Starke Ablehnung für Anwohner-Vorschlag in Mühldorf  *Mit Voting*

Reicht nur einseitiger Gehsteig? - "Wär dann auf Westseite für d'Katz!"

Stadtrat Mühldorf am Inn lehnt Antrag auf nur halbseitigen Gehweg an Raitenaustraße ab
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Markus Saller (UM) sprach sich vehement gegen einen Antrag von Anwohnern der zu bauenden Raitenaustraße aus. Diese forderten, den dazu geplanten Gehsteig nur auf einer Seite zu errichten.

Mühldorf am Inn - Der Stadtrat lehnte in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag von Anwohnern ab. Diese forderten nur einen einseitigen Gehweg an der noch zu bauenden "Raitenaustraße".

Die Antragsteller brachten eine Reihe von Argumenten gegen einen beidseitigen Radweg an der künftigen Straße an. Stattdessen sollte es nur auf der nördlichen Seite einen Weg geben. An der Südseite sollte die dafür geplante Fläche den angrenzenden Grundstücken zugeschlagen werden.


Als eine Art Fortsetzung der Ernst-Thun-Straße soll nördlich der Eichkapellenstraße im Eichfeld die "Raitenaustraße" entstehen. Pläne dafür gibt es schon seit Jahren. 2006 wurde der entsprechende Bebauungsplan "Eichfeld VI" bereits beschlossen. Die Straße würde dann eine Verbindung zum derzeit noch in Planung befindlichen Baugebiet "An der Eichkapelle" herstellen. Für die neue Straße ist ein beidseitiger, jeweils zwei Meter breiter Gehsteig eingeplant. Mit diesem zusammen kommt die 5,5 Meter breite Straße auf eine Gesamtbreite von 9,5 Metern. "Dies war von der Stadt Bedingung, obwohl wir das damals bereits für die nur wenigen Wohnhäuser als absolut übertrieben empfunden haben", berichten die den Antrag stellenden Anwohner in einem Schreiben an die Stadt.

Hier soll die Straße entstehen:


Anwohner fordern nur einseitigen Gehsteig

In dem östlich angrenzenden Baugebiet "An der Eichkapelle soll die Straße dann sogar insgesamt 10,5 Meter breit werden, wobei die Gehsteige wiederum jeweils 2,5 Meter breit wären. "Wir gehen davon aus, dass hier der zweiseitige Gehsteig nur eingeplant wurde, da dieser ja bereits in der Planung für 'Eichfeld VI' vorhanden war und dann natürlich fortgeführt werden soll." Bei gleichwertigen Straßen in dem neuen Bebauungsplan für "An der Eichkapelle" gäbe es jedoch ausschließlich einseitige Gehsteige. Darüber hinaus gäbe es in anderen Baugebieten der Stadt teils Straßen komplett ohne Gehsteig. "Natürlich sind Gehsteige wichtig, aber ein zweiseitiger Gehsteig im Bereich der Raitenaustraße ist absolut unnötig. Man muss nicht mehr Flächen versiegeln, als nötig", so die Antragsteller. 

Stimmt ab: Hätte auch nur ein Gehsteig auf einer Seite gereicht?

Sie beantragten daher, den Bebauungsplan zu ändern, den südlichen Gehsteig wegzulassen und die Fläche den jeweiligen südlichen Grundstücken zuzuschlagen. Auf diese Weise könne auch gleich im Gebiet "An der Eichkapelle" ebenfalls nur ein einseitiger Gehsteig gebaut werden. Grundsätzlich sei der Antrag umsetzbar, berichtete Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner. "Allerdings bräuchte es dann noch in dem Bereich, wo der beidseitige Gehsteig der Ernst-Thun-Straße endet, einen Fußgänger-Übergang."

Einheitliche Haltung gegen Antrag

"Das wird dort dann eindeutig eine Hauptstraße sein, die dann auch auf beiden Seiten einen Gehweg braucht", erklärte UM-Fraktionssprecher Markus Saller. "Zudem hätten wir dann auf der Westseite für d'Katz gebaut!" Seiner Kritik schlossen sich Redner aller Fraktionen im Wesentlichen an. Verkehrsreferent Franz Essl (FM) merkte an: "Es gibt allerhand Beispiele, wo wir an Straßen dieser Art und Lage beidseitige Gehsteige haben!" 

Bilder von der Stadtratssitzung in Mühldorf am Inn

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Zweite Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sonntag (CSU) bemerkte, der Zuschlag der frei werdenden Fläche würde dann vermutlich ohnehin nicht das vom Antragsteller erwünschte Ergebnis haben. "Denn da kann dann ja nicht einfach eine Hecke oder Mauer direkt an die Straße. Sonst sehen ja herannahende Autos unter Umständen nicht, wenn jemand das Grundstück über eine Ausfahrt verlässt. Daher wäre ohnehin ein Schutzstreifen nötig."

Ecke Ernst-Thun-Straße beschäftigte Rat erst vor kurzem

Erst vor einer Weile, Anfang November 2019, hatte sich der Stadtrat noch mit einem angrenzenden Grundstück befasst. Dabei ging es um ein Mehrfamilienhaus, dass an der Ernst-Thun-Straße entstehen soll. Die Stadtverwaltung hätte dem Bau gerne einen Riegel vorgeschoben, weil dieser auf Grund seiner enormen Ausmaße ihrer Ansicht nach einen nicht gewünschten Auswuchs darstellte. Die Mehrheit des Rats stimmte aber schließlich dagegen, ein Exempel zu statuieren. Stattdessen werden nur ähnliche Bauten in der Zukunft untersagt.

Zentrales Thema der Stadtratssitzung am Donnerstag war der Haushalt. Dabei herrschte seltene Einigkeit dafür, diesen zu verabschieden, um die Stadt weiter handlungsfähig zu halten.

Dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass im Laufe des Jahres ein Nachtragshaushalt folgen wird.

hs

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