Sparkasse: Geschäftsbericht 2015 vorgestellt

Ein "Es läuft gut" mit deutlichem "aber"!

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Der Vorstand der Sparkasse Altötting-Mühldorf (von links): Karl Straßer, Dr. Stefan Bill, Bernd Renschler
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Mühldorf/Altötting - Die derzeitige Niedrigzinsphase liegt der Sparkasse Altötting-Mühldorf schwer im Magen: Gut für Bausparer, schlecht für die private Altersvorsorge. 

Trotz Niedrigzinsphase sei es ein gutes Jahr 2015 für die Sparkasse Altötting-Mühldorf gewesen, so Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Bill am Montagvormittag in Mühldorf. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“. Auch die Kunden schätzen offenbar die Sicherheit und Stabilität ihres regionalen Kreditinstitutes mit dem „S“. In einer online Befragung vergaben 96% von über 1000 Teilnehmern Bewertungen von mindestens „gut“ über „sehr gut“ bis hin zu „ausgezeichnet“. Dennoch gibt es einiges, was dem Vorstand Kopfzerbrechen bereitet.

Der bürokratische Mehraufwand ist das Problem

Die Zentrale am Katharinenplatz in Mühldorf

„Die niedrigen Zinsen bringen uns in eine schwierige wirtschaftliche Lage“, begann der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Bill die Zusammenfassung des Geschäftsjahres 2015. Zudem prangerte er die Vorgaben aus Brüssel an: „Den Sparkassen werden die Kosten der von ihnen nicht verschuldeten Finanzkrise auferlegt“. Dabei seien die Sparkassen doch am Wohl des Kunden interessiert, weit mehr als die Großbanken. 

"Die zu erledigenden Stapel an Papierkram bei Kreditvergaben bereits ab 20.000 Euro beispielsweise halten nur unnötig auf“. Diese und andere bürokratische Unterlagen müssen nun direkt an die EZB gemeldet werden. „Dass die Verbraucher per Gesetz vor Überschuldung geschützt werden, ist grundsätzlich richtig“, sagte Bill, „aber das machen wir schon immer auch ohne europäische Bürokratie“. 

Bill: „Das Rentenproblem wird unterschätzt“ 

„Das Niedrigzinsumfeld mit seinen Folgen betrifft auch die Altersvorsorge“, erklärte Vorstandsvorsitzender Stefan Bill weiter. Es sei absolut notwendig für die Rente anzusparen „und wir werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass auf unsere Gesellschaft bei den demographischen Erhebungen bei diesem Niedrigzins ein gewaltiges Problem zukommt“. Von der Politik als Wirtschaftsmotor so gewollt, könne der Schuss mit den niedrigen Zinsen schon auf absehbare Zeit gewaltig nach hinten losgehen

Der Haupteingang an der Zentrale der Sparkasse Altötting-Mühldorf am Katharinenplatz in Mühldorf

So müsse ein Kunde für die private Altersvorsorge schon heute noch mehr ansparen um später weniger zu bekommen. Nichts desto weniger trotz: Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Das zeigen entsprechende Statistiken. Die Sparkasse Altötting-Mühldorf könne somit für 2015 auf ein solides volkswirtschaftliches Umfeld in der Region zurückblicken. Niedrige Energiepreise, rückläufige Teuerungsrate, die Standorte der chemischen Industrie in der Region und nicht zuletzt der gestartete Ausbau der A94 zwischen Heldenstein und Pastetten seien wichtige Wirtschaftsfaktoren für die Region und damit das Kreditinstitut Sparkasse Altötting-Mühldorf. 

Gute Nachricht für zukünftige Häuslebauer

Natürlich habe Sparen schon mal mehr Spaß gemacht, so Bill, aber es führe kein Weg dran vorbei. In punkto Bausparer sei das gerade jetzt anzuraten. "In der aktuellen Niedrigzinsphase heißt es für alle, die in den nächsten Jahren bauen wollen, jetzt das heutige Zinsniveau zu sichern".

Der Immobilienmarkt sei dagegen angespannt, die Nachfrage nach Objekten groß, das Angebot gering. "Wir suchen händeringend nach Objekten zur Vermittlung", erklärt der Vorstandsvorsitzende. Allerdings sei die Marktlage in der Region Altötting-Mühldorf bei weitem nicht so angespannt wie in den Großstädten.

Der Jahresabschluss in Zahlen:

  • Die Sparkasse Altötting-Mühldorf weist für 2015 ein Wachstum von 2,4% aus. 
  • Der Bilanzgewinn ist mit rund 2,3 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
  • Die Eigenkapitalquote lag mit 15% deutlich über der geforderten Quote von 8%.
  • Die Kreditzusagen erhöhten sich um 34% auf mehr als 351 Millionen.
  • Die durchschnittlichen Kundeneinlagen konnten um 3,1% erhöht werden. 
  • 1500 neu angelegte Girokonten stärken das Privatkundengeschäft.
  • Insgesamt betrug das betreute Geschäftsvolumen 4,3 Milliarden Euro.

„Sparkasse lernen, Sparkasse leben“

Solz sind sie auf ihre Firmen-Philosophie bei der Sparkasse Altötting-Mühldorf: Zwar sei die Zahl der Beschäftigten mit 537 leicht gesunken aber es habe keine Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen gegeben. Aktuell machen 41 junge Menschen an den verschiedenen Standorten in den beiden Landkreisen Altötting und Mühldorf eine Ausbildung bei der Sparkasse. "Wir sehen uns als zukunftsorientierten Arbeitgeber", sagte Stefan Bill. Die grundlegende Erfolgsformel sei der Mensch. Er verwies auf die mehrfache Auszeichnung der Sparkasse Altötting-Mühldorf als "Top-Arbeitgeber" sowie auf die Mitgliedschaft im Unternehmernetzwerk "Erfolgsfaktor Familie". Von einer Servicewüste und möglichen Schließungen von Filialen könne derzeit keine Rede sein.

"Mehr Mensch, Mehr Leistung, Mehr Wert"

von links: Bernd Renschler, Dr. Stefan Bill, Karl Straßer

Unter diesem Motto sieht die Sparkasse Altötting-Mühldorf insbesondere ihr Engagement in und für die Gesellschaft. So hat sie auch 2015 wieder zahlreiche soziale Projekte unterstützt und Kunst- und Kultur in der Region gesponsert. Mehr als 450 Empfänger aus den Bereichen Soziales, Bildung, Sport, Kultur und Umwelt sind es. Insgesamt hat die Sparkasse Altötting-Mühldorf 416.000 Euro bereit gestellt.

"Mit solidem Wachstum in die Zukunft"

Auch für 2016 würden die Zeichen gut stehen, so Dr. Stefan Bill: Erwartungen und Prognosen zum Kreditgeschäft erreichen, dadurch für eine bedarfsgerechte Versorgung sorgen und mit Sicherheit und Stabilität das Vertrauen der Kunden erhalten und weiter ausbauen - Das ist das Ziel.

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