Bilanzpressekonferenz der Sparkasse

Dr. Stefan Bill kritisiert Niedrigzinspolitik

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Dr. Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altötting-Mühldorf, hier im Bild neben seinem Vorstandskollegen Bernd Renschler, kritisiert die Niedrigzinspolitik der EZB.
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Mühldorf - Auf der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Altötting-Mühldorf hat der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Bill vor neuen Spekulationsblasen gewarnt.

Dr. Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altötting-Mühldorf, hat im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am Dienstag vor negativen Folgen des niedrigen Zinsniveaus im Euroraum gewarnt. Seit der Finanzkrise befinden sich die Leitzinsen im Euroraum und in den USA auf einem sehr niedrigen Niveau, aktuell liegt der Zinssatz in der Eurozone bei 0,25 Prozent. Die Gründe dafür sind zum einen die Schwache Konjunktur in Südeuropa und zum anderen zuletzt ausgemachte Deflationstendenzen. Beidem soll mit den niedrigen Zinsen entgegengewirkt werden. Für Dr. Stefan Bill jedoch ist diese Zinspolitik für einige nordeuropäische Staaten wie etwa Deutschland das falsche Mittel.

"Aktienmarkt gehen die Wachstumsfantasien aus"

"Wir für Deutschland müssten sagen, wir brauchen längst höhere Zinsen", erklärte Bill auf der Bilanzpressekonferenz. Niedrige Zinsen neigten zur "Blasenbildung" und seien alles andere als gesund, so der Sparkassenvorstand. Die Gefahr eine neuen Spekulationsblase sieht Bill in mehreren Märkten gegeben. "Dem Aktienmarkt gegen die Wachstumsfantasien aus", sagte der Sparkassenvorstand. Man könne darüber diskutieren, ob dort noch Luft nach oben sei.

Doch auch den Immobilienmarkt hat Bill im Blick. Immobilienkäufe seien getrieben von der Unsicherheit des Euro oder weil sich jemand etwas Gutes tun möchte, indem er sich ein schönes Haus kauft - oder aber, weil Mietrendite erzielt werden soll. "Die Preise sind gestiegen, die Mietrendite ist gesunken", sagte Bill. Sollten die Ansprüche an die Mietrendite steigen, werde dies "Bremsspuren" hinterlassen, warnte der Sparkassenvorstand.

Bill kritisiert "One fits all" bei der Bankenregulierung

Daneben verweist Bill auf die aufstrebenden Märkte, etwa in Brasilien. In den letzten Jahren sei viel Geld in diese Märkte geflossen. Auf Ankündigungen möglicher höherer Leitzinsen hätten diese Märkte bereits mit "Nervosität" reagiert, befindet Bill.

Auch die Bankenregulierung bereitet dem Sparkassenvorstand Kopfzerbrechen, schlicht weil er die Regelungen der Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht für angemessen hält. Er erkenne die Tendenz zum "One fits all", so Bill. Man kenne in Europa das angelsächsische Modell und wende die darauf ausgelegten Regeln auch auf Regionalbanken an - nach Ansicht des Sparkassenvorstands zu Unrecht: "Der Aufwand, den man betreiben muss, steht in keinstem Verhältnis zu dem, was es an Sicherheit bringen soll."

Eigenkapitalquote liegt weit über den Vorgaben

Stößt die Finanzpolitik teilweise auch auf den Widerspruch der Sparkasse Altötting-Mühldorf, steht das Geldhaus doch insgesamt sehr gut da. Die Bilanzsumme der Sparkasse hat sich leicht auf 2.336,7 Millionen Euro erhöht. Die Ertragslage erwies sich als stabil, der Provisionsüberschuss konnte 2013 deutlich von 11,5 Millionen Euro auf 12,8 Millionen Euro zulegen und der Zinsüberschuss ging trotz des niedrigen Zinsniveaus nur leicht auf 45,8 Prozent zurück (2012: 46,9 Millionen Euro).

Weil die Sparkasse zugleich die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um gut eine Million Euro auf 39,5 Millionen Euro senken konnte, weist die Bilanz nach Steuern einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro aus. Stolz zeigte sich Bill auch auf die starke Eigenkapitalquote der Sparkasse in Höhe von 15 Prozent, was deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen 8 Prozent liegt.

Die Sparkasse präsentiert ihre Jahresbilanz

30.000 Euro für Feuerwehr, BRK und THW

Das Geschäftsjahr 2013 war auch geprägt von einer Reihe Renovierungen: Die Filialen in Altötting, Teising und Kirchweidach bekamen ein neues Gesicht. Auch auf dem Gebiet der Spenden und des Sponsoring war die Sparkasse Altötting-Mühldorf 2013 wieder sehr aktiv. Insgesamt 464.000 Euro flossen vergangenes Jahr in verschiedene Projekte auf den Gebieten Sport, Kultur, Denkmalpflege, Soziales, Bildung und Umweltschutz.

Aufgrund des Hochwassers im Sommer letzten Jahres erhielten beispielsweise im Dezember die Kreisfeuerwehrverbände in Altötting und Mühldorf sowie BRK und THW in beiden Landkreisen jeweils 5000 Euro.

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