Mitarbeiterin erkrankt

Tuberkulosefall an Mühldorfer Kinderkrippe: 51 Kinder müssen getestet werden

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Mühldorf am Inn - Eine Mitarbeiterin der Kinderkrippe Waidbruckstraße ist an Tuberkulose erkrankt. Die Krippe musste deshalb vorerst geschlossen werden.

Update, 7. Juni, 15.15 Uhr - Pressemeldung Landratsamt Mühldorf

Am Mittwoch, den 5. Juni erhielt das Gesundheitsamt Mühldorf a. Inn die Meldung über eine offene und damit ansteckende Form der Tuberkulose in der Kinderkrippe Waidbruckstraße Mühldorf. Unmittelbar im Anschluss hat sich das Gesundheitsamt vor Ort ein Bild von den räumlichen Gegebenheiten gemacht und sich über die Desinfektionsmaßnahmen vergewissert. Ebenfalls noch am Mittwochvormittag wurden alle Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe im Gesundheitsamt getestet. Die betroffene Kinderkrippe blieb den gesamten Mittwoch über geschlossen.

Bei einem Elternabend in der Kinderkrippe am gleichen Tag wurden die Eltern ausführlich über die Krankheit und über nötige Maßnahmen informiert. Da es sich im Fall der Kinderkrippe um Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren handelt, erfolgten beziehungsweise erfolgen die Untersuchungen und die Testung durch Spezialisten der Kinderklinik Altötting.

In diesem Zusammenhang bedankt sich das Gesundheitsamt Mühldorf a. Inn für die sehr gute Kooperation und die außergewöhnlich große und schnelle Hilfe durch die Verantwortlichen der Kinderklinik Altötting, insbesondere Chefarzt Dr. Vlaho und dem Leitenden Oberarzt Dr. Rosewich, um die zeitnahe Testung der Kinder sicherzustellen.

Da die an Tuberkulose erkrankte Mitarbeiterin in allen Gruppen der Kinderkrippe im Schichtdienst tätig war und somit zu allen Kindern Kontakt hatte, werden alle insgesamt 51 Kinder aus den verschiedenen Gruppen der Einrichtung ebenso wie insgesamt 15 Erwachsene untersucht.

Zu den Untersuchungen zählen die allgemeine Untersuchung, Tuberkulosetests in Form von Haut- und Bluttest sowie gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme. Nachuntersuchungen erfolgen dann für alle nach zwei bis drei Monaten. Die Testungen sind nahezu abgeschlossen. 

Die endgültigen Untersuchungsergebnisse liegen in der kommenden Woche vor. Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine Infektionskrankheit durch Bakterien. Die Erreger werden durch Tröpfchen übertragen, unter Umständen von anderen aufgenommen und gelangen dort in die Lunge. In der Regel ist dies aber nur bei längerem und engem Kontakt der Fall.

Die Tuberkulose kann sich oft lange unbemerkt entwickeln, da sie anfangs nur wenige oder gar keine Symptome verursacht. Symptome können sein: Husten oder eventuell auch nur Hüsteln, Nachtschweiß, später dann Leistungsminderung oder auch Gewichtsabnahme.

Bei Kleinkindern unter fünf Jahren ergibt sich die besondere Situation, dass sie für eine Tuberkulose besonders empfänglich sind. Die Krankheit bleibt oft lange unbemerkt, nimmt dann aber häufig einen komplizierten und schweren Verlauf. Deshalb wird laut Expertenstandard bei Kindern unter fünf Jahren eine vorsorgliche Behandlung mit speziellen Antibiotika dringend angeraten. So soll eine Erkrankung verhindert werden.

Die kleinen Kinder haben sich möglicherweise angesteckt, sind aber zu diesem Zeitpunkt nicht für andere ansteckend. Besondere Sicherheitsvorkehrungen sind deshalb zuhause nicht erforderlich. Eltern oder Geschwisterkinder müssen sich keine Sorgen wegen einer möglichen Ansteckung machen. Entscheidend für ein Infektionsrisiko ist der direkte enge und längere Kontakt zur erkrankten Person.

Pressemeldung Landratsamt Mühldorf

Erstmeldung

Leser teilten der Redaktion von innsalzach24.de mit, dass es angeblichen einen Fall von Tuberkulose (TBC) in der Kinderkrippe in der Waidbruckstraße gegeben habe. Demnach sei die Krippe am Mittwoch geschlossen gewesen und alle Mütter seien morgens weggeschickt worden, weil eine Erzieherin an TBC erkrankt sei. Am Abend habe das Gesundheitsamt die Eltern informiert und Fragen beantwortet. Es werde angeraten, die Kinder am Freitag in Altötting testen zu lassen.

Die Stadt Mühldorf bestätigt nun auch in einer Pressemeldung den Fall von TBC. Demnach sei die Leiterin der Kinderkrippe Waidbruckstraße am späten Dienstagabend informiert worden, dass diese an einer TBC-Infektion leide. 

"Die Krippenleitung hat daraufhin unverzüglich die Stadt als Aufgabenträger informiert. Seitens der Stadt erfolgte unverzüglich die Meldung an das Gesundheitsamt. Aus Gründen des Gesundheitsvorsorgeschutzes der Kinder und aller Mitarbeiterinnen der Einrichtung wurde festgelegt, die Einrichtung am Mittwoch zu schließen", heißt es in der Pressemeldung der Stadt.

Am Mittwoch habe man die Eltern über den Fall und die daraus resultierende Schließung informiert. Am Abend habe es dann eine Elterninfo gegeben, bei der Herr Dr. Steingruber vom Gesundheitsamt Mühldorf die Eltern über die weiteren notwendigen Schritte informiert habe. 

Eine gesammelte Testung aller Kinder der Kinderkrippe Waidbruckstraße wird im Kreiskrankenhaus Altötting am Freitag, den 7. Juni, von 8 bis 10 Uhr, erfolgen. Eltern, die am Elternabend nicht teilnehmen konnten, wurden bis auf wenige Ausnahmefälle, die nicht erreicht wurden, telefonisch unterrichtet. 

Alle weiteren ärztlichen Vorsorgemaßnahmen werden laut Pressemeldung vom Gesundheitsamt Mühldorf getroffen und nicht von der Stadtverwaltung.

Auf Nachfrage der Stadt hat das Gesundheitsamt Mühldorf mitgeteilt, dass keine Veranlassung besteht, die Krippeneinrichtung über den Mittwoch hinaus geschlossen zu halten.

Bereits 2016 gab es einen TBC-Fall in Brannenburg. 

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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