Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erfahrungsaustausch

Netzwerktreffen frühe Kindheit im Haberkasten thematisiert Herausforderungen für Familien

Die Referentinnen und die Fachkräfte aus dem Netzwerk frühe Hilfen trafen sich im Haberkasten zum Erfahrungsaustausch.
+
Die Referentinnen und die Fachkräfte aus dem Netzwerk frühe Hilfen trafen sich im Haberkasten zum Erfahrungsaustausch.

„Von der Krise ins Glück – und zurück? Familie mittendrin!“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der KoKi – Netzwerk frühe Kindheit aus dem Amt für Jugend und Familie Fachkräfte aus den frühkindlichen Einrichtungen und Beratungsstellen im Landkreis in den Haberkasten einlud. Erstmals wurde die Veranstaltung auch per YouTube Live Stream übertragen.

Die Meldung im Wortlaut:

Mühldorf a. Inn - Die aktuellen Herausforderungen für Familien werden zunehmend vielfältiger: Familienformen, Paarbeziehung und Elternschaft haben sich verändert und sind mit hohen Erwartungen verbunden Zusätzlich brachte die Corona-Pandemie Familien durch die Vielzahl an Einschränkungen an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Beim Netzwerktreffen standen deshalb die Fragen im Mittelpunkt, wie sich die Veränderungen auf das Familienleben auswirken und welche Bedeutung die letzten Krisen-Jahre für die frühkindliche Gesundheit und Entwicklung von Kindern haben? Dazu holten sich die Veranstalter zwei Expertinnen ins Boot:

Dr. Alexandra Langmeyer, Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern“ am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München, ging in ihrem Vortrag auf die Veränderungen im Familienleben und dessen Rahmenbedingungen ein. Sie thematisierte die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben von Müttern und Vätern und referierte über das Familienleben in besonderen Lebenssituationen wie Armut, Migration, aber auch während der Corona-Pandemie. Neben den Auswirkungen der Veränderungen auf die Eltern arbeitete sie insbesondere auch die Bedeutung für die Kinder heraus.

Dr. Anna Friedmann, stellvertretende wissenschaftliche Leiterin am Lehrstuhl für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München, beleuchtete in ihrem Referat anhand von zahlreichen Studiendaten die Auswirkungen der Krise auf die frühkindliche psychische Gesundheit, auf die sozial-emotionale, kognitive und motorische Entwicklung von Kleinkindern. Anschließend stellte sie ihre Ergebnisse in den Kontext auf das gesamte familiäre Wohlergehen und gab Tipps, welche Schutzfaktoren bei Familien jetzt relevant sind und gestärkt werden sollten.

Beide Referentinnen waren sich einig, dass sich die Auswirkungen der Pandemie auf Eltern und Kinder bereits jetzt erkennen, aber noch schwer abschätzen lassen. Deutlich wurde in den letzten Jahren, dass die Anforderungen an Eltern in Bezug auf Förderung, Erziehung und Bildung stetig stiegen. Gleichzeitig wird beobachtet, dass sich die individuellen Ressourcen reduzieren. Im Pandemieverlauf stieg der Elternstress nachweislich an. Wissenschaftliche Ergebnisse belegen bereits jetzt Auswirkungen auf die kognitive und soziale Entwicklung insbesondere bei Kindern unter einem Jahr.

Aus Sicht der Expertinnen braucht es jetzt einen guten Blick auf die psychosoziale Belastung von Familien. Dies erfordert unter anderem eine an die Familien und ihre Lebenslagen angepasste Infrastruktur. Um die Eltern-Kind-Beziehungen zu stärken, braucht es die emotionale Verfügbarkeit der Eltern. Familien sollten auch dafür sensibilisiert werden, welchen Einfluss die Mediennutzeng auf die Eltern-Kind- Interaktion hat.

Im anschließenden Podiumsgespräch mit den Referentinnen und mit Fachkräften aus dem Netzwerk Frühe Hilfen im Landkreis Mühldorf a. Inn wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen verknüpft und auf die Situation in Mühldorf vor Ort übertragen. Diskutiert wurde zudem, welchen Beitrag das Netzwerk frühe Hilfen leisten kann, um Familien gut zu begleiten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Frau Dr. Carolin Jürgens, Leiterin der Stabstelle Bildungsmanagement – Lernen vor Ort im Landkreis Mühldorf a. Inn.

Die anwesenden Fachkräfte waren sich einig, dass es nun notwendig ist, die Familien emotional gut zu begleiten und ihnen Begegnungsangebote in Präsenz und vor Ort zur Verfügung zu stellen. Zudem werden Familien verstärkt auf bestehenden Beratungs- und Entlastungsangebote der Frühen Hilfen im Landkreis Mühldorf a. Inn hingewiesen.

Auch KoKi, als Fachstelle für Frühe Hilfen im Landratsamt und eine erste Anlaufstelle für werdende Eltern und Eltern mit Kindern von null bis sechs Jahren, unterstützt und berät zu allen Anliegen rund um das Kind und Familienleben.

Die Mitarbeiterinnen sind telefonisch unter Tel: 08631/699-421 oder per Email unter koki@lra-mue.de zu erreichen. Ausführliche Informationen sind zu finden unter koki.lra-mue.de.

Pressemeldung des Landratsamt Mühldorf a. Inn

Kommentare