Nachgefragt in Mühldorf und Waldkraiburg

"Volksfest light" oder Verlängerung 2021? Keine einfache Entscheidung

Mühldorf am Inn/Waldkraiburg: "Volksfest light" oder längeres Fest 2021 Möglichkeiten?
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Es sei keine einfache Sache, heuer noch ein "Volksfest light" oder 2021 ein verlängertes Volksfest anzubieten, berichtet der Mühldorfer Volksfest-Organisator Walter Gruber.

Mühldorf am Inn/Waldkraiburg - Ein "Volksfest light", Buden in der Stadt oder eine Verlängerung im kommenden Jahr? Wir haben nachgefragt, ob das bei den beiden größten Volksfesten im Landkreis eine Option wäre.

"Kurz gesagt: Wir müssen da auf Sicht fahren", erklärt Walter Gruber, Volksfest-Organisator in Mühldorf am Inn. Man berate über verschiedenste Möglichkeiten, wie der Ausfall des Traditionsvolksfests ausgeglichen werden könnte. Doch aus einer Vielzahl von Gründen sei man noch zu keiner abschließenden Entscheidung gelangt. In Waldkraiburg hält man sich ebenfalls noch zurück. "Wir prüfen derzeit die Option eines 'Volksfest light' im Laufe des Jahres. Eine Entscheidung darüber wird es aber frühestens im Juli geben", heißt es von der dortigen Stadtverwaltung.


Noch bis mindestens 31. August gilt zum Infektionsschutz in der Corona-Pandemie ein Verbot für Großveranstaltungen. Volksfesten ist also mindestens bis Herbst ein Riegel vorgeschoben. Das hat Auswirkungen. Von Brauereien, über Wirte und deren Personal, Schausteller sowie indirekt von den Festen profitierenden Gewerben wie Trachtenläden leiden eine Vielzahl an Unternehmern und Arbeitnehmern unter dem Ausfall. Nicht zuletzt aber sehnen sich viele Leute auch in der Region nach den Freuden der Feste.

Rosenheim berät Alternativ-Konzepte

Daher werden vielerorts Überlegungen angestellt, ob und wie man Infektionsschutz und Volksfest unter einen Hut bringen kann. In Rosenheim stimmten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend für einen Antrag des Wirtschaftlichen Verbands. Dieser schlug eine Verlängerung des Herbstfestes im Jahr 2021  vor. Falls auch der Stadtrat zustimmt, kann im nächsten Jahr nicht nur wie gehabt 16, sondern 17 Tage lang auf der Loretowiese gefeiert werden. Damit kann auch ein wenig der Ausfall 2020 kompensiert werden.


Ebenfalls in der Sitzung wurde die Idee für einen "Sommer in der Stadt" besprochen. Dieser soll ein dezentrales Herbstfest darstellen, bei dem sich die Leute "wenigstens ein bisserl in Rosenheim vergnügen können", wie Max Fahrenschon, Vorsitzender der Rosenheimer Schausteller im Interview mit rosenheim24.de berichtete. In Mühldorf hatte man zuletzt die Option eines ab dem 31. August nach hinten hinaus verlängerten Fests geprüft und verworfen. Das Traditionsvolksfest hätte eigentlich vom 28. August bis 7. September stattfinden sollen.

Alle möglichen Konzepte haben Vor- und Nachteile

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"Wir befassen uns mit all solchen Ideen und Konzepten", berichtet der Mühldorfer Volksfest-Organisator Gruber. "Die Sache ist aber: Alles, was es da an Konzepten gibt, hat seine Vor- und Nachteile." Die Idee eines dezentralen Volksfestes etwa bringe ihre eigenen Herausforderungen. "Wo soll das beispielsweise stattfinden?" Der Volksfestplatz habe zuletzt als Standort für die Schwerpunktpraxis für Atemwegserkrankungen gedient. "Da kann man die in diesem Jahr nicht einfach für ein 'Volksfest light' im Herbst verplanen. Denn vielfach wird ja vor einer zweiten Welle zum Jahresende gewarnt."

Auch bei einem "dezentralen Volksfest", bei dem Buden und Fahrgeschäfte über das Stadtgebiet verteilt werden, gäbe es ein Standortproblem. Als erstes komme einem bei so etwas der Mühldorfer Stadtplatz in den Sinn. "Dort nimmt man dann aber den Leuten Parkplätze sowie den ansässigen Geschäften und Lokalen ihre Freiflächen weg." Wolle man zudem beispielsweise Fahrgeschäfte anbieten, müssten dabei die vielfältigen Herausforderungen beim Infektionsschutz beachtet werden. 

Auch Verlängerung 2021 nicht ohne weiteres möglich

Zuletzt die Option eines verlängerten Volksfests 2021 werde ebenfalls erwogen. "Da müsste man dann natürlich die Verträge mit den Wirten, Schaustellern und so weiter neu verhandeln. Die aber haben teils auch anderweitig Verpflichtungen. Das ist also auch keine einfache Sache." Vor allem aber bleibe immer die Ungewissheit, wie sich die Lage bei der Corona-Pandemie auch im kommenden Jahr entwickelt. "Daher bleibt es vorerst dabei: Wir fahren auf Sicht." Im Falle des Mühldorfer Sommerfestivals sei die Entscheidung für eine Verlegung des gesamten Programms auf das Jahr 2021 verhältnismäßig leicht gewesen. "Da entstanden beispielsweise kaum zusätzliche Kosten, weil die Gagen die gleichen blieben." 

hs

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