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Debatte um neue Krippe: "Wo soll denn ein besserer Standort sein?"

Kinderkrippe im Mühldorfer Norden an der Harthauser Straße, Pläne
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Die Pläne dafür, wo die neue Kinderkrippe im Mühldorfer Norden einmal stehen soll.

Mühldorf am Inn - Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung den Bau einer neuen Kinderkrippe an der Harthauser Straße im Mühldorfer Norden. Doch es gab auch kritische Stimmen zum Standort.

Keiner der Stadträte bezweifelte die Notwendigkeit des Projekts. Doch am Standort schieden sich die Geister. "Das ist eine sehr ungünstige Lage, die viel Verkehr erzeugt aber eine schlechte Anbindung hat", kritisierte etwa Reinhard Wanka (UWG), der in der Folge auch dagegen stimmte. Auch Oskar Rau (Grüne) betonte, er stimme zwar für den Standort, halte ihn aber nicht für ideal. Markus Saller (UWG) regte an, dass der Stadtrat nur grundsätzlich das Projekt des Krippen-Neubaus beschließen könnte, ohne den umstrittenen Standort festzuschreiben.


Hier soll die neue Kinderkrippe im Mühldorfer Norden entstehen. 

"Wo soll denn noch ein besserer Standort sein?", fragte Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD). "Wir haben da wirklich lange gesucht und das ist der einzige, der sinnvoll erscheint." Nach dem Kenntnisstand der Stadtverwaltung gäbe es außerdem bereits viele Kinder aus dem Mühldorfer Norden, deren Eltern sich eine Krippe in der Nähe wünschen würden. Stadtbaumeisterin Weichselgartner gab außerdem zu bedenken, dass für Anträge auf staatliche Fördermittel für das Projekt eventuell ein Standort angegeben werden müsste. "Und die müssen wir baldmöglichst stellen, denn es dauert, bis sie genehmigt sind."

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Rainer Schratt (SPD) merkte an, dass unmittelbar um den geplanten Standort herum neuer Wohnraum für Familien geschaffen werde. "Als wir den Bebauungsplan für dieses Gebiet hier besprochen haben war doch auch schon von der Krippe die Rede", erinnerte Ulrich Niederschweiberer (CSU). "Damals hatte dann aber niemand ein Problem mit dem Standort." Er erinnerte außerdem daran, dass die nahe Kreisstraße MÜ6 eine gute Anbindung verspreche.

Am Ende wurde das Projekt mit vier Gegenstimmen aus der UWG-Fraktion beschlossen.

Neubau notwendig

Die Nachfrage nach Krippen- wie Kindergartenplätzen sei weiter steigend, so die Stadtverwaltung. "Es sind daher weitere bauliche Maßnahmen notwendig, um den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllen zu können." Aktuell laufe das Anmeldeverfahren für das Betreuungsjahr 2020/21. "Die Anmeldungen im Krippenbereich bestätigen die bisherigen Bedarfsprognosen der Verwaltung. Mit dem bestehenden Angebot kann der Bedarf nicht gedeckt werden."

Konkret würden 48 Plätze gebraucht. Als Übergangslösung sei in zwei Krippen eine befristete Ausweitung der Belegung um 24 Plätze eingerichtet worden. Abhilfe soll nun ab September 2020 eine Krippe in Modul-Bauweise in der Waidbruckstraße bringen. Aktuell sind dort noch die Kinder untergebracht, welche dann in den neuen Kindergarten an der Ahamer Straße ziehen werden.

An der Ahamer Straße entsteht derzeit ein neuer Kindergarten. (Entwurfszeichnung)

"Als Provisorium mag das gehen, aber es ist nicht problemlos", berichtete Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner. "Beispielsweise ist der Boden dort im Winter etwas zu kalt." Langfristig sei aber ein Neubau an der Harthauser Straße im Mühldorfer Norden nötig. "Mit einer fünfgruppigen Einrichtung mit 60 Plätzen würde dem Bedarf Rechnung getragen werden." Es brauche nun eine Entscheidung, sonst sei das Projekt nicht zeitnah umsetzbar.

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