Zukunft von Areal Thema in Mühldorf

Heftige Kritik an Überlegungen für Stadtplatz 58

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Judith Straube (Grüne) kritisierte die vorgestellten ersten Entwürfe für das Areal des Stadtplatz 58 heftig.
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Mühldorf am Inn - Schon seit langer Zeit beschäftigen Stadt und Stadtrat das Areal des Stadtplatz 58. Nun wurden erste Überlegungen zu dessen künftiger Nutzung vorgestellt.

In einem Arbeitstreffen des Stadtrats Anfang März des vergangenen Jahres war besprochen worden, dass die Verwaltung mit dem Kraiburger Architekten-Büro Aris zusammen Vorschläge für das Areal des Stadtplatz 58 erarbeitet solle. Basis für die Untersuchung waren die Ergebnisse einer Ideenwerkstatt des Stadtrats am Anfang Juli 2017 sowie die Ergebnisse aus einer Sitzung des Landesdenkmalrats Ende Januar 2018. Alle Informationen aus den beiden Veranstaltungen waren Anfang März 2018 dem Stadtrat bei dem Arbeitstreffen vorgestellt und anschließend verteilt worden, so die Stadtverwaltung.

Ziele festgelegt

Die gemeinsam festgelegten Ziele aus der Ideenwerkstatt waren: 

  • Die künftige Nutzung Stadtplatz 58 soll den Stadtplatz lebendig halten
  • Ein Leerstand soll vermieden werden
  • Das Stadtbild am Stadtplatz soll erhalten bleiben
  • Eine Mischnutzung ist denkbar
  • Das Gesamtareal soll im Blick behalten werden

Der Stadtrat habe als denkbare Nutzungen für das Erdgeschoss Einzelhandel, Gastronomie und Kinderbetreuung, für das Obergeschoss außerdem Büros und Wohnungen erarbeitet. "Das Ergebnis aus dem Landesdenkmalrat ist, dass eine präzisierte Planung im Umgang mit dem Gebäude erforderlich ist, um das weitere Vorgehen klären zu können." Im Juni 2018 sei daher das Büro Aris für Beratungsleistungen im Zusammenhang mit einer Untersuchung zum Areal Stadtplatz 58 beauftragt worden. "Das Gelände befindet sich im Eigentum der Stadtbau Mühldorf am Inn GmbH, weshalb die ersten Ideen auch mit dem Geschäftsführer Gerhard Mühlhans im Vorfeld der Stadtratspräsentation besprochen wurden."

Drei Varianten vorgestellt

Anfang Mai war die Vorstellung der Stadtratspräsentation von der Tagesordnung genommen worden, damit erst der Aufsichtsrat der Stadtbau über das Thema beraten konnte. Die Sitzung fand Ende Juni statt, dabei wurden drei Varianten dem Aufsichtsrat vorgestellt, welcher den Zwischenstand diskutierte und zur Kenntnis nahm. "Die Geschäftsleitung der Stadtbau wurde beauftragt und bevollmächtigt die nächsten Schritte in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landesamt für Denkmalpflege zu klären." Grundsätzlich sollen die drei Varianten hinsichtlich Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit beurteilt werden.

So stellte dann Architekt Josef Anglhuber in der jüngsten Stadtratssitzung drei mögliche Varianten vor:

  • Die erste Variante sieht eine mögliche Nutzung mit Einzelhandel, Wohnungen und Arztpraxen vor.
  • Die zweite Variante orientierte sich am Grundriss des ursprünglichen Klosters. Diese sieht ebenfalls Einzelhandel, gewerbliche Nutzung im ersten Stock und Wohnungen im Dachgeschoss vor.
  • Die dritte Variante legt den Schwerpunkt auf Gewerbe mit möglichen Ergänzungen durch eine Wohnnutzung.
  • Alle drei Varianten sehen einen Anbindung durch einen Fußweg vor.

Anglhubers Präsentation wurde auch von einem großen Publikum aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern verfolgt. Überwiegend fanden seine ersten Überlegungen zur Nutzung des Areals dann auch Zustimmung im Stadtrat. Allerdings musste er heftige Kritik von Grünen-Stadträtin Judith Straube einstecken. Sie kritisierte Anglhubers Entwürfe grundsätzlich und zweifelte an, dass dieser die nötige stadtplanerische Kompetenz für das Projekt habe. Der Architekt verwehrte sich gegen die Kritik und auch Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner und andere Mitglieder der Verwaltung und des Rates stellten sich vor Anglhuber. Dessen Büro habe durchaus stadtplanerische Qualifikationen und diese überdies bereits bei Sanierungen von historischen Gebäuden am Kraiburger Marktplatz unter Beweis gestellt.

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