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Landkreis Mühldorf: Keine Biotonne, aber...

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Im Landkreis Mühldorf soll es auch weiterhin keine Biotonne geben
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Mühldorf - Im Landkreis wird es in den Haushalten auch künftig wohl keine Biotonne geben. Dennoch erwartet die Bürger eine Umstellung bei der Müllentsorgung.

Die Gesetzeslage ist eindeutig und das wird sie - das ist inzwischen klar - auch künftig bleiben. Laut dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes müssen Bioabfälle seit diesem Jahr getrennt gesammelt werden. Im Landkreis Mühldorf ist dies nicht der Fall. Der im Restmüll enthaltene Biomüll wird im Müllheizkraftwerk in Burgkirchen thermisch verwertet. Nach Einschätzung der Regierung von Oberbayern ist damit die vom Gesetz geforderte getrennte Erfassung des Biomülls nicht gegeben. Wie Landrat Georg Huber am Montag im Umweltausschuss des Landkreises sagte, habe er sich bis auf Bundesebene informiert. Hubers (aus Landkreissicht) ernüchterndes Fazit: "Das Gesetz bleibt als Gesetz so bestehen."

Kompostierung soll möglich bleiben

Die Landkreisverwaltung arbeitet deshalb nun an einem Konzept zur getrennten Biomüllerfassung. Viel Konkretes steht noch nicht fest, aber es gibt bereits einige Eckpunkte. So soll es zukünftig ein Bringsystem geben, die Anlaufstellen für den Biomüll sollen die Wertstoffhöfe sein. Konkret bedeutet das: Die Bürger, die Biomüll entsorgen wollen, sammeln ihn zuhause und können ihn dann Wertstoffhof abgeben. "Zusätzlich möchten wir die Eigenkompostierung fördern", erklärte Landratsamtsmitarbeiter Korbinian Reiter. Wer seinen Biomüll nicht zum Wertstoffhof bringen, sondern daheim im Garten kompostieren möchte, soll dies also auch künftig tun können.

Die Regierung von Oberbayern kann mit diesem Konzept offenbar leben, ein positives Schreiben liegt dem Landratsamt bereits vor. "Im Großen und Ganzen ist die Regierung einverstanden mit unserem Konzept", sagte Reiter.

Holsystem wäre deutlich teurer

Aktuell gibt es im Landkreis 16 Wertstoffhöfe. Weil das nicht ausreicht, sucht der Landkreis nach weiteren Standorten. Huber rechnet mit je zwei Sammelstellen in Mühldorf und Waldkraiburg und je einer Sammelstelle in den anderen Gemeinden. Wie die Bürger den Biomüll transportieren sollen, steht noch nicht fest. Denkbar sind verschließbare Vorsortiereimer aus Kunststoff oder kompostierbare Säcke.

Das Bringsystem dürfte eine sehr kostengünstige Alternative sein, Das Landratsamt rechnet mit 50.000 Euro Gesamtkosten pro Jahr. Ein Holsystem wäre (laut einem Gutachten und bei einem Anschlussgrad von 70 Prozent) rund 1,4 Millionen Euro teuer. Anton Sterr (CSU) lobte das Bringsystem deshalb als den "zweitbesten Weg" (nach der bisher gängigen Praxis, der Verwertung in Burgkirchen). Sterr verwies darauf, dass die Bürger bei einem Holsystem weit höhere Müllgebühren zahlen müssten.

Kritik am Bringsystem gab es von Sissi Schätz (SPD), die fragte, ob es ökologisch sei, wenn jeder selbst zum Wertstoffhof fahre. Das Bringsystem sei nicht der "Stein der Weisen", so Schätz. Huber hingegen hält das Bringsystem für die ökologisch bessere Alternative. Immerhin müssten bei einem Holsystem alle Wege abgefahren werden, so Huber.

Kreistagsbeschluss im Oktober?

Entschieden ist weiterhin noch nichts. In den nächsten Monaten wird die Verwaltung das angedachte Konzept weiter ausarbeiten, parallel läuft eine Abstimmung mit anderen Gemeinden im Zweckverband ZAS, die ebenfalls das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen nutzen. Im Oktober kommt das Thema erneut in die Kreisgremien - dann soll auch ein Beschluss gefasst werden. 

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