Neugestaltung der Verkehrsführung in Mühldorf

"Der unnötige Stadtverkehr muss raus": Ist dieser Tunnel die Lösung?

  • schließen

Mühldorf – Ein Tunnel soll die Lösung sein für das von unnötigem Verkehr belastete Stadtzentrum. 

Jahrelang hat Josef Pöllmann den Verkehr im und um das Zentrum der Kreisstadt beobachtet. Der Mettenheimer kommt zu dem Schluss, dass Mühldorf dringend eine dritte Nord-Süd-Verbindung braucht. Seine Lösung: ein Tunnel, ähnlich dem Hofbergtunnel in Landshut. Der führt den unnötigen Innenstadt-Verkehr daran vorbei.

Unnötiger Stadtverkehr raus: Ist dieser Tunnel die Lösung?

Entlastung des Innenstadtverkehrs dringend nötig

Da sich seit der Tonnagebeschränkung und Verkehrsberuhigung der Friedhofsstraße der gesamte Nord-Süd-Verkehr auf den Stadtberg konzentriert (…), ist dringend eine dritte Nord-Süd-Verbindung nötig“, schreibt Dipl. Ingenieur Josef Pöllmann in seinem Antrag an den Stadtrat. Er liegt der Redaktion vor. 

Der Stadtberg habe als Teil der Staatsstraße 2092 auch den überörtlichen Verkehr und den Schwerverkehr zu den Unternehmen im Industriegebiet und zum Bahnhof zu bewältigen. Der gesamte Bereich vom Katharinenplatz aus gesehen bis zur Inneren Münchner Straße müsse dringend entlastet werden.

Mitten durch statt außen rum

Alles raus, was hier – im übertragenen Sinne des Wortes – nichts zu suchen hat. So lässt sich Pöllmanns Verkehrsidee beschreiben: raus und dann rein in den Tunnel. Doch wo bauen? „Zwar böte die ehemalige B12 und heutige Staatsstraße 2550 eine solche dritte Nord-Süd-Verbindung. Diese liegt aber zu weit im Westen“, erklärt Pöllmann. Da stehen 6,1 Kilometer Strecke außen rum gegen 2,4 Kilometer mitten durch. Es dürfte wohl mehr als verständlich sein, wo derzeit gefahren wird. Richtig: mitten durch.

Vorher:

So stellt Dipl. Ingenieur Josef Pöllmann aus Mettenheim die derzeitige Verkehrssituation in Mühldorf dar.

Nachher:

So wird die Verkehrssituation laut Pöllmann aussehen mit dem Tunnel.

Außen rum statt mitten durch

Pöllmanns Idee verkürzt den Weg über die ehemalige B12 deutlich auf 2,2 Kilometer und entlastet gleichzeitig die Innenstadt. Er will die Staatsstraßen 2092 und 2550 miteinander verbinden. „Eine solche Nord-Süd-Verbindung bietet ein Tunnel, der die Kapellenstraße ab Abzweigung Heeresparkstraße mit der Staatsstraße 2550 verbindet.“ Das macht eine Wegstrecke von 2,2 Kilometern von Nord nach Süd in dieser Variante und damit ist sie sogar noch 200 Meter kürzer als der Weg "mitten durch". „Wichtig ist dabei, dass auf der gesamten Strecke kein einziges Gebäude im Weg steht und die ganze Trasse so ohne Hindernisse bebaut werden kann“, erklärt Pöllmann weiter.

Der besondere Clou

In Zeiten angespannter Kassen arbeitet Pöllmann in seiner Idee mit einem ganz besonderen Kniff: Die Staatsstraße 2092 muss für dieses Vorhaben verlegt werden: raus aus Mühldorfs Zentrum hin zum Tunnel. Damit würde die Baulast auf den Freistaat als Träger fallen. Das würde das Stadtsäckel deutlich schonen.

Ganz ohne Probleme geht es nicht

Freilich geht nicht alles immer so ganz ohne Probleme. Die weist Pöllmann auch aus. Es ist die Bahnunterführung. „Um die Verkehrssicherheit auf der neuen Staatsstraße zu gewährleisten ist sicher der Neubau der Eisenbahnunterführung im Zuge der Kapellenstraße nötig. Ein Problem stellt die restliche Lebensdauer dieser Unterführung dar, die mit 20 Jahren angegeben ist. Hier sind Gespräche mit der Deutschen Bahn nötig."

„Um die Verkehrssicherheit auf der neuen Staatsstraße zu gewährleisten ist sicher der Neubau der Eisenbahnunterführung im Zuge der Kapellenstraße nötig." (Josef Pöllmann)

Die Stadt hat den Antrag von Josef Pöllmann in die aktuellen Überlegungen zur Neugestaltung der Verkehrssituation mit aufgenommen.

Rubriklistenbild: © Josef Pöllmann

Zurück zur Übersicht: Mühldorf am Inn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser