Passanten übergaben Mann in Mühldorf der Polizei

Im Drogenwahn geklaut, Zeche geprellt und schwarzgefahren

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Mühldorf am Inn - Eine ganze Reihe von Diebstählen, wobei er einmal auch bewaffnet war, Schwarzfahren und Zechprellerei. Deswegen musste sich ein junger Mann vor Gericht verantworten.

Das Amtsgericht Mühldorf ordnete jüngst die Unterbringung des jungen Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Er hatte sich des Diebstahls in Mittäterschaft, der Erschleichung von Leistungen sowie des Diebstahls in zwei Fällen in Tateinheit mit Sachbeschädigung und des Diebstahls mit Waffen in Tateinheit mit Sachbeschädigung und Betrug schuldig gemacht. Es wurde insbesondere die Gefahr gesehen, dass der Beschuldigte wegen seines Hangs zum übermäßigen Rauschgiftkonsum weitere Straftaten begehen könnte.

Schon in München geklaut

Der damals 20 Jahre alte Deutsche ist schon mehrfach vorbestraft. Drei Tage, bevor er Ende Oktober verhaftet wurde, stahl er, gemeinsam mit einem unbekannten Komplizen, in einem Münchner Supermarkt eine Reihe von Lebensmitteln im Wert von 41,63 Euro. Dabei wurde er von einem Zeugen beobachtet. Außerdem wird durch die Münchner Polizei gegen ihn wegen eines Diebstahls aus einem Schaufenster ermittelt. 

An einem Dienstagnachmittag Ende Oktober beging er dann gleich eine ganze Reihe von Straftaten. Bereits bei seiner Fahrt gegen 14 Uhr von München nach Mühldorf hatte er keinen gültigen Fahrschein und wurde bei einer Kontrolle erwischt. Er erklärte dies damit, dass er keine Kontokarte und keinen Ausweis mehr gehabt habe. 

Mehrere Schaukästen aufgebrochen und Zeche geprellt

In Mühldorf angekommen hebelte er den Schaukasten eines Bekleidungshauses am Stadtplatz auf. Dort entwendete er einen Schal, zwei Leder-Trachtengürtel mit Gürtelschnallen sowie drei Hirschfänger. Das Diebesgut hatte einen Gesamtwert von 306,85 Euro und es entstand ein Sachschaden in Höhe von 35 Euro. 

Zwischenzeitlich, gegen 15.30 Uhr, hatte der Mann, der laut dem Polizeibericht an diesem Tag nur mit einer blauweißen Schlafanzugshose und einer schwarzen Jacke bekleidet war, in einem nahegelegenen Bistro gezecht, ohne zu bezahlen. Dabei wurde er von einer Kamera gefilmt Er begründete dies ebenso wie das Schwarzfahren damit, dass er seine EC-Karte verloren hatte. 

Weiterhin schlug der Beschuldigte gegen 16.11 Uhr mit dem zuvor entwendeten Trachtengürtel den Schaukasten eines Tabakgeschäfts ein. Dort klaute er eine kleine Bong, eine Shisha, einen Grinder sowie zwei Sturmfeuerzeuge. Hierbei entstand ein Sachschaden in Höhe von 406,85 Euro. Dabei wurde er von Zeugen beobachtet. 

Passanten schritten ein

Gegen 21.12 Uhr suchte der damals 20 Jahre alte Mann erneut das Bekleidungsgeschäft heim. Er schlug, laut dem Polizeibericht, die Scheibe eines Schaukastens ein, hob eine Schaufensterpuppe ins Freie und nahm eine Trachtenjacke im Wert von 295 Euro an sich. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 400 Euro. Er wurde dabei von Passanten beobachtet und auch fotografiert. Bei der Tat hielt er in einer Hand ein Messer. Dabei handelte es sich aber nicht um einen der gestohlenen Hirschfänger, sondern um ein Messer, das er nach eigenen Angaben von seinem Großvater geerbt hatte.

Diese nahmen die Verfolgung auf und hielten den Täter bis zum Eintreffen der Beamten der Polizeiinspektion Mühldorf fest. Für das couragierte Verhalten der Passanten bedankte sich die Mühldorfer Polizei damals, insbesondere, da der Mann zu diesem Zeitpunkt noch den Hirschfänger mit sich führte.

Mann befand sich in psychiotischem Zustand

Der Täter, der keinen festen Wohnsitz hat, machte auf die Beamten einen verwirrten Eindruck. Da offensichtlich eine psychische Erkrankung vorlag, wurde er, nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft, am nächsten Tage zur Begutachtung durch einem Arzt in einer Forensischen Klinik vorgestellt. Im Anschluss wurde er dem Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher einen Unterbringungsbefehl erließ. 

Ein psychiatrisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass während seiner Taten in Mühldorf von einem drogeninduzierten psychotischen Zustand auszugehen ist. Dies auf dem Boden einer polyvanten süchtigen Fehlhaltung mit Schwerpunkt auf Cannabis und Amphetaminen. Es sei von einem entsprechenden bereits beginnenden psychiotischem Syndrom auszugehen. Zwar lägen die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt nicht vor, aber ohne eine entsprechende Therapie sei auf Grund seines Hangs zum übermäßigen Drogenkonsum mit erneuten schwer ausgeprägten drogeninduzierten psychotischen Zuständen zu rechnen. Der Mann sei therapiemotiviert. 

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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