Ab Dezember bereits Stundentakt nach Salzburg

Auch Mühldorf will Verbesserungen bei der Traun-Alz-Bahn

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Mühldorf am Inn - Auch Mühldorf will sich für Verbesserungen bei der Traun-Alz-Bahn einsetzen. Ein Beschluss dazu soll demnächst stattfinden. Ab Dezember besteht bereits ein Stundentakt nach Salzburg.  

Eigentlich sollte es bei der Präsentation von Südostbayernbahn-Marketing-Leiter Matthias Krause vor allem um den Stundentakt auf der Strecke Mühldorf-Salzburg ab September gehen. "Aber da Traun-Alz-Bähnchen, dass derzeit gerade noch vegetiert, ist für Mühldorf fast wichtiger", erklärte er. "Das ist die einzige Linie, die von Mühldorf aus verläuft, die noch keinen Stundentakt hat!" In der Vergangenheit sei die Strecke massiv vernachlässigt worden.

Die Bahnlinie fristet sie ein "kümmerliches Dasein", so Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid in der dortigen Stadtratssitzung am Mittwoch. Im Sommer hatte er die Bürgermeister aller Kommunen der Traun-Alz-Linie sowie die Abgeordneten im Trostberger Rathaus zusammen, mit dem Ziel, sich gemeinsam für einen Stundentakt zwischen Mühldorf und Traunstein an sieben Tagen in der Woche und eine bessere Anbindung an die größeren Städte wie München, Passau, Salzburg oder Regensburg einzusetzen. Die Gemeinderäte von Trostberg und Unterneukirchen sprachen sich bereits dafür aus, am Donnerstag wurde das Thema dann auch in Tacherting und Mühldorf behandelt. 

"Vision" für Anbindung nach Traunreut umstritten

"Unsere Vision wäre eine Anbindung von Traunreut durch die Traunreuter Kurve. Wenn das käme, gäbe es eine optimale Anbindung", schwärmte Krause vor dem Mühldorfer Stadtrat. In Trostberg war man hinsichtlich dessen eher skeptisch. Als "ökonomisch und ökologisch (...) der größte Schwachsinn den Freistaat und Bahn jemals installiert haben" bezeichnete sie der Traunsteiner Stadtrat Wolfgang Osenstätter Planungsausschuss des Stadtrats 2016 sogar. "Diesen Zug hätte man einfach einstampfen sollen!"

Im Mühldorfer Stadtrat herrschte große Einigkeit, das eine Besserung notwendig sei. Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) versprach, dass ein entsprechender Beschluss ausgearbeitet werden soll. "Alle Gemeinden Richtung Traunreut müssten auch zustimmen, dass man die Bahnübergänge anpassen lässt", forderte Verkehrsreferent Franz Essl (Freie Mühldorfer). "Teilweise kann die Bahn da nur 20 km/h fahren! Aber leider sind viele Kommunen bisher nicht bereit, einige der Bahnübergänge aufzulassen." Südostbayerbahn-Marketing-Leiter Krause hatte hoffnungsvolle Worte: "Die Kommunen aus dem Kreis Traunstein haben ja bereits einen gemeinsamen Beschluss. Nach Salzburg hat es funktioniert, nun hier hoffentlich auch!"

Ab Dezember bereits Stundentakt nach Salzburg

Der Entschluss für den Stundentakt nach Salzburg war bereits im Juni bekannt geworden:

  • Die Regelung gilt ab dem Fahrplanwechsel im Dezember. 
  • Die Züge fahren sowohl ab Salzburg wie auch ab Mühldorf stündlich den ganzen Tag über ab etwa 5 Uhr bis abends 23 Uhr. (Der letzte Abendzug fährt in Salzburg um 23 Uhr.) 
  • An Sonn- und Feiertagen beginnt der Stundentakt erst um 6 Uhr. 
  • Morgens und mittags beginnen oder enden einzelne Züge in Freilassing, jeweils mit guten Anschlüssen von und nach Salzburg. 
  • In Freilassing bestehen weiterhin gute Anschlüsse Richtung Bad Reichenhall/Berchtesgaden. 
  • Die knappen Fahrzeiten zwischen Garching und Laufen bedingen es, dass die Stationen Kirchweidach und Fridolfing weiterhin nur zweistündlich bedient werden können.

Krause betonte, durch den neuen Takt würden auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Elf Triebfahrzeugführer, drei Kundenbetreuer, fünf Fahrdienstleiter und ein Mitarbeiter der Technisch-Betrieblichen Leitstelle würden neu angestellt.

"Hinzu kommen noch weitere Vorteile, wie eine Stärkung des Tourismus, bessere Bedingungen für Pendler und Vielfahrer sowie eine nachhaltige Mobilität durch eine Verlagerung des Personenverkehrs von der Straße auf die Schiene!

Noch "Hausaufgaben" bis Dezember

Es gäbe allerdings noch einige "Hausaufgaben". Zudem müsse die Infrastruktur in Tittmoning ausgebaut werden. Dem dortigen Stadtrat wird das Projekt am Dienstag der kommenden Woche vorgestellt. Außerdem müssten noch Feinabstimmungen mit der ÖBB stattfinden. "Zudem gibt es noch Anschlusssituationen im Berchtesgadener Land, die uns nicht ganz gefallen." Solange nur ein eingleisiger, nicht elektrifizierter Betrieb möglich sei, würde es dabei aber immer Probleme geben. "Wenn die Ausbaustrecke ABS38 fertiggestellt ist, wird sich da einiges nochmal bessern." 

Verkehrsreferent Franz Essl regte außerdem an, mit dem Salzburger Nahverkehr in Verbindung zu treten, damit Tickets nach Salzburg zusammen mit dem Salzburger 24-Stunden-Ticket verkauft werden könnten. "Das wäre der Schlager". Krause erklärte, die Südostbayernbahn sei, wenn auch bisher nur für den Bereich bis Laufen, Mitglied des Salzburger Verkehrsverbunds. Er versprach, die Idee mit einzubringen. 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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