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Fit für die Hitze

FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht plädiert dafür, im Landkreis Mühldorf einen Hitzeaktionsplan aufzustellen

Die Ampfinger Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht (links) hat sich mit der Wiener Klimaschutzkoordinatorin Dipl.-Ing. Sylvia Berndorfer über die Aufstellung von Hitzeaktionsplänen ausgetauscht.
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Die Ampfinger Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht (links) hat sich mit der Wiener Klimaschutzkoordinatorin Dipl.-Ing. Sylvia Berndorfer über die Aufstellung von Hitzeaktionsplänen ausgetauscht. 

Der Sommer geht, der nächste Hitze-Sommer kommt bestimmt. Der Klimawandel ist laut der FDP-Bundestagsabgeordneten und Kreisrätin Sandra Bubendorfer auch in Bayern spürbar. Wie sich die österreichische Bundeshauptstadt Wien mit einem 64-seitigen Aktionsplan fit gemacht, hat die Mühldorfer Kreisrätin in einem Gespräch mit der Landschaftsökologin Sylvia Berndorfer von der Bereichsleitung für Klimaangelegenheiten der Stadt Wien in einem Video-Gespräch erörtert. Fazit von Sandra Bubendorfer-Licht: „Der Landkreis Mühldorf sollte beginnen, einen Hitzeaktionsplan aufzustellen. Mitten in der Hitze ist es zu spät.“

Die Mitteilung im Wortlaut:

Mühldorf/Wien - Die Temperaturen steigen, besonders belastend seien immer häufiger auftretende und länger andauernde Hitzewelle, bei denen es mehrere Tage aufeinander heiß sei und in der Nacht kaum abkühle. Ein Hitzeaktionsplan schafft laut Bubendorfer-Licht die Grundlagen für eine funktionierende Zusammenarbeit im Akutfall. „Die Handlungsfähigkeit aller relevanten Organisationen, Behörden und Institutionen muss gesichert sein“, sagt die Berichterstatterin für Bevölkerungsschutz im Ausschuss für Inneres und Heimat des Deutschen Bundesstages. Es sei vorausschauend, nicht erst in der Mitte der Hitze einen Aktionsplan aufzustellen. Die österreichische Bundeshauptstadt gilt international als Vorreiter. Deshalb hat sich Sandra Bubendorfer-Licht mit der Wiener Klimaschutzkoordinatorin Sylvia Berndorfer zu einem Online-Gespräch getroffen.

Sylvia Berndorfer verweist darauf, dass ihre Abteilung 2021 den Auftrag erhalten hatte, einen Hitzeratgeber aufzustellen. Innerhalb von wenigen Monaten sei der Plan fertiggestellt worden. In einer umfassenden Runde wurde der Input aller betroffenen Abteilungen und Institutionen für eine 64-seitige Handreichung gesammelt worden. Der Wiener Hitzeaktionsplan sei kein „statisches Dokument“. Angesichts der sich rasch verändernden klimatischen Bedingungen müssten auch die Einrichtungen der Stadt rasch reagieren und ihre Maßnahmen anpassen. Berndorfer: „Dafür sorgt ein periodischer Monitoring- und Evaluationsprozess und eine klar definierte Kommunikations- und Steuerungsstruktur, in die alle Akteur*innen eingebunden sind.“

Im Wiener Plan werden 28 Schlüsselmaßnahmen gegen die Hitze aufgeführt. Vorausschauend soll gegen die Überhitzung der Stadt und der Bewältigung der Hitze vorgegangen werden. Gesundheits-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen würden auf den Ernstfall vorbereitet, um sich vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze zu schützen. Die Maßnahmen reichten von städtischen Cool Spots bis zur Etablierung von Hitzestandards für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Eine kostenlose „Cooles Wien“-App zeige eine Karte mit allen coolen Plätzen und Erfrischungsangeboten. Darin werden 1.300 Trinkbrunnen, 1.000 Parks, 75 mobile Brunnen mit Sprühfunktion oder 115 Spielplätze mit Wasserspielmöglichkeiten oder freie Badplätze an rund 63 Kilometer Ufern angezeigt.

Sylvia Berndorfer rechnet mit rund einem Jahr Vorlauf, um einen Hitzeaktionsplan aufzustellen. Alle Institutionen und wichtige private Einrichtungen sollten sich einbringen. Es sei wichtig, das Bewusstsein zu stärken. „Ein guter Hitzeaktionsplan werde jedes Jahr weiterentwickelt“, betont Berndorfer. Um alle Bevölkerungsschichten zu erreichen, schlägt Sandra Bubendorfer-Licht vor, Hitzeratgeber möglichst in einfacher Sprache abzufassen.

Hitzeaktionspläne sind laut Bundesgesundheitsministerium ein wirksames Instrument, um Menschen und Strukturen auf extreme Hitzeereignisse vorzubereiten und auf diese zu reagieren. Seit 2021 informiere die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf dem Internetportal klima-mensch-gesundheit.de zu den Auswirkungen des Klimawandels und der steigenden Temperaturen auf die menschliche Gesundheit. Es sei zu begrüßen, so Bubendorfer-Licht, dass die Stadt Straubing als Modellregion einen Leitfaden ausarbeiten werde, der auf andere Gemeinden übertragbar sein soll. Aber erst Ende 2023 sei mit einer Art Masterplan zu rechnen, mit ganz konkreten Vorschlägen, was bei Hitze zu tun sei. Es sei erschreckend, dass die Sterblichkeit der Menschen pro Grad Temperaturanstieg um etwa 3,8 Prozent ansteige. Hitzewellen und extrem heiße Tage mit Temperaturen von 38 Grad und mehr würden zunehmen.

Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Sandra Bubendorfer-Licht

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