Große Pläne im Mühldorfer Hart

Darum musste die Weltkriegsmunition am Mittwoch gesprengt werden

So lief die Sprengung der Kampfmittel im Mühldorfer Hart am Mittwoch ab
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Beispielbild einer Panzergranate, wie sie am Mittwoch per Sprengung aus dem Verkehr gezogen wurde, an einer anderen Räumstelle

Mühldorf am Inn - Am Mittwochvormittag zogen Experten per gezielter Sprengung im Mühldorfer Hart Weltkriegsmunition aus dem Verkehr. Es war der einzige Weg, diese gefahrlos beseitigen zu können.

Im Zuge der laufenden Kampfmittelräumung am Mühldorfer Hart führte die beauftragte Firma GFKB am Mittwoch, ab 10 Uhr eine Sprengung von Kampfmitteln vor Ort durch", berichtet das Landratsamt Mühldorf gegenüber innsalzach24.de. Das Amt hatte daher das bestehende Betretungsverbot am Mühldorfer Hart erweitert. "Zusätzlich zum festgesetzten Gefahrenbereich und Betretungsverbot in einem Radius von 500 Metern rund um das ehemalige Bunkergelände war der Wirtschaftsmittelweg ganztägig gesperrt."


Abtransport keine Option

In diesem Gebiet darf niemand das Gelände betreten.

Diese Sprengung der Kampfmittel sei notwendig gewesen, weil aufgrund der Bewertung der zuständigen Spezialisten ein Abtransport dieser nicht möglich war. "Die Spezialisten kamen zu der Einschätzung, dass aufgrund des Zustandes der Zündsysteme der Kampfmittel eine Detonationsgefahr beim Transport bestanden hätte." Um dem vorzubeugen wurde eine Sprengung veranlasst. 

"Durch diese wurden eine 8,8-Zentimeter-Panzergranate, zwei 8,8-Zentimeter-Sprenggranaten sowie eine Handgranate vernichtet. Die Sprengungen waren erfolgreich und es gab keine Vorkommnisse."Auch nach den Sprengungen laufen die Arbeiten weiter, so das Amt abschließend. "Das erlassene Betretungsverbot im gekennzeichneten Gefahrenbereich gilt es weiterhin beachten."


Kampfmittelräumung soll Gedenkstätten-Bau ermöglichen

Während des Krieges sollten Düsenflugzeuge in einem Bunker im Mühldorfer Hart gebaut werden. Dafür sollten zwölf Gewölbebögen errichtet werden, von denen aber nur sieben fertiggestellt wurden. Dafür zogen die Nazis mehr als 8.300 Häftlinge bei Mühldorf zusammen, die bis an das Ende ihrer Kräfte auf dem Bau Zwangsarbeit verrichten mussten. Über 2.000 starben bei dieser unmenschlichen Arbeit. Nach Kriegsende sprengten amerikanische Sprengstoffexperten die Anlage bis auf einen Bogen.

Bilder von der Einweihung der Gedenkstätte im Mühldorfer Hart

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Ende April 2018 waren bereits die ersten beiden Teile einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart der Öffentlichkeit übergeben worden. Dagegen erlitt die zentrale Gedenkstätte am Bunkerbogen einen Rückschlag, als Untersuchungen ergaben, dass Panzerabwehr- und Sprenggranaten aus dem Zweiten Weltkrieg im Waldboden liegen. Sie befinden sich vor allem in Sprengtrichtern, die die Alliierten zur Vernichtung von Munition angelegt hatten. 

Räumaktion bereits seit Mai 2019

Die Räumaktion läuft nun bereits seit Mai 2019 und wird noch mindestens bis Ende 2020 dauern.  In einer ersten Zwischenbilanz im September des vergangene Jahres blickten die Sprengstoffexperten bereits auf die Räumung von etwa zehn Hektar Wald und den Fund von rund drei Tonnen an Kampfmitteln zurück. 

Eine Kiste mit Munition, die im vergangenen Jahr geborgen wurde.

Die Kosten betragen rund fünf Millionen Euro und werden vom Freistaat übernommen. Sie  könnten allerdings, je nach auftretender Intensität der vor Ort gefundenen Kampfmittel, noch abweichen.

hs

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