu Beginn des Jahres vor allem betroffen waren, gab es meist viel Entgegenkommen und Mithilfe bei der Kontaktverfolgung." Die durchschnittlich jüngeren Leute, die nun zunehmend vermehrt unter den Infizierten seien, würde die Zusammenarbeit dagegen nicht immer so gut laufen. Hinzu komme auch die Möglichkeit für Feiern, bei denen teilweise die Krankheit weitergegeben würde.

Update, 12.50 Uhr: Landrat appelliert an Bevölkerung

Ab der kommenden Woche werde es außerdem eine Koordinierungsgruppe im Landratsamt unter seiner Leitung geben, so Heimerl. "Das heißt aber nicht, dass die Lage schon dramatisch ist", betont Heimerl. Die Koordinierungsgruppe solle vielmehr die Arbeit in dieser Phase koordinieren.

„Vor allem aber möchte ich unbedingt an die Vernunft und Einsicht der Menschen appellieren“, so Heimerl. „Besonders Urlaubsrückkehrer sollten sich bitte unbedingt testen lassen." Es sei außerdem wichtig, in der Zeit bis Bekanntwerden des Ergebnisses die Kontakte reduziert würden.

„Die zweite Welle rollt heran“, mahnt Heimerl. „Wir müssen jetzt alle etwas dafür tun, dass wir nicht wieder eine solche Lage wie zu Jahresbeginn haben!“

Update, 12.45 Uhr: Testzentrum auf dem Volksfestplatz wird kommen

„Unser Gesundheitsamt ist jetzt im Krisenmodus“, berichtet Heimerl. Es gäbe auch Unterstützung durch den Freistaat in Form von zusätzlichen Helfern für die Kontaktverfolgung. Außerdem soll es zusätzliches medizinisches Personal geben. „Im letzeren Fall müssen wir aber noch die Stellen besetzen.“

Neben weiterhin stattfindenden Tests beispielsweise in Betrieben solle es auch wieder ein Testzentrum geben. Dieses soll auf dem Volksfestplatz aufgebaut werden. „Dort können sich dann Leute ohne Symptome testen lassen“, so Heimerl. Die Schwerpunktpraxis, die es zu Jahresbeginn gegeben habe, werde es zunächst noch nicht geben. Sie solle aber möglichst noch kommen.

„Personen mit Symptomen sollten sich dann weiterhin an ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden."

Update, 12.40 Uhr: Fälle zunehmend in der Fläche statt an Orten konzentriert

Bisher habe es nur vor allem an einzelnen Orten wie beispielsweise den Schlachthöfen in Ampfing und Waldkraiburg konzentriert gegeben. „Aber jetzt geht es in der letzten Zeit in die Fläche“, mahnt Heimerl. „60 Prozent der Infizierten waren dabei Reiserückkehrer.“ Weiterhin gäbe es Personen im Landkreis, die leichtsinniger mit der Situation umgehen. „Ich kann das auch verstehen, es ist Sommer, man will wieder hinaus, feiern." Vielfach wüssten diese Personen gar nicht, dass sie infiziert sind und würden dann für weitere Infektionen sorgen.

„Es wird jetzt tagtäglich immer mehr“, so Heimerl. „Das Durchschnittsalter der Infzierten hat sich zudem deutlich gesenkt. Seit Mitte Juli sind wir bei durchschnittlich 30,2 Jahren." Die Älteren seien weiterhin deutlich gefährdeter, aber das Alter der Infizierten gehe nach Unten.

Update 10.35 Uhr: Zahl der Neuinfektionen auf niedrigem, aber ansteigendem Niveau

„Wir sind jetzt noch in der Phase, in der wir die Bevölkerung vor allem warnen wollen", betont Landrat Maximilian Heimerl. Noch sei die Zahl der Neuinfektionen auf einem niedrigen, aber ansteigenden Niveau.

Der Vorbericht:

Es soll dabei insbesondere um die Zunahme der Fallzahlen, die Umsetzung des Ministerratsbeschlusses vom 10. August und die damit einhergehende Reaktivierung eines Testzentrums gehen.

Das Coronavirus sorgt seit nunmehr fast sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag erfahrt ihr in unserem News-Ticker.

innsalzach24.de berichtet am Freitag, gegen Mittag, aktuell über den Inhalt des Pressgesprächs.

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