DIE LINKE Kreisverband Altötting/ Mühldorf

„Beschämendes Bild von Mühldorf“ - Kreisverband zum Neubau der Obdachlosenunterkunft

Mühldorf - Der Kreisverband Altötting/Mühldorf der Linken fordert eine genauere Planung des Neubaus der Obdachlosenunterkunft in Mühldorf. Außerdem kritisiert er, dass die Stadt die menschlichen Bedürfnisse der Obdachlosen nicht in die Planung miteinbezieht.

Die Meldung im Wortlaut


Die heruntergekommenen Gebäude der Mühldorfer Obdachlosenunterkunft werden durch einen Neubau ersetzt, zumindest gab der Stadtrat hierfür grünes Licht. Das ist aber auch die einzige gute Nachricht in diesem Zusammenhang. Ansonsten setzt sich der Skandal fort – und anders, denn als Skandal, sind die Zustände in der Unterkunft nicht zu bezeichnen.

Weder ist gesichert, dass der Neubau endlich Duschen mit warmem Wasser erhält, noch ist von einer, auch nur ansatzweise hinreichenden, sozialpädagogischen Betreuung die Rede. Dass auch Obdachlose Beziehungen führen, scheint ebenfalls jenseits der Vorstellungskraft der Verantwortlichen zu liegen. Ein bis zwei Zimmer für Paare zur Verfügung zu stellen, bedarf sicher der Planung, doch dazu ist die Stadt nicht bereit. Lieber ignoriert sie elementarste menschliche Bedürfnisse. 


Kurzsichtig verschanzt sich die Stadt hinter der formalen Gesetzeslage, die sie zu alledem nicht verpflichtet, ohne die tatsächlichen Bedarfe der Bewohner und Bewohnerinnen, oder gar deren Würde in ihre Planung miteinzubeziehen. Überdies scheinen die langfristigen Mehrkosten, die dieses ebenso planlose wie unsoziale Weiterwursteln verursacht, für die Stadt keine Rolle zu spielen.

„Ohne eine fundierte sozialpädagogische Betreuung vor Ort werden bald wieder die gleichen unhaltbaren Zustände herrschen, wie in den letzten Jahren. Lässt man die Leute weiterhin allein, wird sich wieder ein ständiger Renovierungsbedarf einstellen. Auch die, von der Stadt anvisierte, Verringerung der Aufenthaltsdauer ist nur durch eine aufsuchende Unterstützung zu erreichen und nicht durch neue Räumlichkeiten,“ so Linken Stadtrat Claus Debnar. 

Will die Stadt tatsächlich ihre Obdachlosen wieder in geordneten Wohnverhältnissen unterbringen, sollte sie überdies für den Bau erschwinglichen Wohnraums sorgen, anstatt für den Bau von Luxusvillen am Stadtwall. 

Wenn man den Grat der Zivilisiertheit einer Gemeinschaft an ihrem Umgang mit den Ärmsten und Bedürftigsten erkennt, zeichnen die, in untragbaren Zuständen alleine gelassenen Obdachlosen ein beschämendes Bild von Mühldorf.

Pressemitteilung DIE LINKE Kreisverband Altötting/ Mühldorf

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