Interview: Warum fehlt es am Kinderbekleidungs-Angebot in Mühldorf?

Hetzl: "Kindermode ist ein schwieriges Geschäftsfeld!"

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Mühldorf am Inn - Es gibt zu wenig Angebote für Kindermode in der Kreisstadt, da sind sich unsere Leser einige. Wir haben mit dem Vorsitzenden des Einzelhandels-Verbands "Aktionsgemeinschaft Mühldorf" darüber gesprochen.

Kürzlich sorgte die Meldung für viel Aufmerksamkeit, dass das aus Ampfing stammende Modehaus Hell die leerstehende K&L-Filiale am Stadtplatz übernehmen wird. Dies wurde in unserer Leserschaft umfangreich unter dem Post auf Facebook diskutiert. Vielfach wurde jedoch angemerkt, dass damit der Standort nicht von einem Geschäft mit Kindermode im Angebot genutzt würde. "Ja aber mal was für kinder wäre viel schöner gewesen weil für Kinder bekommst in Mühldorf fast nichts mehr", schreibt etwa Manuela W.. "Was für kinder wäre schön gewesen oder C&A oder so", bemerkt auch Sabrina E..

Hetzl: Kindermode schwierig

"Uns vom Verband freut es erst einmal natürlich, dass der Leerstand beseitigt wird und das auch noch von einem regionalen Unternehmen!", betont Michael Hetzl, 1. Vorsitzender der "Aktionsgemeinschaft Mühldorf" im Gespräch mit innsalzach24.de. Selbst Familienvater könne er das Anliegen durchaus nachvollziehen. 

"Aber Sie müssen grundsätzlich bedenken: Kindermode ist ein schwieriges Geschäftsfeld!" Er habe, aufmerksam gemacht auf die Diskussion, Rücksprache mit Geschäftsleuten der Branche aus Mühldorf gehalten. "Die sagen es alle: Leider lässt sich das als lokales Unternehmen nur schwer machen. Auch wenn die genauen Ursachen keiner so recht benennen kann. Ein Grund ist auf jeden Fall, dass Ketten wie K&L, C&A, H&M und so weiter auf für sie günstige Eigenmarken zurückgreifen können. Für ein eigenständiges Geschäft wird das dagegen teurer, während der Absatz schwierig sein kann." 

Angebot nicht ohne Grund verschwunden

Nicht ohne Grund seien vor 10 bis 15 Jahren noch bestehende Fachgeschäfte verschwunden und lokale Modehäuser hätten ihre Kinderbekleidungs-Abteilungen aufgelöst. "Wir würden uns ja auch einen bunteren Mix hier im Ort wünschen. Aber für uns wie auch für die Politik ist das nur schwer beeinflussbar", beteuert Hetzl, der auch Ortvorsitzender der Unabhängigen Mühldorfer(UM) ist. 

"Man sollte aber auch nicht vergessen, dass es schon einmal eine Initiative gab, einen C&A im 'Stadtplatz 58' anzusiedeln. Das ist dann ja an auch an Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert."

Hetzl: Hoffen, dass Besserung kommt

Andernorts haben Fachgeschäfte für Kinderkleidung durchaus noch Erfolg. "Aber das ist halt keine Garantie, dass das dann auch in Mühldorf klappt", gibt Hetzl zu bedenken. Auch die Politik der Stadtverwaltung von Erster Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) sei nicht unschuldig daran, dass Mühldorf für Geschäfte weniger attraktiv sei, bemerkt der UM-Politiker. Es bleibe letztlich nur zu hoffen, dass entweder eine Filiale einer großen Kette mit entsprechendem Angebot ihren Weg in die Kreisstadt findet oder jemand ein entsprechendes Fachgeschäft eröffnen wird. 

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