Neuer Schaumtrainer in Mühldorf

Feuerwehr rückt einem Miniaturfeuer zu Leibe

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Auch wenn es nur ein Miniaturfeuer war, brauchten die Feuerwehrler bei ihrer Vorführung am Montag in Mühldorf mehrere Minuten, um die Flamme mit dem Löschschaum zu ersticken
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Mühldorf - Ein Tanklastzug voll Benzin brennt, Flammen lodern auf einer Fläche von 100 Quadratmetern: Dieses Szenario können die Mühldorfer Feuerwehren nun einfach simulieren.

Ein Tanklastzug voll Kraftstoff brennt und die Flammen lodern meterhoch auf einer Fläche von 100 Quadratmetern. Dies ist ein Szenario, auf das sich die Feuerwehren eigentlich nur bedingt vorbereiten können. Eine Übung unter realen Bedingungen verschlingt schließlich Unmengen Treibstoff und Löschmittel - und ist nicht gerade ungefährlich.

Der Kreisfeuerwehrverband besitzt nun aber ein neues Übungsgerät, mit dem die Feuerwehren im Landkreis mit einfachen Mitteln ein solches Szenario simulieren können. Die Versicherungskammer Bayern stiftete allen Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat einen sogenannten Schaumtrainer im Wert von zirka 4000 Euro pro Stück.

"Die gleichen Effekte wie im Großen"

Florian Ramsl von der Versicherungskammer Bayern

Am Montagvormittag haben Vertreter von Feuerwehr, Landratsamt und der Versicherungskammer Bayern den neuen Mühldorfer Schaumtrainer mit einer kleinen Übung vorgestellt. Auf einer klar abgesteckten Fläche legten die Feuerwehrler mit zwei bis drei Litern Benzin ein Feuer, dem sie anschließend mit dem Schaum aus einem kleinen Schlauch zu Leibe rückten. Feuer und Löschwerkzeug sind bei einer solchen Übung gleichermaßen verkleinert, wodurch das reale Szenario relativ gut simuliert wird. "Es ist viel kleiner, aber man kann die gleichen Effekte erzielen wie im Großen", erklärte Florian Ramls von der Versicherungskammer Bayern.

Genau wie bei einem großen Feuer könne man nicht einfach mit dem Schaumlöscher "rumwedeln". Man müsse mitunter verschiedene Taktiken anwenden und schauen, woher der Wind kommt, erklärte Ramsl. "Hier können Feuerwehrler lernen, damit sie in Einsätzen keine Panik bekommen."

"Wenn man Angst hat, funktioniert es nicht"

Landrat Georg Huber lobte die neue Schaumübungsanlage, die von den Ausbildern im gesamten Landkreis eingesetzt werden soll. "Wenn man rausgeht, und hat Angst, weil man nicht weiß, wie es geht, dann funktioniert es nicht", so der Landrat. Zudem lernten die Feuerwehrler, wie lange es dauere, ein solches Feuer zu löschen.

Der Löschschaum ist ein sogenanntes "Mehrbereichsschaummittel" und enthält Tenside. Diese Stoffe kennt man unter anderem auch aus Wasch- und Spülmitteln. Laut Ramsl ist das Löschmittel "für die Umwelt kein Problem in der Regel". Trotzdem ist es freilich nützlich, dass sich die Feuerwehren im Landkreis bei ihren Übungen en miniature jede Menge Löschschaum sparen. Beim Schaumtrainer reichen Ramsl zufolge mehrere hundert Milliliter - und selbst die könne man vollständig entsorgen, landeten also nicht einfach im Gulli. Jede Menge Treibstoff wird ebenfalls gespart. Für die tatsächlichen Ausmaße des mit der Anlage simulierten Brandes wären laut Ramsl 1000 bis 2000 Liter Treibstoff nötig.

Fotos: Die Schaumübungsanlage im Einsatz

Das ist der Schaumtrainer der Feuerwehr

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