Frauen werden Schreinerin

Entgegen aller Klischees – Porträt zum Girls und Boys Day

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Alfred Kopecki von der gleichnamigen Schreinerei in Buchbach, Teresa König und Melissa Reuter.

Mühldorf am Inn - "Sich nicht beeinflussen lassen", lautet das Motto, wenn es darum geht, sich als Frau für typisch männliche Berufe zu entscheiden. Melissa Reuter und Teresa König zeigen, wie es geht - und werden Schreinerinnen.

Der Girls und Boys Day findet heuer am 26. April statt. Dahinter steckt die Idee, dass Mädchen die Gelegenheit bekommen, in typisch männliche Berufe hinein zu schnuppern und umgekehrt. Auch zahlreiche Betriebe und Einrichtungen im Landkreis Mühldorf beteiligen sich an der Aktion für Schüler ab der fünften Klasse. Darunter auch die Schreinerei Kopecki aus Buchbach.

"Sich nicht beeinflussen lassen"

Schreinermeister Alfred Kopecki beschäftigt in seinem Betrieb in Buchbach, der auf Innenausbau sowie Objekttüren spezialisiert ist, gleich zwei Auszubildende. Die 21-jährige Melissa Reuter aus Oberbergkirchen ist bereits im 3. Lehrjahr und die 17- jährige Teresa König aus Steinkirchen im 2. Beide haben zu keiner Zeit gezögert, diesen Beruf zu ergreifen, weil Schreiner gemeinhin als Männerberuf gilt. 

Für die jungen Frauen standen ihre persönlichen Interessen bei der Berufsfindung im Vordergrund. Fest stand auch, dass sie etwas Handwerkliches machen möchten und gerne mit dem Werkstoff Holz arbeiten. Probleme in der Praxis gebe es so gut wie keine. Melissa räumt jedoch ein, dass bei schweren und großen Werkstücken schon manchmal die Kraft fehle. 

Melissa Reuter aus Oberbergkirchen ist bereits im 3. Lehrjahr

Die Reaktionen von außen auf ihren Beruf fallen unterschiedlich aus. Manche haben durchaus Vorurteile, aber die positiven Rückmeldungen überwiegen eindeutig. Schulabgängern würden sie raten, ihren Neigungen nachzugehen und sich einfach zu trauen. "Wenn man Angst vor etwas hat, hat man eh schon verloren", sagt Melissa. "Sich nicht von anderen beeinflussen lassen und das tun, was einen Spaß macht", das möchte Teresa König anderen mit auf den Weg geben. 

Für ihren Chef Alfred Kopecki fällt die Bilanz für Mädchen in Männerberufen durchwegs positiv aus. In Zeiten des Fachkräftemangels könne kein Betrieb mehr auf Frauen verzichten. Positiver Nebeneffekt: "Männerjobs bieten nicht nur gute Berufsaussichten, sondern fast immer auch besseres Geld." Vielleicht würde sich dann auch das Problem der ungerechten Entlohnung von Frauen erledigen, wenn sie mehr in Männerberufen arbeiten und Jungs sich endlich auch an Frauenberufe trauen, lautet Kopeckis Prognose für die Zukunft.

Jetzt mitmachen!

"Also einfach trauen und mal beim Girls und Boys mitmachen", so Anita Höpfinger, Fachbereichsleiterin der Kreis- und Regionalentwicklung beim Landratsamt Mühldorf am Inn. 

Weitere Infos unter www.boys-day.de und www.girls-day.de. Ansprechpartnerin im Landratsamt ist Andrea Schuur, erreichbar unter der Telefonnumer 08631/699357.

Pressemitteilung des Landkreises Mühldorf am Inn

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