Landratskandidat Georg Huber (CSU)

Huber: "Wir müssen offen zusammenarbeiten"

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Georg Huber (CSU) möchte auch 2014 wieder zum Landrat gewählt werden. Es wäre
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Mühldorf - Keine dritte Realschule, aber eine Krankenhausfusion? Diese Pläne hat Landrat Georg Huber (CSU) für die kommenden sechs Jahre im Falle eines Wahlsiegs:

Seit zwölf Jahren ist Georg Huber (CSU) nun schon Landrat in Mühldorf, am Sonntag will er den Grundstein für weitere sechs Jahre im Amt legen. Huber muss sich gleich vier Herausforderern stellen: Cathrin Henke (Grüne), Peter Huber (UWG), Loredana Pacello (FDP) und Alexander Will (SPD). Unsere Redaktion hat drei von ihnen in den letzten Tagen vorgestellt. Sie erläuterten ihre Ideen für den Landkreis, sparten nicht mit Kritik, fanden aber auch lobende Worte für die bisherige Politik im Landkreis.

Großes Thema war für alle von ihnen die Bildungspolitik und auch der amtierende Landrat möchte auf diesem Feld Akzente setzen. 40 Millionen Euro werde man in die Berufsschule in der Innstraße und das Gymnasium Gars investieren, und zwar "ohne Schuldenerhöhung oder die Erhöhung der Kreisumlage", erläutert Huber. Der Landkreis hat zuletzt Schulden abgebaut, aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 63 Millionen Euro. "Wir werden weiterhin sparen müssen", prophezeit der Landrat. "Das ist eine große Anstrengung, wir bräuchten einfach noch mehr Geld", sagt Huber. So gebe es etwa Gebäude, die eigentlich saniert werden sollten.

Realschulneubau "nicht verantwortungsvoll"

Der CSU-Politiker ist davon überzeugt, dass die Realschule in Waldkraiburg allerdings nicht unter die Kategorie "sanierungsbedürftig" fällt. "Die Realschule in Waldkraiburg ist bestens ausgestattet, das sagen die Schulleitung und die Lehrer." Obwohl die Schule sehr groß sei, sei die Leistung der Lehrer und der Schülern sehr, sehr gut, so der Landrat.

Auch einen dritten Realschulstandort im Landkreis hält Huber nicht für nötig, schließlich gebe es sinkende Schülerzahlen. Beispielsweise in Mühldorf trotz sinkender Schülerzahlen eine Realschule zu bauen, wäre für Huber schlicht "nicht verantwortungsvoll". Zudem gebe es in Mühldorf zwar keine Realschule, dafür aber eine Wirtschaftsschule. Und letzten Endes stellt sich wohl auch bei den Realschulen die Frage der Finanzierung. "Das sind die Voraussetzungen, die wir uns leisten können", betont der Landrat.

FOS/BOS: Gespräche mit Altötting nach der Wahl

Ein Hauptaugenmerk Hubers liegt auf der FOS/BOS. "Die FOS/BOS gibt den jungen Menschen aus dem beruflichen Schulwesen heraus die Möglichkeit, die Hochschulreife zu erlangen", stellt Huber heraus. Auch die Wirtschaft sehe das Ganze sehr positiv. Huber beruft sich in erster Linie auf den demografischen Wandel und befürchtet, dass im Landkreis "qualifizierte Arbeitsplätze" einmal nicht mehr besetzt werden könnten. Huber hofft, dass über die FOS/BOS viele junge Menschen mit einer Berufsausbildung den Weg in ein Studium finden werden - und damit einem drohenden Mangel an Hochschulabsolventen entgegenwirken.

Der Landrat betont, dass es keine eigenständige FOS/BOS im Landkreis Mühldorf geben wird. Auch weiterhin soll der Landkreis also mit den Nachbarn in Altötting kooperieren. Gespräche, wie es mit der FOS/BOS in Altötting und Mühldorf weitergeht, soll es dem Landrat zufolge schon bald nach den Wahlen geben.

Mehr Studenten in der Region dank IHK und HKW?

In Sachen Studium vor Ort möchte Huber weiterhin auf eine Kooperation aus Wirtschaft und Hochschule setzen. Der Bachelor Maschinenbau läuft in Kooperation mit der Hochschule Rosenheim im Landkreis Mühldorf im Herbst an, weitere Studiengänge werden folgen. "Das ist eine gemeinsame Aufgabe der Wirtschaft vor Ort und der Hochschule. Wir sind nur der Netzwerkpartner und unterstützen es", betont Huber. Eine Außenstelle einer Hochschule wie sie etwa in Pfarrkirchen entstehen soll, kann sich Huber im Landkreis Mühldorf nicht vorstellen. "Wir gehen den Weg, den wir bereits vor etlichen Jahren zu gehen begonnen haben." Zudem bezweifelt der Landrat den Erfolg der Pfarrkirchner Außenstelle. "Ich kann mir das in dem Raum nicht so positiv vorstellen."

Für das duale Studium im Landkreis Mühldorf erhofft sich Huber Synergieeffekte mit IHK und HWK. Über 2000 Menschen, teilweise aus Landshut, Deggendorf, Salzburg und München würden bei IHK und HWK in Mühldorf eine Fort- oder Weiterbildung besuchen. Huber hofft, dass einige von ihnen auch auf das Studienangebot in Mühldorf aufmerksam werden.

Fusion ist "für sich nicht abwegig"

Bei den Kreisstraßen sieht der Landrat überall dort größere Projekte, wo sie im Zuge des zweigleisigen Bahnausbaus nötig sind, etwa in Form von Über- und Unterführungen. Ansonsten sieht Huber lediglich Sanierungsarbeiten auf den Landkreis zukommen. "Es sind gute Anstrengungen zu leisten", so der Landrat.

Die Situation der Keiskliniken bewertet Huber positiv. "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es geschafft haben, das Krankenhaus in zehn Jahren von einem riesigen Minus in die schwarzen Zahlen zu bringen. Das ist das Verdienst der Mitarbeiter." Auch für die nächsten Jahre rechnet Huber mit schwarzen Zahlen. "Aber wir müssen uns im Land darauf einrichten, dass es weniger Fachärzte geben wird", so Huber. "Wir müssen schauen, dass wir die Prävention der Bürger fördern, und sie gute Häuser haben, wenn sie krank sind." Eine Kooperation mit dem Landkreis Altötting hält Huber für sinnvoll, nach der Wahl sollen die Gespräche mit dem Nachbarlandkreis wieder aufgenommen werden. Mit dem niederbayerischen Raum und dem Raum Dorfen etwa gebe es schließlich bereits Kooperationen.

"Wir müssen offen zusammenarbeiten. Ich verstehe, dass es seine Zeit dauert", sagt Huber, der sich sogar eine Fusion mit den Altöttinger Kreiskliniken gut vorstellen kann. "Das ist für sich nicht abwegig. Es muss halt passen", so der Landrat. Weder Altötting noch Mühldorf würde seine Gesundheitsstruktur vom Grundsatz her aufgeben.

Huber betont Vorteile der zentralen Unterbringung

Ein akutes Thema in den Landratsämtern in Bayern ist gegenwärtig die Unterbringung von Asylbewerbern. Grundsätzlich sieht auch Huber Vorteile in einer dezentralen Unterbringung, bricht andererseits aber auch eine Lanze für zentralisierte Lösungen. Mit den Kindern zu arbeiten und auch die Erwachsenen zu fördern sei im zentralen Bereich einfach besser möglich. Alleine schon, weil etwa Dolmetscher und Sozialpädagogen so an einem Ort viele Asylbewerber auf einmal erreichen können. "In Waldwinkel (im dortigen Berufsbildungswerk sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht, d. Red.) funktioniert es, weil die Jugendlichen zusammen sind", sagt Huber.

In der Berufsschule und im Berufsbildungswerk werden junge Asylbewerber aktuell auf eine Berufsausbildung vorbereitet. "Das ist in Bayern das Vorzeigeprojekt", lobt Huber, der insgesamt die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Landkreis lobt. "Wir haben wirklich eine hervorragende Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden. Großes Dankeschön an alle. Ich bin wirklich sehr, sehr stolz darauf, dass die Bereitwilligkeit, den Menschen zu helfen, so hoch ist."

Ein Wahlsieg im ersten Anlauf ist das Ziel

Welches Projekt er, im Falle eines Wahlsiegs, in den kommenden sechs Jahren unbedingt weiterführen möchte, weiß Huber bereits: "Worauf ich mich freue, ist das Thema Erziehung, Bildung, Soziales." Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden wolle er eine "Aufbruchstimmung" für junge Menschen und junge Familien erzeugen.

Für die Wahl am 16. März hat Huber gleich mehrere Wünsche: "Ich wünsche mir ein gutes Ergebnis, möglichst keinen zweiten Wahltag. Und für die CSU wünsche ich mit auch ein gutes Ergebnis." Außerdem wünsche er sich, dass möglichst viele Menschen zur Wahl gehen, mindestens 60 Prozent Wahlbeteiligung sollen es sein. Huber hofft, dass eine hohe Wahlbeteiligung ein Anstoß ist für mehr Bürgerbeteiligung in den kommenden sechs Jahren ist und die Menschen künftig beispielsweise zahlreicher zu Bürgerversammlungen kommen.

Die Landratskandidaten Cathrin Henke (Grüne), Peter Huber (UWG) und Loredana Pacello (FDP) haben wir bereits vorgestellt. Alexander Will, Landratskandidat der SPD, hat unserer Redaktion auf Anfrage schriftlich mitgeteilt, er habe kein Interesse daran, sich auf innsalzach24 vorzustellen.

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