Debatte über die Musikschulgebühren

Was ist der Stadt Mühldorf die Musik wert?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Mühldorf - Der Stadtrat hat eine Erhöhung der Musikschulgebühren um 2,5 Prozent beschlossen. Ob das noch zu wenig oder viel zu viel ist, bewerteten die Räte unterschiedlich.

Der Mühldorfer Stadtrat hat bei drei Gegenstimmen eine Erhöhung der Musikschulgebühren um 2,5 Prozent zum Schuljahr 2015/2016 beschlossen. Grund dafür ist, dass die Kosten der Schule zu 55 Prozent durch die Gebühren und einen Zuschuss des Freistaats gedeckt werden sollten - ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2000 sieht dies so vor. Dieser Deckungsgrad von 55 Prozent wird aber derzeit nicht erreicht. Auch durch die Erhöhung nähert man sich diesem Wert nur ein Stück wieder an.

In der Stadtratsdebatte am Donnerstagabend gingen die Meinungen weit auseinander, ob die 2,5-prozentige Erhöhung noch zu niedrig oder vielleicht doch zu hoch sei. Stadtrat Markus Saller (UWG) plädierte für eine Erhöhung um 3 bis 3,5 Prozent. Aufgrund der gestiegenen Personalkosten komme man um eine Erhöhung nicht rum. Zugleich regte Saller an, die Strukturen der Schule zu überdenken. Dem UWG-Stadtrat zufolge sollte man sich auf die Stärken der Schule konzentrieren, etwa auf den Geigen- und den Klarinettenunterricht. Immerhin stehe die Schule in Konkurrenz zu privaten Anbietern.

Rau zum Stadtrat: "Ich kann Sie nicht verstehen"

Sein Stadtratskollege Oskar Rau (Grüne) widersprach der Erhöhung vehement. Rau stößt sauer auf, dass sich der Stadtrat an den Beschluss aus dem Jahr 2000 orientieren solle. "Die Musikschule ist Kultur und hier wird immer wieder der Beschluss zitiert, die 55 Prozent müssten wir erreichen", sagte Rau und fragte: "Halten wir uns denn an die anderen Beschlüsse?" Der Grünen-Stadtrat verwies darauf, dass auch beschlossen worden sei, keine neuen Schulden zu machen. Für Rau spart die Stadt bei der Musikschule am falschen Ende. "Jede Note", die die Schüler lernten, sei gut investiertes Geld. "Ich werde heute dagegen Stimmen, ich kann Sie nicht verstehen", sagte Rau an seine Stadtratskollegen gewandt. "Was sind wir für tolle Stadträte? Wir erhöhen nur um 2,5 Prozent." Rau erklärte, er könne den Beschluss dann mittragen, wenn es eine Diskussion über alle Gebühren gebe.

Bürgermeisterin Marianne Zollner erklärte dazu, dass der Stadt die Musikschule wichtig sei und die investierte Summe dies zeige. "Uns ist es sehr viel wert, dass unsere Kinder eine gute musikalische Bildung haben", so Zollner. Unterstützung für Rau gab es hingegen von Max Oelmeier (FM). "Wir können nicht in einem Punkt einen Beschluss wie eine Monstranz vor uns her tragen und da, wo es vielleicht um wesentlich mehr Geld geht, kümmert es uns weniger." Zugleich fragte Oelmeier, ob man sich eine Musikschule in dieser Größenordnung leisten müsse, und regte an, darüber nachzudenken, die Schule in private Hand zu geben und zu bezuschussen. Zollner sagte dazu, dass es Kinder gebe, die sich eine private Schule nicht leisten könnten.

Essl für Koppelung an Tariferhöhungen

Letztendlich blieb der Stadtrat bei der Empfehlung des Haupt- und Kulturausschusses, die Gebühren um 2,5 Prozent zu erhöhen. Zusätzlich beschloss das Gremium, sich künftig jährlich mit der Musikschule zu beschäftigen. Ein Vorschlag von Franz Essl (FM) fand keinen Eingang in den Beschluss. Essl hatte angeregt, künftig immer dann, wenn es eine Tariferhöhung im öffentlichen Dienst gibt, auch die Musikschulgebühren zu erhöhen. Durch eine Tariferhöhung steigen auch die Personalkosten in der städtischen Musikschule. Von einer Gebührenerhöhung, die an die Tariferhöhung gekoppelt ist, erhofft sich Essl, die Gebührenerhöhung gegenüber der Öffentlichkeit besser begründen zu können.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Mühldorf am Inn

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser