Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. tagt in Mühldorf

"Weichen in Bayern richtig gestellt"

Mühldorf - Die vbw-Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e.V. hat sich in Mühldorf zusammengefunden, um den Fortschritt des digitalen Ausbaus in Bayern zu besprechen.

Pressemeldung im Wortlaut:

Ausbau der digitalen Infrastruktur macht beachtliche Fortschritte 

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur im Freistaat, in Oberbayern und in Südost-Bayern hat in den letzten Jahren beachtliche Fortschrit te gemacht. Zeitgleich ist allerdings der Bedarf der Unternehmen aufgrund neuer technischer Möglichkeiten und Innovationen sprunghaft angestiegen. Das ist das Ergebnis zweier Studien der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. 

„Der Zugang zu schnellem Internet von bis zu 30 Mbit/s liegt in Oberbayern mit rund 94 Prozent leicht über dem bayernweiten Schnitt. Im Bereich 50 Mbit/s und mehr hat es in ländlichen Regionen mit einem Plus von 20,7 Prozentpunkten gegenüber 2017 den größten Zuwachs gegeben, hier werden 74 Prozent aller Haushalte erreicht. 

Von Kupfer zu Glasfaser und von LTE zu 5G

Die Kombination aus kommunalem Engagement und gezielten Förderprogrammen zeigt Wirkung. Ländliche Regionen im Freistaat sind deutlich besser versorgt als im Rest Deutschlands. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Als Basis für eine erfolgreiche digitale Transformation brauchen wir den Quantensprung von Kupfer zu Glasfaser und von LTE zu 5G – und das für alle überall“, kommentiert Stefan Neumann, stellvertretender Vorsitzender der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern. 

Bei der Versorgung von bis zu 100 Mbit/s weist Oberbayern mit 76 Prozent den höchsten Wert aller bayerischen Regierungsbezirke auf. Dennoch sieht die vbw hier noch Nachholbedarf. Auch die Versorgung mit Glasfaser müsse noch weiter gesteigert werden. „Immerhin 20 Prozent der Endkunden haben einen Glasfaseranschluss

Weichen in Bayern richtig gestellt

Das ist fast doppelt so viel wie im bayernweiten Schnitt. Im Zuge des bayerischen Förderverfahrens werden aktuell 11.700 Kilometer Glasfaser in unserer Region neu verlegt und so rund 136.000 Haushalte ans Glasfasernetz neu angeschlossen. Ohne die Förderpolitik der Bayerischen Staatsregierung jedoch würde sich die Lücke immer weiter öffnen. 

Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Be treibergesellschaften weiter investieren und Kommunen die Förderung nutzen und den Ausbau positiv begleiten“, betont Neumann. Nach Ansicht der vbw wurden im Freistaat die Weichen richtig gestellt. 

Erleichterungen von Seiten der Kommunen notwendig

„Hier müssen wir weiter vorankommen – und zwar in möglichst schnellem Tempo. Wir müssen das Mastenförderprogramm besser nutzen, die Netzbetreiber bei der Suche nach Funkstandorten unterstützen und den Ausbau der leitungsgebundenen Netze engagiert vorantreiben. Dabei sind auch die Kommunen gefordert, beispielsweise durch Erleichterungen im Planungs- und Baurecht. Nur wenn wir beim Ausbau der digitalen Netze auf dem Gaspedal bleiben, können wir die starke Stellung unseres Wirtschaftsstandortes erhalten“, so Neumann.

Noch immer zu viele Funklöcher im ländlichen Raum

Dr. Peter Schöttl, Vorstandsmitglied der Region Südost-Bayern des bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V. und Geschäftsführer der SILOKING Mayer Maschinenbau GmbH ergänzte: „Nicht nur die Versorgung im Bereich der kabelgebundenen Breitbandnetze hat sich in den letzten Jahren signifikant verbessert, auch hinsichtlich Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze hat sich einiges getan. 

Allerdings können wir damit nicht zufrieden sein. Es gibt leider auch in unserer Region noch zu viele weiße Flecken, wo die Gegebenheiten bezüglich unterbrechungsfreiem Telefonieren bzw. effizienter Nutzung des Internets über Smartphones den Anforderungen eines hochentwickelten Industriestaates bei Weitem nicht gerecht werden.“

Internetverbindung ist heute einer der wichtigsten Standortfaktoren

Georg Huber, Landrat des Landkreises Mühldorf am Inn, sagte: „Die digitale Infrastruktur, dazu gehören eine schnelle Internetanbindung und die Verbreitung von 5G-Mobilfunkstandards, ist heute eine der wichtigsten Standortfaktoren – sie ist sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch die Wirtschaft eine wesentliche Grundlage für die Attraktivität und damit die Zukunft unserer Region.

Beim Ausbau sind die Kommunen im ländlichen Raum gefordert mitzuwirken, hierbei sind jedoch weiterhinFördermaßnahmen ohne komplexe Antragsverfahren und mit geringem bürokratischem Aufwand gefragt. Entscheidend für den Ausbau der digitalen Infrastruktur bleibt eine Kombination aus kommunalem Engagement und gezielten Förderprogrammen.“

Die Studie „Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2019 – leitungsgebunden und mobil“ steht unter: www.vbw-bayern.de/breitbandbedarf zum Download bereit.

Die Studie „Versorgungsgrad der digitalen Infrastruktur in Bayern“ steht unter www.vbw-bayern.de/versorgungsgrad zum Download bereit.

vbw-Vereinigung der bayerischen Wrtschaft e.V.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

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