KZ-Gedenkstätte soll dort entstehen

Landratsamt bezieht Stellung zu Altlasten im Mühldorfer Hart

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Warnschilder im Mühldorfer Hart weisen auf die Gefahren beim Betreten des Bunkergeländes hin.
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Mühldorf am Inn - Nach dem Fund von Kampfmitteln und Altlasten, welche die Bauarbeiten für die zentrale KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart erheblich behindern werden, meldet sich das Landratsamt zu Wort.

"Den Landkreis trifft grundsätzlich keine Verkehrssicherungspflicht, vielmehr liegt diese bei der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise bei den Grundstückseigentümern", teilt das Landratsamt in einer Stellungnahme mit, "Eine Kampfmittelräumung des gesamten Geländes aus Gründen des Umweltschutzes war aufgrund bisher vorliegender Untersuchungsergebnisse nicht angezeigt." Grundsätzlich werde aber angemerkt, dass das Landratsamt Mühldorf am Inn die zuständigen Stellen bei der Umsetzung der Gedenkstätte im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt.

Die ersten beiden Teile der KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart sollen in zwei Monaten fertiggestellt werden. Dagegen die zentrale Gedenkstätte am Bunkerbogen hat einen Rückschlag erlitten, wie Ende der vergangenen Woche bekannt wurde. Auf dem Gelände, dass nach dem Krieg als Sprengplatz zur Vernicht von tausenden Tonnen Munition genutzt wurde, waren erhebliche Mengen an Kampfmitteln gefunden worden. Deren Beseitigung wird sich schwierig gestalten, da sie über eine weite Fläche verteilt sind und auf Grund einer späteren Verfüllung sehr tief nach ihnen gegraben werden muss. Außerdem wurden erhebliche Altlasten im Boden festgestellt. Daher wird laut den Verantwortlichen eine großflächige Räumung des gesamten Geländes notwendig sein. Nun soll nun eine finanziell tragfähige Lösung für die beiden Probleme gefunden werden.

Bei der Anlage im Mühldorfer Hart handelte es sich um ein Außenlager des KZ Dachau. Dort mussten Häftlinge eine Flugzeugfabrik errichten. Einige fielen der körperlichen Schwerstarbeit und den menschenunwürdigen Lebensbedingungen zum Opfer, viele wurden aber auch einfach umgebracht. Wer dort arbeiten musste, hatte eine durchschnittliche Lebenserwartung von unter zwei Monaten.

hs/Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf am Inn

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