Bunker im Mühldorfer Hart

Kampfmittelräumung: Der Zeitplan kann eingehalten werden

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Mühldorf am Inn - Die Verantwortlichen im Landratsamt sind zuversichtlich, dass der Zeitplan für die Kampfmittelräumung auf der Bunkeranlage im Mühldorfer Hart eingehalten werden kann.

"Das Landratsamt Mühldorf am Inn hat in engen Kontakt mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und für Integration den Antrag auf Durchführung der Kampfmittelräumung in der dortigen Fachabteilung in der letzten Woche gestellt", berichtete Simone Kopf, Pressesprecherin des Landratsamts Mühldorf auf Anfrage unserer Redaktion. "Damit kann nun der nächste Schritt bezüglich der Vergabe der Kampfmittelräumung durch das Ministerium vollzogen werden." Beinahe vollständig seien die Einverständniserklärungen der Grundstückseigentümer bereits im Landratsamt eingegangen. "Der anvisierte Zeitplan einer Räumung bis 2020 kann nach bisherigem Sachstand eingehalten werden."

Altlasten sorgten für Rückschlag bei Bau von Gedenkstätte

Während des Krieges sollten Düsenflugzeuge in dem Bunker gebaut werden. Dafür sollten zwölf Gewölbebögen errichtet werden, von denen aber nur sieben fertiggestellt wurden. Dafür zogen die Nazis mehr als 8.300 Häftlinge bei Mühldorf zusammen, die bis an das Ende ihrer Kräfte auf dem Bau Zwangsarbeit verrichten mussten. Über 2.000 starben bei dieser unmenschlichen Arbeit. Nach Kriegsende sprengte amerikanische Sprengstoffexperten die Anlage bis auf einen Bogen.

Bilder von der Einweihung der Gedenkstätte im Mühldorfer Hart

Ende April waren bereits die ersten beiden Teile der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart der Öffentlichkeit übergeben. Dagegen die zentrale Gedenkstätte am Bunkerbogen erlitt einen Rückschlag. Ende Februar wurde bekannt, dass auf dem Gelände, dass nach dem Krieg als Sprengplatz zur Vernichtung von tausenden Tonnen Munition genutzt wurde,  erhebliche Mengen an Kampfmitteln gefunden worden waren. Deren Beseitigung wird sich schwierig gestalten, da sie über eine weite Fläche verteilt sind und auf Grund einer späteren Verfüllung sehr tief nach ihnen gegraben werden muss. Außerdem wurden erhebliche Altlasten im Boden festgestellt. Daher wird laut den Verantwortlichen eine großflächige Räumung des gesamten Geländes notwendig sein.

Bund wird zahlen

Mitte Juni hatte der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages beschlossen, fünf Millionen Euro für die Kampfmittelräumung an der Bunkeranlage im Mühldorfer Hart bereitzustellen. Die Maßnahme soll im zweiten Quartal des Jahres 2019 starten und im Jahr darauf beendet werden. Vorher jedoch musste das Landratsamt das Einverständnis der Grundstückseigentümer einholen, bevor das Innenministerium die Aufträge zur Beseitigung der militärischen Altlasten vergeben kann. Das Ministerium geht davon aus, dass die Kosten für die Kampfmittelräumung vom Bund übernommen werden. Denn dieser erstatte die Aufwendungen der Länder für die Beseitigung unmittelbarer Gefahren für Leib und Leben durch ehemals reichseigene Kampfmittel im Rahmen eines Kostenerstattungsverfahrens.

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