Wiederbelebungstraining

Weitermachen, auch wenn es knack macht

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Alexander Sedlmair, Chefausbilder beim BRK, zeigte am Übungsphantom die lebensrettenden Handgriffe (Im Hintergrund von links: Dr. Martin Kahl, Bürgermeisterin Marianne Zollner, BRK-Kreisgeschäftsführerin Tanja Maier und Anton Senftl, Ausbilder beim BRK)
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Mühldorf - Das BRK zeigte den Mitarbeitern im Mühldorfer Rathaus die wichtigsten Handgriffe bei der Wiederbelebung. Anästhesist Dr. Martin Kahl fand dabei eindringliche Worte.

Bei einem Kreislaufstillstand ist schnelles Handeln gefragt. Mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung kann das Blut im Körper weiter zirkulieren und das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt. Damit möglichst viele Menschen die lebensrettenden Handgriffe kennen, bietet der BRK Kreisverband Mühldorf mehrere Reanimationstrainings an. Den Auftakt machte am Montagnachmittag eine Veranstaltung für die Mitarbeiter des Mühldorfer Rathauses.

"Haben Sie keine Angst"

Auch Bürgermeisterin Marianne Zollner trainierte am Übungsphantom

Anästhesist Dr. Martin Kahl von der Kreisklinik ermutigte die Rathausmitarbeiter, keine Angst vor der Herzdruckmassage zu haben. Dabei sollte man auf keinen Fall zu schwach drücken. "Dann kann man es lieber sein lassen", so Kahl. Angst davor, dem Patienten aus Versehen eine Rippe zu brechen, sollte man auch nicht haben. "Dieser Mensch ist jetzt nach den klinischen Kriterien tot. Haben Sie keine Angst, dass es mal knack macht."

Die Deutschen haben Nachholbedarf, was das Wissen um die richtige Reanimation angeht. 15 von 100 Menschen, die an Ort und Stelle reanimiert werden, können später lebend und ohne Gehirnschäden aus dem Krankenhaus entlassen werden. In Holland oder Skandinavien ist diese Zahl doppelt so hoch. "Dort wird schneller und beherzter zur Wiederbelebung gegriffen", so Kahl.

Wie wichtig eine beherzte Wiederbelebung ist, betonte auch Bürgermeisterin Marianne Zollner, die am Montag selbst unter Anleitung des BRK übte. Dass jemand zusammenbreche, passiere immer wieder man und dann sollte man wissen, was man tun muss, so Zollner. "Sicher können wir das Wiederbelebungstraining brauchen. Und wenn nicht, dann haben wir Glück gehabt."

"Staying alive" gibt den Rhythmus vor

Alexander Sedlmair, Chefausbilder beim Mühldorfer BRK, erklärte Zollner und den Rathausmitarbeitern Schritt für Schritt, was zu tun ist. Fünf bis sechs Zentimeter tief wird 100 mal pro Minute fest auf den Brustkorb gedrückt. Sedlmair hat einen Tipp für alle, die unsicher sind, wie schnell sie drücken müssen. "'Staying alive' von den Bee Gees - das ist der Rhythmus, in dem Sie drücken."

Helfen kann auch ein Frühdefibrillator, so ein Gerät gibt es schon am vielen Standorten, zum Beispiel im Rathaus. Der Defibrillator sagt dem Helfer sogar die Handgriffe an und prüft alle zwei Minuten, ob der Patient einen Schock braucht. Damit nimmt das Gerät dem Helfer alle Entscheidungen ab. "Wenn der Defi sagt, er braucht den Schock, dann lösen Sie ihn bitte auch aus", erklärte Sedlmair.

Reanimationstraining im Mühldorfer Rathaus

Vier Reanimationstrainings

Ob mit ohne oder Hilfe des Defibrillators: Für alle, die wissen möchten, wie man bei einem Kreislaufstillstand helfen kann, bietet das BRK mehrere Reanimationstrainings an: Am Montag, 5. Oktober, im BRK-Haus in Haag (Krankenhausstr. 9), am Dienstag, 6. Oktober, im BRK-Haus in Mühldorf (Ahamer Straße), am Freitag, 9. Oktober im BRK-Haus in Neumarkt-St. Veit (Stadtplatz 30) jeweils von 18 bis 19.30 Uhr sowie am Donnerstag, 8. Oktober, im BRK-Haus in Waldkraiburg (Mozartstraße 2) von 19 bis 20.30 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung per Telefon unter der 08631/ 3655 21 oder online unter www.kvmuehldorf.brk.de/eh erforderlich.

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