Am Amtsgericht Mühldorf

Mann schlug in Waldkraiburger Friseursalon um sich: Urteil 

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Mühldorf am Inn/Waldkraiburg - Nachdem er im Februar auf einen Kunden eines Friseursalons in Waldkraiburg losging, der seine Gattin beleidigt hatte, musste sich ein Mann nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Das Amtsgericht Mühldorf am Inn verurteilte einen 34-Jährigen aus Neumarkt-Sankt Veit am Montag wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Haft auf Bewährung, mit einer Bewährungszeit von drei Jahren. Seine 36-jährige Ehefrau wurde wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 20 Euro, insgesamt also 800 Euro verurteilt.

Streit eskalierte, als Ehemann dazu kam

Auslöser des Vorfalls Mitte Februar soll ein Streit zwischen der Angeklagten und einem weiteren Kunden in einem Waldkraiburger Friseursalon gewesen sei. Dabei hätten sich beide gegenseitig beleidigt, so die Zeugen im Prozess. Der Kunde habe erklärt, das Gesäß der Frau sei zu groß für den Friseursessel, sie habe dies mit einem "Fick dich" gekontert und außerdem ihren Ehemann per Telefon dazugerufen.

Dieser sei daraufhin im Friseursalon aufgetaucht und habe auf einen Nicken seiner Gattin den anderen Kunden attackiert. Er habe ihm zunächst einen Fußtritt und dann einen Faustschlag versetzt, wodurch der Geschädigte samt Friseursessel umfiel. Beim Versuch, ihn zurückzuhalten, habe er dann auch zwei Mitarbeiterinnen des Friseursalons blaue Flecken beschert. "Danach war alles voll verwüstet", schilderte eine der beiden Angestellten. 

Das genaue weitere Geschehen konnte nicht genau geklärt werden, den Faustschlag räumte aber selbst der Angeklagte ein. 

Richter mahnt Angeklagten

"Der Streit an sich wäre ja nicht so schlimm gewesen, wäre dann nicht noch der Mann der Angeklagten dazu gekommen", erklärte der vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. "Ihm fiel dann nichts besseres ein, als sofort hinzufahren und ohne den Geschädigten auch nur zur Rede zu stellen, sofort auf den Geschädigten loszugehen. Nicht genug, in seiner Raserei erwischte es auch noch die beiden Mitarbeiterinnen!" 

Zu seinen Gunsten würde dagegen sprechen, dass er bisher nicht vorbestraft sei, teils geständig gewesen sei und Reue gezeigt habe. Letzteres sah er jedoch bei der Frau, "der Urheberin dieses Irrsinns" nicht gegeben.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild/Montage)

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