Pressebericht AOK Bayern

Spahn-Gesetz ist "Irrsinn" - MdB Erich Irlstorfer zu Gast im AOK-Beirat

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Gesundheitspolitiker MdB Erich Irlstor- fer (3. v. l.) zu Gast im Beirat der AOK Altötting/Mühl- dorf. Es begrüßen ihn die Vorsitzenden Stefan Mooshu- ber (re.) und Thomas Steger (li.) sowie Direktor Andreas Santl.

Mühldorf - Er ist Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags und damit nicht nur ein profunder Kenner, sondern auch ein wichtiger Player in der deutschen Gesundheitspolitik: Erich Irlstorfer aus Freising. Er besuchte den Beirat der AOK-Direktion Altötting/Mühldorf.

Die Beiräte bringen bei der AOK die Interessen der Ver- sicherten und ihrer Arbeitgeber ein. Die Vorsitzenden des Gremiums, Stefan Mooshuber und Thomas Steger, sowie Direktor Andreas Santl hatten Irlstorfer zu ihrer letzten Sitzung eingeladen, um über wichtige Entscheidungen in Berlin zu informieren und Fragen zu beantworten, die in unserer Region wichtig sind. Ein zentraler Baustein seiner Ausführungen beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Spahn, der eine bundesweite Öffnung aller regionalen Kassen vorsieht.

„Hört sich gut an, hat aber seine Tücken“ hatte Mooshuber schon im Vorfeld öffentlich geäußert und zu bedenken gegeben, dass eine bundesweite Öffnung der regionalen AOKen zu Fusionen und einem Rückzug aus der Fläche führen würde, wie es bei anderen bundesweit tätigen Krankenkassen seit Jahren auch in unserer Region zu beobachten sei. Direktor Santl formulierte die Befürchtung, dass der AOK Bayern in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung fehlen würde. Irlstorfer bezeichnete den Gesetzentwurf Spahns als „Irrsinn“ und zeigte sich optimistisch, dass er so nicht durch das Gesetzgebungsverfahren kommen wird, wie er jetzt vom Minister im Kabinett eingebracht worden ist.

Er sah in der Neuregelung keinen einzigen Vorteil für die Versicherten – aber viele Nachteile für die Gesundheitsversorgung, vor allem in ländlichen Regionen. Er ermunterte die Gesundheitskasse, weiterhin Präsenz vor Ort zu zeigen. Er sei davon überzeugt: „Wer in schwierigen Situationen für seine Kunden da ist, der macht auch langfristig das Geschäft“. Auch die Beiräte sparten bei der Fragerunde nicht mit Kritik am Vorgehen des Gesundheitsministers. In seinem Alleingang ohne Einbindung der Verwaltungsräte der Krankenkassen sah Beiratsmitglied Günter Zellner einen Angriff auf die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.

Irlstorfer konnte diese Sicht gut verstehen und sagte – an die Adresse des Ministers gerichtet – dass man sich entscheiden müsse, ob man eine Selbstverwaltung haben möchte – und sie dann auch bei wichtigen Entscheidungen einbinden muss - oder nicht. Direktor Santl und die Beiräte dankten dem Gesundheitspolitiker für seine offenen Worte. „Der Besuch war ausgesprochen informativ und der Austausch war wichtig“, bestätigten sie unisono.

Pressemitteilung AOK Bayern – Die Gesundheitskasse Direktion Mühldorf

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