"Das ist ein Verein, dem man einfach helfen muss!"

Nach Zeit "im Asyl": Mößlinger Schützen bekommen eigene Anlage

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"Das ist ein Verein, dem man einfach helfen muss!", betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Oskar Stoiber.
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Mühldorf am Inn - Nach einer langen Zeit "im Asyl" bei anderen Vereinen bekommen die Mößlinger Schützen endlich eine eigene Schießanlage. Der Mühldorfer Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einen Zuschussantrag.

Früher gab es im Stadtteil Mößling zwei Schützenvereine, die Isengauer Schützen und die Sportschützen. Allerdings gibt es keine Schießanlage mehr, nachdem der Kirchenwirt nicht mehr besteht und die dortige Anlage auf Betreiben des Eigentümers entfernt werden musste. Auch beim Spirklwirt gibt es wegen Eigenbedarf des Eigentümers keine Schießanlage mehr. Die zwei Vereine schlossen sich daraufhin zur "Schützengesellschaft Mößling" zusammen. Das Ziel war, so gemeinsam in der Lage zu sein, den Neubau eines Schützenheims zu finanzieren. 

"Der Stadtteil Mößling braucht ein neues Schützenheim", schreiben dann auch die beiden Vorstände Konrad Bauer und Peter Schillmaier in ihrem Antrag an die Stadt. Sie verweisen darauf, dass ihr Verein ein sehr wichtiger des dörflichen Gemeinschaftslebens in Mößling sei. "Das zeigt sich auch daran, dass die Gesellschaft nach Jahren ohne Schießanlage und Vereinsheim weiterbesteht." Trotz der bestehenden Einschränkungen würde der Verein bei vielen örtlichen und überörtlichen Wettbewerben erfolgreich teilnehmen und sei auch bei allen großen Festzügen der Stadt dabei. "Auch bei der Umsetzung der Dorferneuerung Mößling spielt der Schützenverein eine wichtige Rolle. Hier ist das Vereinsheim als kleines Zentrum der Vereine angedacht."

Schon im Januar Thema

Die Stadt sagte den Schützen bereits zu, dass sie das Grundstück hinter dem Vereinsheim für den Bau der Anlage nutzen dürfen. Für größere Veranstaltungen soll das bisherige Vereinsheim mit genutzt werden. Eigentlich sollte das Anliegen der Mößlinger Schützen bereits auf der Stadtratssitzung im Januar verhandelt werden. Doch damals wurde der Antrag zurückgezogen, da sich bei der Aktualisierung von darin genannten Angeboten von Baufirmen Änderungen ergeben hatten und die Zahlen nicht mehr aktuell waren. 

Die Finanzierung soll nun folgendermaßen aussehen, die gesamte Investitionssumme beträgt 350.000 Euro:

  • Ein Zuschuss vom Bayerischen Sportschützenbund e.V. in Höhe von 87.500 Euro (entsprechend 25 Prozent)
  • Ein Zuschuss der Stadt in Höhe von 110.700 Euro (Entsprechend 32 Prozent)
  • Eigenmittel des Vereins in Höhe von 59.000 Euro (Entsprechend 17 Prozent)
  • Spenden, Darlehen und Eigenleistung in Höhe von 92.800 Euro (Entsprechend 26 Prozent)
"Mit der neuen Anlage müsste der Verein dann endlich nicht mehr 'im Asyl' bei anderen Vereinen üben", betonte Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) zusammenfassend. "Das ist ein Verein, dem man einfach helfen muss!", betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Oskar Stoiber. "Die haben ihre Arbeit geleistet und zeigen ihren Willen zur Eigenleistung", stimmte ihm Gottfried Kirmeier (SPD) zu. 

Noch etwas mehr Geld von der Stadt

"Es kann doch nicht sein, dass der Verein dann auf die Weise mit einer leeren Kasse dasteht", mahnte dagegen Oskar Rau (Grüne) an, "Ihre Eigenmittel entsprechen ja dem aktuellen Kassenstand. Ich kann Ihnen aus meiner eigenen Vereinsarbeit sagen, dass man so nicht arbeiten kann." Zwar gab es vielfachen Widerspruch aus den anderen Fraktionen, dass der Verein zweifelsohne damit kalkuliert habe und das Geld auch erst 2020 benötigt werde. Doch am Ende wurde Raus Antrag stattgegeben, den Zuschuss der Stadt um 10.000 Euro zu erhöhen, so dass dem Verein Geld in der Kasse verbleiben kann. 

Trotzdem waren sich Rat und Bürgermeisterin nach ausführlicher Diskussion einig, dass sich an diesem Beispiel wieder gezeigt habe, dass eine Überarbeitung der Sportförderrichtlinien fällig sei. "Das werden wir aber ohnehin demnächst routinemäßig tun müssen", so die Bürgermeisterin. 

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