Pflegestützpunkt in Mühldorf

„In Würde altern ist ein Grundrecht“: Beratungsstelle in Mühldorf startet im Frühling

Am 25. Januar wurde ein Stützpunktvertrag für die Pflegesituation in Mühldorf am Inn unterzeichnet. Dieser soll helfen das bisherige Pflegeangebot zu ergänzen und Hilfesuchende in Betreuungsfragen aufklären.

Die Mitteilung im Wortlaut:


Mühldorf am Inn - Bezirkstagspräsident Josef Mederer, der Mühldorfer Landrat Max Heimerl sowie AOK-Direktor Andreas Kochbeck haben die Weichen für die Gründung eines gemeinsamen Pflegestützpunktes gestellt. Im Landratsamt Mühldorf unterzeichneten sie am 25. Januar den erforderlichen Stützpunktvertrag. Dieser wird nun an die weiteren beteiligten Kranken- und Pflegekassen zur Unterschrift versandt. Der Pflegestützpunkt startet am 1. März mit seiner Arbeit.

Den formalen Beschluss für den Pflegestützpunkt in Kooperation mit Bezirk und Kassen hat der Kreistag Mühldorf im Juli 2020 gefasst. Der Landkreis wird den Pflegestützpunkt als Anstellungs- und Betriebsträger betreiben. Die Kosten übernehmen zu zwei Dritteln die Pflege- und Krankenkassen; das verbleibende Drittel teilen sich jeweils zur Hälfte der Landkreis Mühldorf und der Bezirk Oberbayern.


Organisatorisch ist der Pflegestützpunkt dem Fachbereich Soziale Sicherung, Senioren und Behinderte im Landratsamt Mühldorf (Töginger Straße 18, 84453 Mühldorf a. Inn) zugeordnet. Dort ist er auch räumlich untergebracht. Darüber hinaus sind Außensprechtage in den Bürgerbüros Waldkraiburg, Neumarkt-St. Veit und Haag in Oberbayern geplant.

Dank für die Zusammenarbeit

Bezirkstagspräsident Josef Mederer dankte allen Beteiligten für die „sehr gute Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene“. Mederer sagte: „Auf das Ergebnis unserer Verhandlungen können wir alle sehr stolz sein. Der Pflegestützpunkt Mühldorf ist auf der Zielgeraden. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten dort künftig eine wohnortnahe, neutrale und unabhängige Beratung aus einer Hand. Die Informationsangebote orientieren sich am Bedarf der ratsuchenden Menschen. Wir als Bezirk beteiligen uns daran finanziell und ergänzend mit einer Vor-Ort-Beratung zu unseren Leistungen in der Hilfe zur Pflege und der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit zum Wohl der Menschen im Landkreis.“

Ergänzung zum bisherigen Angebot

Laut seinem Betriebskonzept versteht sich der Pflegestützpunkt als erste Anlaufstelle, um ratsuchende Menschen bei allen Fragen rund um die Pflege zu unterstützen. Die qualifizierte Pflegeberatung im Rahmen des Stützpunktes ist eine Ergänzung zum bereits bestehenden Beratungsangebot der Fachstelle für Senioren am Landratsamt rund um das Thema Wohnen und Hilfen im Alter. Dabei kann auf die Expertise der Fachstelle für Senioren einschließlich der Seniorenbeauftragten in den Städten, Märkten und Gemeinden sowie auf das bestehende Netzwerk Pflege und Beratung aufgebaut werden.

Mühldorfs Landrat Max Heimerl erklärte: „In Würde altern ist ein Grundrecht. Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen ist für Familien eine große Herausforderung–verbunden mit vielen Fragen und Unsicherheiten. Mit dem Pflegestützpunkt möchten wir bei individuellen Anliegen schnell und kompetent Unterstützung leisten. Der Landkreis Mühldorf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem einzigartigen Kompetenzzentrum für Pflege entwickelt.

Der Pflegestützpunkt ist ein wichtiger Schritt, um die Information der Betroffenen und Angehörigen weiter zu verbessern.“ AOK-Direktor Andreas Kochbeck betonte: „Wir begrüßen die Errichtung eines Pflegestützpunktes im Landkreis Mühldorf. Damit werden alle betroffenen Menschen Zugang zu einer ortsnahen, kostenfreien Pflegeberatung haben. Für unsere Versicherten ist der Pflegestützpunkt eine Angebotsergänzung zur AOK-Pflegeberatung, die wir unseren Kunden im Landkreis Mühldorf bereits seit über 10 Jahren anbieten – telefonisch, in unseren Geschäftsstellen Mühldorf und Waldkraiburg oder zu Hause.

Der Bedarf ist groß: Über 1300 Beratungen haben die beiden AOK-Pflegeberaterinnen im Jahr vor Corona in unserem Direktionsgebiet, das sind die Landkreise Mühldorf und Altötting, durchgeführt. Die AOK-Direktion Mühldorf steuert bis zu 75.000 Euro pro Jahr zum Pflegestützpunkt bei. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und werden uns regelmäßig austauschen und gegenseitig unterstützen.“

Auch für Bezirksrätin Claudia Hausberger ist die Vertragsunterzeichnung ein Meilenstein: „Ich freue mich, dass wir hier mit der Einrichtung eines Pflegestützpunktes eine Bündelung des Wissens rund um die Pflege schaffen. Unsere Bürgerinnen und Bürger, insbesondere ältere Menschen sowie deren Angehörige, erhalten damit wohnortnah eine umfassende und unabhängige Beratung und Unterstützung „aus einer Hand“. Wir als Bezirk Oberbayern haben uns seit längerem eingesetzt, dass wir in Kooperation mit den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie den Kranken- und Pflegekassen dieses Angebot vor Ort schaffen können. Deswegen bin ich nun sehr froh, dass auch in unserem Landkreis mit der Unterschrift der Startschuss gefallen ist.“

Beratung vor Ort des Bezirks Oberbayern

Der Bezirk Oberbayern bringt sich bereits seit Oktober 2020 ergänzend mit seiner Beratung vor Ort ein. Beim wöchentlichen Sprechtag des Bezirks können sich die Bürgerinnen und Bürger wohnortnah insbesondere zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen und zur Hilfe zur Pflege beraten lassen. Derzeit berät die für Mühldorf zuständige Mitarbeiterin des Bezirks, Christine Deyle, wegen der Corona-Pandemie nur telefonisch. Beratungstag ist jeweils am Mittwoch. Sobald es die Situation zulässt, ist die Beraterin wieder jeden Mittwoch in Mühldorf vor Ort. Neben der offenen Sprechzeit von 10 bis 12 Uhr sind auch wieder persönliche Terminvereinbarungen sowie bei Bedarf Hausbesuche möglich.

Weitere Stützpunkte in Oberbayern

Weitere Stützpunktverträge in Oberbayern wurden bereits für das Berchtesgadener Land, Ebersberg, Erding, Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt, Landsberg am Lech, Neuburg an der Donau und Traunstein unterzeichnet. Hier berät der Bezirk Oberbayern bereits größtenteils vor Ort.

Pressemiteilung Landratsamt Mühldorf am Inn

Rubriklistenbild: © Landratsamt Mühldorf am Inn

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