Umweltminister Huber als Unkenbotschafter Heldenstein

"Ich bin Gelbbauchunkenschützer"

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Umweltminister Dr. Marcel Huber bekommt von Dr. Andreas Zahn vom BUND Naturschutz das „Unkenschützer“-Shirt überreicht.

Mühldorf - Um dem Auftrag zum Artenschutz Folge zu leisten und die Lebensräume der Unke zu erhalten, werden von dem Projekt "Allen Unkenrufen zum Trotz" verschiedene Maßnahmen gefördert.

„Ich bin Gelbbauchunkenschützer“ prangt auf einem farbenfrohen T-Shirt, das Umweltminister Dr. Marcel Huber von der Mühldorfer Kreisgruppe des BUND Naturschutz in der vergangenen Woche überreicht wurde. Anlass war die Feier zum Jubiläum „20 Jahre BUND Naturschutz Kiesgrube“. In dieser durch Weidetiere gepflegten, ehemaligen Abbaustelle wurden über eine Förderung aus dem Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ Gewässer für die Gelbbauchunke angelegt

Sie ist eine faszinierende Amphibienart, deren Bestände in Bayern leider dramatisch abnehmen. Da ein großer Teil der Weltpopulation der Gelbbauchunke (Bombina variegata) in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung. Durch das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“, das Teil des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ ist, wird dieser Verantwortung Rechnung getragen. 

Minister Huber freute sich über die Ernennung zum Botschafter in Sachen Gelbbauchunke: „Artenschutz ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Hierzu braucht es Lebensraum für seltene und gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke. Das Projekt in Freising steht vorbildlich für die Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft. Ein einzigartiges Biotop bietet auch in Zukunft diesen seltenen Tieren einen wertvollen Lebensraum.“ Den Vorschlag, das T-Shirt auf einer Kabinettssitzung zu tragen, wollte er jedoch noch überdenken. 

Im Rahmen des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ fließen in fünf Jahren insgesamt 670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen, so dass sich die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst verbessert haben werden. Die Gelbbauchunke fühlt sich in kleinen Gewässern, Quelltümpeln, Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren wohl: hier legt sie ihre Eier ab. Doch durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind diese Laichgewässer immer weniger geworden, und in der Folge auch die Tiere. 

Ziel ist es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen, um die Unkenwanderung wieder zu ermöglichen. Dazu braucht es engagierte Grundeigentümer und Kiesabbauunternehmen, sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden wie Gemeinden und Schulen. Mit im Boot sind auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Projekts beitragen können. 

Träger des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sind die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg- Schrobenhausen, der BUND Naturschutz in Bayern e. V. mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf a. Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm. Die Landkreise Altötting, Freising, Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz e.V. haben zum Zweck der Umsetzung des Projektes eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat.

Pressemeldung BUND Naturschutz Kreisgruppe Mühldorf/Inn

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