Planung für Mühldorf am Inn

Ostumfahrung: Das sagt die Bürgermeisterin zum Vorschlag des Verkehrsministers

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Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) (1. v.r.) war auf Einladung von CSU-Landratskandidat Max Heimerl (2. v.r.) nach Mühldorf gekommen. Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) (3. v.r.) zeigte sich erfreut über sein Interesse.
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Mühldorf am Inn - Auf Einladung von Landratskandidat Max Heimerl besuchte kürzlich der Bayerische Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart die Kreisstadt. Dabei ging es um die Ostumfahrung.

Heimerl erläuterte gemeinsam mit Jörg Neimcke und Thomas Trettenbacher vom Industrie- und Wirtschaftsverbund Mühldorf am Inn (IVM), Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD), dem stellvertretenden IHK-Regionalausschussvorsitzenden Florian Loserth und CSU-Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Stegherr die dringende Notwenigkeit der Umfahrung. 

Druck gestiegen

Durch die Eröffnung der A94 bis München sei der Druck nochmals gestiegen, die Ostumfahrung schnellstmöglich zu realisieren. "Verkehrsminister Reichhart nannte die Verkehrsbelastung der Staatsstraße 2029 weit überdurchschnittlich und erwähnte unter anderem auch die besondere Gefährdungslage am Stadtberg", berichtet Heimerl. 

"Er sagte zu, bis 2020 eine gesamtwirtschaftliche Bewertung, in Form einer Kosten-Nutzen-Analyse durch den Freistaat durchzuführen. Dies, obwohl die Ostumfahrung Mühldorf nicht im Ausbauplan des Freistaates aufgenommen ist." Danach müsse gemeinsam entschieden werden, ob der Freistaat oder die Stadt Mühldorf die dann folgenden Planungsschritte übernimmt. 

Freude über Interesse des Ministers

"Der Bayerische Verkehrsminister zeigte den Verantwortlichen der Stadt an konkreten Beispielen auf, wie auch die Stadt selbst zur zeitnahen Realisierung beitragen könne: In sogenannter Kommunaler Sonderbaulast könne die Stadt die Planung vorantreiben und dafür finanzielle Unterstützung des Freistaates erhalten", so Heimerl. 

Der Bau der Ostumfahrung könnte dann gegebenenfalls auch wieder durch den Freistaat selbst durchgeführt und finanziert werden. Dadurch könne viel Zeit gewonnen werden. Mit einer fertigen Planung in der Schublade gehr es immer einfacher und schneller, so Reichhart. Heimerl und Stegherr hätten sich erfreut gezeigt, dass nun Klarheit über die notwendigen nächsten Schritte herrsche und eine realistische Chance auf eine Umsetzung bestehe.

"Es hat auch mich sehr gefreut, dass der Bayerische Verkehrsminister Dr. Reichhart zu uns in die Stadt gekommen ist, um sich ein Bild von der Verkehrssituation zu machen", betont auch Bürgermeisterin Zollner. "Beim Gespräch konnten wir ihm die Dringlichkeit der Maßnahme darlegen." Die Kreisstadt habe bereits im Vorgriff die Planung einer 'Kleinen Ostumfahrung' begonnen. "Eine Verbindung von der Nordtangente bis zur Töginger Straße wird bereits 2020 gebaut und soll bis April 2021 fertiggestellt sein." 

"Längst überlastet"

Die kleine Ostumfahrung liege bereits genau auf der Linienführung der großen "Osttangente", deren Aufnahme in den nächsten Straßenausbauplan des Freistaates Bayern die dringendste Forderung der Stadt sei. "Die Straße ist eine Staatsstraße und sollte nach Ansicht der Stadt die jetzige Staatsstraße 2092 ersetzen, deren Verlauf bisher mitten durch die Innenstadt verläuft und beim Stadtberg eine Steigung von 12 Prozent beinhaltet." 

Mit 300 Schwerlastfahrzeugen pro Tag sei diese Straße längst überlastet und stelle eine tägliche große Gefahrenquelle dar. "Ein wichtiges Argument für die Osttangente ist die Tatsache, dass es in der Kreisstadt Mühldorf eine einzige Brücke über den Inn gibt. Bei einer Sperrung gibt es keine Ausweichmöglichkeit, auch Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr können nicht in den südlichen Stadtteil gelangen."

"Übersteigt die finanziellen Möglichkeiten"

In einem Gespräch im Verkehrsministerium sei der Kreisstadt empfohlen worden, die Straße in kommunaler Straßenbaulast zu bauen. "Dies wäre sicher der schnellere Weg zur Realisierung der Ostumfahrung. Eine Förderung von bis zu 80 Prozent wurde hier in Aussicht gestellt. Dieses Modell war bei der Mühldorfer Nordtangente umgesetzt worden. Insgesamt erhielt die Kreisstadt damals 57 Porzent Förderung, da nur ein Teil der tatsächlichen Kosten förderfähig ist." 

Übertragen auf die Ostumfahrung, die einen wesentlich größeren Finanzierungsumfang hat, hieße das für die Kreisstadt eine sehr große finanzielle Belastung. Außerdem müsse die Kreisstadt die gesamte Maßnahme vorfinanzieren. "Dies übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kommune."

Wie soll es nun in der Planung weitergehen?

Für die Aufnahme in den Straßenausbauplan sei eine Kosten-Nutzen-Analyse und eine gesamtwirtschaftliche Bewertung nötig, deren Erstellung das Verkehrsministerium bis 2020 zugesagt habe. 

"Die Kreisstadt Mühldorf hat bereits die notwendigen Vorleistungen erbracht und die notwendigen Unterlagen dafür bereitgestellt. Parallel dazu kann die Kreisstadt weitere Untersuchungen in die Wege leiten, die für die weitere Planung und Realisierung notwendig sind. Dadurch kann das gesamte Verfahren beschleunigt werden."

hs

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