Bildungsmesse Inn-Salzach 2015

"Es geht nicht allen Menschen so gut"

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"Schaut's genau hin", hatte Staatsminister Dr. Marcel Huber zur Eröffnung der Bildungsmesse gesagt. Dieser junge Mann (links) nahm ihn beim Wort, und griff am Stand des Metallhandwerks selbst zum Hammer
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Mühldorf - Die Bildungsmesse Inn-Salzach 2015 ist eröffnet. Landrat Georg Huber und Staatsminister Dr. Marcel Huber nahmen dies zum Anlass für einige mahnende Worte.

Mit 105 Ausstellern verzeichnet die Bildungsmesse Inn-Salzach, die heuer in ihr zehntes Jahr geht, einen absoluten Rekord. Am Freitag und am Samstag, 17. und 18. April, präsentieren sich im Mühldorfer Stadtsaal und auf dem Volksfestgelände jeweils von 9 bis 16 Uhr Aussteller aus Industrie, Handel, Handwerk, Banken sowie verschiedene Bildungsträgern den Besuchern. Hinzu kommt ein Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Handwerksvorführungen. Ein optimales Angebot zur Berufsorientierung, findet Staatsminister Dr. Marcel Huber, der dies in seiner Ansprache zum Anlass für einige mahnende Worte nahm.

"Schaut's genau hin"

Alle Infos zur Bildungsmesse gibt es hier!

"Es geht nicht allen Menschen in Europa und auf der Welt so gut", sagte Huber. Nicht überall könnten sich die Menschen ihren Beruf aussuchen - ganz im Gegenteil. Auf dem Balkan etwa - von dort kamen zuletzt viele Asylbewerber nach Deutschland - gebe es eine Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent. Asylsuchende aus dem Balkan hätten ihm gesagt: "Wissen Sie, wir suchen jeden Strohhalm", erzählte der Minister. Die Zustände in Deutschland seien für die jungen Leute hingegen "paradiesisch".

Landrat Georg Huber (links), Staatsminister Marcel Huber (rechts) machten sich nach der Eröffnung selbst ein Bild von der Messe. Ebenso die vielen anderen Besucher aus der Politiker, wie hier Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch

Hubers Erwartung an die Jugendlichen ist deshalb, dass sie sich beruflich sorgsam orientieren. "Schaut's genau hin, was ihr euch aussucht", sagte der Minister. 40 Jahre im falschen Beruf könnten "ganz schön lästig werden". Von der Bildungsmesse verspricht sich Huber ein "Matching" von Bewerbern und Ausbildern. Es gehe darum, die richtige Person auf den richtigen Posten zu bekommen. Ein schwieriges Vorhaben, wie auch Bürgermeisterin Marianne Zollner in ihrer Ansprache sagte. "Es ist heutzutage schon ein Kampf geworden um die besten Lehrlinge", so Zollner.

Zukunft der Bildungsmesse war offen

Unterschiedlichste Arbeitgeber sind auf der Messe vertreten - unter anderem auch die Polizei

Das die Unternehmen auch heuer wieder auf der Bildungsmesse um die besten Lehrlinge kämpfen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Wie Landrat Georg Huber in seiner Ansprache sagte, habe es nach der letzten Messe eine Diskussion gegeben, ob es überhaupt wieder eine Bildungsmesse geben solle. Letzten Endes hätten die meisten aber gefordert, die Messe weiterzuführen und zu überlegen, wie man sie ein bisschen "lebendiger" gestalten könnte.

Huber betonte, wie wichtig Investitionen in die Bildung seien - und verwies auf die 40 Millionen Euro, die der Landkreis Mühldorf in den kommenden Jahren in die Bildungsinfrastruktur investiert (in die Berufsschulen und das Gymnasium in Gars). Dieser Betrag werde sich in den nächsten Jahren über Steuereinnahmen auch wieder in der Region einfinden, sagte der Landrat.

FOS/BOS: Kommt der Zweckverband?

Bei vielen Ausstellern, wie hier beim Metzgereihandwerk, gibt es einiges zu bestaunen (Anmerkung: Die Flamme ist gewollt, hier wird flambiert)

Bezüglich der Zukunft der Fach- und Berufsoberschule kündigte Huber an: "Hier wird es in absehbarer Zeit eine Kooperation, einen Zweckverband mit dem Landkreis Altötting geben." Dieser Zweckverband wäre der neue Träger des Sach- und Investitionsaufwands für die FOS/BOS-Standorte. Die beiden Landkreise könnten sich dann die Kosten je nach Zahl der Schüler teilen. Wie der Alt-Neuöttinger Anzeiger berichtet, lobte Altöttings Landrat Erwin Schneider, der auf der Bildungsmesse von seinem Stellvertreter Stefan Jetz vertreten wurde, die Idee bereits. Ein Zweckverband könnte Zuschuss-Vorteile bringen, so die Einschätzung Schneiders.

"Die Asylbewerber wollen mitgenommen werden"

Landrat Huber appellierte an Wirtschaft und Gesellschaft, allen jungen Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Auch Asylbewerbern könnten die Wirtschaft stärken. "Sie warten nicht auf den Sozialstaat, aber sie wollen mitgenommen werden", sagte Huber. Auch die Förderschüler hat der Landrat im Blick: "Wir brauchen diese Menschen, uns darf kein junger Mensch verloren gehen."

Staatsminister Huber kündigte an, die Arbeitsmöglichkeiten für Asylsuchende verbessern zu wollen. In den nächsten Wochen werde es in der Staatskanzlei einen Runden Tisch mit Vertretern von Wirtschaft, Arbeitsverwaltung und Flüchtlingen geben.

Ein Rundgang über die Bildungsmesse:

Rundgang über die Bildungsmesse Inn-Salzach

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