Ehrenamtliche Müllsammler in Mühldorf ärgern sich

"Entsorgte Masken und Handschuhe 'verzieren' nun Wiesen und Felder!"

Mühldorfer "Plogging"-Gruppe stößt beim Müllsammeln vermehrt auf Corona-Abfälle
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Die Plogging-Gruppe in Mühldorf a. Inn mahnt, vermehrt würden in Zeiten der Corona-Krise Einweg-Handschuhe und Schutzmasken achtlos weggeworfen. (von links:) Markus Barnowski, Roland Scherer, Familie Seidl, 2. Reihe hinten Gerhard Walter, Marion Maili, Michael und Edith Ladek, Stefanie Scherer.

Mühldorf am Inn - Die "Plogging"-Gruppe Mühldorf verbindet Laufsport mit ehrenamtlichem Müllsammeln. In Zeiten der Corona-Krise bemerken sie derzeit einen neuen, ärgerlichen Trend.

"Am Sonntag haben wir unseren Spaziergang wieder dem Sammeln gewidmet. Von der Münchener Straße über den Altmühldorfer Weg in den Stadtpark und zurück. Unzählige Kippen, Zigarettenschachteln, Coffee to go Becher und Kronenkorken verschwanden in unserem Container. Auch einige Gummihandschuhe mussten wir mit unseren Greifern aus der Natur entfernen", berichtet Roland Scherer von "Plogging in Mühldorf am Inn".


"Plogging" ist ein Trend aus Schweden. Worum es dabei geht, verrät bereits der Name, welcher "Jogging" mit "plocka upp", dem schwedischen Wort für "aufheben" verbindet. Man sammelt also beim Joggen auch noch Müll ein, wodurch man nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt und den Mitmenschen etwas Gutes tut. "Unsere Gruppe in Mühldorf gibt es seit Anfang Februar" berichtet Scherer. "Jeder sammelt beim Joggen für sich ein. Vor Corona gab es dann auch immer einmal im Monat eine Gemeinschaftsaktion, ein bisschen wie so ein 'Rama Dama'."


Jede Menge Ärger mit falsch entsorgtem Müll

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Die über 80 Mitglieder der Plogging-Gruppe Mühldorf seien seit geraumer Zeit ehrenamtlich unterwegs, um in der Stadt und deren Umgebung achtlos weggeworfenen Müll einzusammeln. Ihre Sammelarbeit habe derartige Ausmaße angenommen, dass sie von der städtischen Abfallwirtschaft nun sogar einen eigenen Entsorgungs-Container gestellt bekommen hätten. "Dabei fallen uns neben dem üblichen Müll immer mehr achtlos weggeworfene Schutzmasken und Handschuhe auf. Diese 'verzieren' nicht nur unsere Straßen, Parkplätze und Wege, sondern nun auch Wiesen und Felder", ärgert sich Scherer. 

Schon grundsätzlich achte man sehr auf Vorsichtsmaßnahmen beim Müllsammeln, betont Scherer. "Wir fassen nichts mit den Händen, sondern nur mit diesen speziellen Müllgreifern an." Die potenziell mit Corona-Viren belastete Handschuhe oder Masken nun von manchen Mitmenschen einfach in der Landschaft verteilt würden, sei aber auf jeden Fall ein Ärgernis.Auch die Stadtverwaltung der Kreisstadt kann ein Lied von Müll-Problemen in Zeiten von Corona singen. "Es werden derzeit vermehrt Einweghandschuhe und Masken weggeworfen", berichtet diese auf Nachfrage von innsalzach24.de. "Zudem wird über die städtischen öffentlichen Abfallbehälter auch plötzlich Hausmüll entsorgt. Hier die dringende Bitte an die Bevölkerung, den Hausmüll bitte nur regulär über die Restmülltonne entsorgen!"

hs

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