Podiumsdiskussion am Freitagabend im Haberkasten

So wurde in Mühldorf über Heimat und Kirche diskutiert

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Mühldorf am Inn - "Heimat und Kirche", über dieses Thema diskutierten am Freitagabend den 22. März bei einer Podiumsdiskussion Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft. 

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Gesprächsforen angeregt mit Blick auf die schärfere Sprache und zunehmende Polarisierung in öffentlichen Debatten. "Dabei kämen auch Ängste und Sorgen zum Ausdruck, 'die wir ernst nehmen und miteinander besprechen sollten', so Kardinal Marx in einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Erzbistums", berichtete Weihbischof Bernhard Haßlberger in seiner Eröffnungsrede."Letztendlich gehe es um die Frage, 'wie wir in unserer Gesellschaft und als Kirche mit Vielfalt, mit Unterschieden, mit anderen Kulturen und Religionen leben können, in Frieden und Respekt voreinander, ohne die eigenen Überzeugungen und guten Traditionen aufzugeben'. Kirche könne dazu für alle einen Beitrag leisten." Der Haberkasten sei bewusst in seiner Art als nicht-kirchliches Gebäude als Veranstaltungsort gewählt worden, betonte Haßlberger. 

In einer Podiumsdiskussion tauschten sich Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft aus.

Andreas Schwarz, Professor für Politikwissenschaften in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule München, hielt zunächst einen Einstiegsimpuls, in dem er sich mit dem Begriff "Heimat" auseinandersetzte. Dabei stellte er Fragen, wie: "Wie kann Austausch ermöglicht und Raum sowie Zeit für Kontroversen geschaffen werden? Wo sind gesellschaftlichen Akteuren Grenzen gesetzt? Wie lässt sich Heimat erschaffen?"

In einer Podiumsdiskussion tauschten sich anschließend Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft aus. Neben Schwarz diskutierten Weihbischof Haßlberger, zuständig für die Seelsorgsregion Nord der Erzdiözese München und Freising, Marianne Zollner (SPD), Erste Bürgermeisterin von Mühldorf, Semiha Stubert, Juristin mit Migrationshintergrund, sowie Klaus Schex, Vorsitzender des Dekanatsrats Waldkraiburg. 

"Unterscheidet sich die Fronleichnamsprozession in irgendeiner Weise vom Einzug beim Volksfest?", musste sich beispielsweise Bürgermeisterin Zollner vom Moderator fragen lassen. "Der Volksfesteinzug ist viel größer", scherzte die SPD-Bürgermeisterin zunächst. "Aber natürlich sind das zwei ganz verschiedene Sachen. Aber beides sind gute bayerische Traditionen, sagen wir es mal so. Die Bayern sind halt religiös und feiern sehr gerne. Manchmal lässt sich das durch kirchliche Feste direkt verbinden aber auch ohne Kirche können wir gut feiern." 

Zum Abschluss konnte das Publikum noch mit den Diskussionsteilnehmern ins direkte Gespräch kommen.

Anschließend können sich die Gäste mit Anmerkungen, Fragen und Wünschen einbringen, bevor die Veranstaltung mit einem Austausch bei Brot und Wein ausklingt. Weitere Gesprächsforen finden am Dienstag, 26. März, im Edith-Stein-Gymnasium in München, am Freitag, 29. März, in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg sowie am Dienstag, 9. April, im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck statt.

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